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"Hervorragende Infrastruktur" mit Lücken
'Hervorragende Infrastruktur' mit Lücken
09.01.2020 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Ortsvorsteher Walter Schmeiser hatte am Dienstagabend zum 21. Mal Vereinsvorstände, Kommunalpolitiker, Vertreter der Kindergärten und der Grundschule sowie der Feuerwehrabteilungen aus Obertsrot und Hilpertsau zum Neujahrsempfang eingeladen. Dabei warf er einen Blick zurück auf das Geleistete im Vorjahr und schaute voraus auf die Herausforderungen, die es in den beiden Stadtteilen 2020 zu meistern gibt.

Nach der erfolgreichen Sanierung des Schwimmbads in Obertsrot soll unter der Federführung des Fördervereins dieses Jahr die Absorberanlage fertiggestellt werden. Mit dieser Solarheizung soll die Wassertemperatur im Kinderbecken preiswert und ökologisch gesteigert werden. Im Blick auf die Leistung des Fördervereins und auch auf die im Vorjahr beschlossene Erhöhung der Eintrittspreise in den Freibädern kritisierte Schmeiser das Fehlen engagierter Helfer beziehungsweise einer ehrenamtlichen Initiative im Igelbachbad: "Aus Sicht des Ortschaftsrats liegt hier eine Ungleichbehandlung vor."

Gut aufgestellt sei man in Obertsrot und Hilpertsau in Sachen Kinderbetreuung. Nach intensiven Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen können bis zu 100 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in der Kita Rockertstrolche betreut werden; kleinere Kinder sind in dem als gesamtstädtische Einrichtung konzipierten Krippenhaus Pusteblume in Obertsrot und in der Außenstelle Otto-Hahn-Straße in Gernsbach gut aufgehoben. "Aktuell übersteigt aber die Nachfrage immer noch das Angebot", verwies der Ortsvorsteher auf weitere Maßnahmen, die seitens der Stadt nötig sind, um den gesetzlichen Anspruch der Eltern auf Betreuungsplätze für ihre Kinder erfüllen zu können.

Bedarf bestehe auch bei der Schaffung von Wohnraum, das zeige die Nachfrage für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Diese sei in Obertsrot und Hilpertsau nicht zuletzt "auf die hervorragende Infrastruktur wie S-Bahn, Kindergärten, Schule und Netto" zurückzuführen. Es werde jedoch immer schwieriger, für die Befriedigung von Bauwünschen geeignete Flächen zu aktivieren und planungsrechtlich vorzubereiten.

Eben II: Erschließung noch 2020?

Diesbezüglich auf der Zielgeraden befinde man sich laut Schmeiser beim Baugebiet Eben II: "Ich gehe davon aus, dass die weiteren erforderlichen Schritte zeitnah umgesetzt und die Erschließungsanlagen im laufenden Jahr hergerichtet werden." Optimistisch ist der Ortsvorsteher auch was die lange geforderte Ausweichmöglichkeit auf der Zufahrt zum Friedhof Obertsrot anbelangt: "Diese soll in diesem Jahr endlich Wahrheit werden."

Weniger zuversichtlich ist Schmeiser beim Radwegeausbau, auf den man im Murgtal - gerade auf der Verbindung von Obertsrot und Hilpertsau nach Gernsbach - seit Jahrzehnten hofft. Der Ortschaftsrat habe dies schon 1994 in Bezug auf die Tour-de-Murg-Strecke thematisiert, unterstrich der Ortsvorsteher und sprach von einer "Zumutung". Auch bei der Erneuerung der B 462 sei laut Schmeiser eine große Chance vertan worden: "Ich frage mich schon, warum zwischen Sebastian-Gruber-Brücke und Eisweiher hier nicht gehandelt wurde?"

Weiter mehr als unbefriedigend sei in Obertsrot und Hilpertsau der Breitbandausbau. "Das Internet und die Digitalisierung gewinnen in der heutigen Zeit einen immer höheren Stellenwert. Denn eine schnelle Datenübertragung ist heute das A und O des Wirtschaftslebens. Aber auch unsere Bevölkerung erwartet einen problemlosen Zugang zum weltweiten Netz - ohne Einschränkungen." Davon sei man in den zwei Gernsbacher Stadtteilen noch weit entfernt, bemängelte Walter Schmeiser und erntete dafür Zustimmung seitens der Gäste.

Diese blieben nach der Neujahrsrede des Ortsvorstehers noch gemütlich im Foyer der Ebersteinhalle beisammen und diskutierten über das Ortsgeschehen in Obertsrot und Hilpertsau - und darüber hinaus. Kulinarisch verwöhnt wurden sie dabei von Schmeisers Ehefrau Anita. Im Namen des Arbeitskreises Ebersteinhalle bedankte sich Kassierer Arndt Mungenast beim Ehepaar Schmeiser für die Ausrichtung des Neujahrsempfangs und für das ehrenamtliche Engagement zum Wohle der Ortsteile Obertsrot und Hilpertsau.

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