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Heimat vieler guter Autoren
Heimat vieler guter Autoren
12.10.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (wof) - Gleich drei Autoren aus Gernsbach versammelte Sabine Katz am Dienstagabend für eine gemeinsame Lesung. Mit der Veranstaltung im Rahmen des 800-jährigen Stadtjubiläums wollte die Buchhändlerin und Verlegerin eine der weniger beachteten Stärken Gernsbachs in den Blickpunkt rücken: Die Stadt sei Heimat "vieler guter Autoren".


Den Beginn machte in heimeliger Atmosphäre mit "Kirschenplotzern" als bereitgestellten Snacks Urte Schulz aus Reichental. Nach der Veröffentlichung eines Sagenbandes war sie auf das "schwarze Schaf des Hauses Baden" gestoßen, den Markgrafen Eduard Fortunatus, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts als Falschmünzer, Heiratsschwindler und Giftmischer sein Unwesen trieb. "Ein richtiger Stinkstiefel", beschrieb Sabine Katz einleitend den wenig sympathischen Herrscher, der aufgrund seiner Verschwendungssucht sogar die Existenz der Markgrafschaft Baden-Baden aufs Spiel zu setzen drohte.

Urte Schulz gelang bei der Lesung das Kunststück, der schillernden Figur durch geschickte Auswahl der Lesestellen und kurze gesprochene Überleitungen Leben einzuhauchen und zugleich die Biographie des Markgrafen in ihren wesentlichen Facetten prägnant zusammenzufassen - bis hin zu dessen passenden Tod, als er betrunken eine Treppe hinunterstürzte.

Einen Protagonisten ganz anderen Charakters hat sich der in Scheuern lebende BT-Mitarbeiter Wolfgang Tzschaschel für seinen Debütroman "Tannbacher Idyll" ausgedacht. Klaus Gronius, so dessen Name, ist Orchestermusiker, liebt und beschimpft sein Instrument, den Kontrabass, als "dickes Schwein" und hat sich zudem in die Frau des Dirigenten verguckt. Vor allem aber ist er lärmgeplagt und sehnt sich nach Stille.

Allzu viel gab Tzschaschel in seiner Lesung über den Handlungsstrang des Romans nicht preis, dafür wurden umso mehr die sprachlichen Qualitäten seines Erstlingswerks erlebbar. Der Text ist voll hintersinnigem Humor, und ebenso wurde bei den vorgetragenen Auszügen deutlich, dass der Autor den von ihm geschaffenen literarischen Gestalten durchaus in Freundschaft verbunden zu sein scheint.

"Leichte Kost als Dessert" kündigte zum Abschluss des Abends die Dritte im Bunde, Petra Rheinschmidt-Bender aus Staufenberg, an. Sie hat ihre Erinnerungen an eine glückliche Kindheit in Scheuern im Murgtäler Dialekt festgehalten. Ihre Aussage, dass es "recht luschtig zugegonge" sei, belegte sie in anschaulich erzählten kleinen Geschichten wie die von "Luftschnappern", Kurgästen aus dem Ruhrgebiet, die im Dunkeln die Silhouette der Badischen Karton- und Pappenfabrik für Baden-Baden hielten.

Mit dem "Nikolaus aus dem Schlosswald" gab es zudem eine echte Premiere, denn die kurze Erzählung ist bislang nicht veröffentlicht.

Petra Rheinschmidt-Bender versteht ihren schmalen Band mit Geschichten und Rezepten als "Dankeschön an die Stadt Gernsbach".

Den Erlös daraus spendet sie deshalb an die Sozialstation. Dem schloss sich an diesem Abend Sabine Katz an, denn auch die Einnahmen aus der Autorenlesung waren für diese Einrichtung bestimmt.

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