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Altlasten bis zu 3,5 Meter tief im Boden
04.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Wir wollen bauen", bekräftigt Orhan Tiryaki. Zwischen Rotherma-Querspange und Aldi sowie Alois-Degler-Straße und Murg will der Chef der Tiryaki-Projektentwicklung aus Freudenstadt mehrere Dutzend Wohnungen in mehrgeschossigen Häusern realisieren. Das Thema Altlasten bereitet nicht nur dem Experten Sorgen.

Dennoch zeigt er sich optimistisch. "Wir haben Erfahrung damit", betont der Firmenchef. Was im Untergrund entdeckt wurde, ist eine Überraschung - im negativen Sinne. Bis zu 3,5 Meter tief sind die Altlasten auf dem Schwörer-Areal. Das sind nach seinen Worten rund 30 000 Tonnen Aushubmaterial oder anders ausgedrückt 15 000 Kubikmeter - eine gewaltige Menge. Zunächst war man von einer Tiefe von etwa 1,5 bis 1,7 Meter ausgegangen, in der sich ausschließlich Bauschutt befinden sollte. Ein Auszug aus dem Altlastenkataster war als Grundlage für diese Schätzung verwendet worden. Doch Bodenproben ergaben, dass es sich um belastetes Erdreich handelt, das viel tiefer ist und sich auch andere Abfälle wie Öldosen darin befinden - "Dinge, die dort nicht hingehören".

Auf dem Grundstück befinden sich drei Gebäude, die teilweise noch bewohnt sind. Als vor vielen Jahren das Areal von den damaligen Bauherren erworben wurde, war es ihnen als Wiese verkauft worden.

Orhan Tiryaki will jetzt schauen, wie er es genau hinbekommt. "Es muss einfach sauber sein", betont der Investor. Wie lange das dauert, bis die Rahmenbedingungen passen und wann der erste Spatenstich erfolgen kann, das will und kann der Investor heute noch nicht sagen. Mit der Stadtverwaltung sei man in Kontakt.

Zur Beseitigung der Altlasten ist nach den Worten des Investors ein Sanierungskonzept erarbeitet worden. Details dazu wollte er noch nicht darlegen, weil das Konzept zunächst von den zuständigen Behörden abgesegnet werden müsse. Sicher ist nur, dass die Entsorgung der Altlasten aufwendig und teuer wird. Das wirke sich auch auf die Planungen für die Gebäude aus. Deshalb sollten Bauausgaben gesenkt werden. Das Grundkonzept bleibe erhalten.

Ursprünglich sollte der Entwurf für den Bebauungsplan "Östlich der Rotherma-Querspange" im Frühjahr 2018 offengelegt werden. Nicht zuletzt wegen der Altlasten verzögert sich das Zeitfenster deutlich. Tiryaki hofft jetzt, dass der Gemeinderat über die Offenlegung im Januar 2020 abstimmen kann. Auf einen Baubeginn will er sich nicht mehr festlegen. Im Februar 2018 war er noch optimistisch von "Anfang 2019" ausgegangen. Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Über die Offenlage des Bebauungsplans sollte laut Stadtverwaltung im März 2018 in öffentlicher Sitzung beraten und beschlossen werden.

Knapp 80 Wohnungen in sechs Gebäuden

In den sechs Gebäuden waren zuletzt knapp 80 Wohneinheiten geplant. Bei Anwohnern war insbesondere die Höhe einzelner Gebäude auf Kritik gestoßen. Eines würde etwa 23 Meter hoch werden. Schon im Jahr 2016 hatte Thomas Wieland, Vorsitzender des Verbands Wohneigentum in Gaggenau, von einer "massiven Bebauung" gesprochen, die unter anderem die Längslüftung im Tal an dieser Stelle unterbinde.

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