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Ein Platz der Begegnung
Ein Platz der Begegnung
07.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Nora Strupp

Gaggenau - Die Gesellschaft wandelt sich und mit ihr zunehmend die Bestattungskultur. Die Stadtverwaltung will den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden und ein zeitgemäßes Bestattungsangebot ermöglichen. Deshalb entschloss man sich Anfang März zu einer Überplanung und Umgestaltung des Ottenauer Bergfriedhofs. Die vom Garten- und Landschaftsbaubetrieb Albert Kamm erstellte und vorgelegte Neukonzeption wurde nun vom Gemeinderat genehmigt.

Den Bergfriedhof in seiner Würde zu erhalten und seine Wertigkeit zu erhöhen - das sei das große Ziel, betonte Albert Kamm, Inhaber der Gärtnerei Kamm, in der Sitzung am Montag. Mit der Umgestaltung solle der Friedhof zudem wieder positiv ins Bewusstsein der Bürger zurückgebracht werden.

Bei Begehungen mit Ottenauer Stadträten im Mai und im Juli mit der Öffentlichkeit und Kirchenvertretern wurden die beabsichtigten Maßnahmen vorgestellt. Das erläuterte Friedhofskonzept fand dabei großen Zuspruch. Es beinhaltet eine grundlegende und umfassende Neugestaltung.

Geplant sind zum einen umfängliche Maßnahmen der Grünflächengestaltung und Pflanzungen (wie etwa im Bereich der Baumallee), zum anderen zahlreiche Tiefbaumaßnahmen.

Gesamtkosten:

565 000 Euro

Sowohl Treppen als auch Entwässerungsanlagen (wie Rinnen und Hofeinläufe) seien teilweise in einem desolaten Zustand und müssten dringend instandgesetzt werden, kündigte Kamm an. Im Zuge dessen sollen die maroden und baufälligen Treppen durch Rampen ersetzt werden, um den Bergfriedhof barrierearm zu machen. Eine Barrierefreiheit sei aufgrund der Topographie des Friedhofs nicht möglich, erklärte Bürgermeister Michael Pfeiffer. Die rückgebauten Treppen würden die Situation jedoch deutlich verbessern.

Des Weiteren sind der Einbau von Elektroheizern in der Einsegnungshalle sowie der Anbau eines zusätzlichen Vordaches an der Kapelle vorgesehen. Dieses soll die Trauergäste, die bei Bestattungsfeiern im Gebäudeinnern keinen Platz finden, vor Sonne und Regen schützen. Die gesamte Beschallungsanlage soll ebenfalls auf den Stand der Technik gebracht werden.

Das Konzept trifft zudem Festlegungen für die künftige Belegung und Gestaltung der Grabfelder. Grund dafür: Der Trend geht deutlich weg von Sargbestattungen und hin zu Urnengräbern. Außerdem entstünden auf Friedhöfen immer mehr Freiflächen, erklärte Kamm. "Vergleicht man die Zahlen der Neubestattungen mit denen der Einebnungen, ist deutlich zu erkennen, dass wesentlich mehr Fläche frei wird, als neu belegt wurde." Die Freiflächen würden nun in wirtschaftlich und rationell pflegeleichte Grünflächen umgewandelt. Somit werde auch der Aspekt berücksichtigt, dass Friedhöfe immer mehr an Bedeutung als Park- und Erholungsraum gewinnen.

Bei der Zuweisung neuer Grabstätten müssten die Zielvorgaben der Konzeption fortan beachtet werden. Kamm betonte jedoch: "Bestehende Grabstätten können - auch wenn ihre Lage den Zielvorgaben nicht entspricht - aufrechterhalten und weiter belegt werden. Es wird also kein Grab zwangsaufgelöst werden." Die Grabfelder sollen ansprechend und arbeitswirtschaftlich günstig angelegt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Stadt möchte verstärkt zeitgemäße Bestattungsformen und zugleich eine Alternative zu Friedwäldern, Seebestattungen und ähnlichen Bestattungsarten anbieten.

Die Gesamtkosten für die in der Konzeption vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich auf circa 565 000 Euro.

Der Gemeinderat stimmte dem Konzept sowie der schrittweisen Umsetzung nun zu. Die Umsetzung der im Konzept enthaltenen Maßnahmen soll entsprechend der bereitgestellten Haushaltsmittel erfolgen.

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