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Kaltenbronn das größte Revier im Forstbezirk
Kaltenbronn das größte Revier im Forstbezirk
10.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Murgtal / Bad Herrenalb - Die Staatswälder zwischen dem Murgtal im Westen, dem Enztal im Osten sowie Seewald im Süden und Waldbronn im Norden mit einer Ausdehnung von rund 19 000 Hektar werden seit 1. Januar durch den Forstbezirk Westlicher Schwarzwald betreut. Die staatliche Einrichtung mit etwa 80 Mitarbeitern hat ihren Sitz in Bad Herrenalb (Im Kloster 6). Das Leitungsteam stellte die neue Organisationsstruktur im Forst sowie die frisch hergerichteten Räumlichkeiten im ehemaligen Notariat der Bäderstadt gestern im Rahmen eines Pressegesprächs vor.

Das Schild ForstBW hängt schon neben der Hausnummer 6, auf den Klingelschildern steht aber noch Max Mustermann. Auch drinnen gibt es noch zu tun, ehe die 15 Arbeitsplätze komplett eingerichtet sind. Die Renovierungs- und Umbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, das Mobiliar, das in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn gefertigt wird, soll in den nächsten Tagen eintreffen.

"Wir sind in einer Aufbruchphase", sagt Tobias Volg. Er leitet den Forstbezirk Westlicher Schwarzwald, eine von 21 Betriebsstellen, die zum 1. Januar in Baden-Württemberg eingerichtet worden sind. Sie bilden zusammen mit der Zentralverwaltung in Tübingen die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), die jetzt für die Verwaltung und Bewirtschaftung des Staatswalds zuständig ist. Auslöser der Umstrukturierung ist das vom Landtag im Mai vergangenen Jahres beschlossene Forstreformgesetz (wir berichteten).

Vorteil: Staatswald stark arrondiert

Im Murgtal sind davon die Staatswaldflächen auf dem Kaltenbronn, im Raum Gaggenau und Loffenau sowie in Hundsbach betroffen. Der Forbacher Ortsteil wird vom Forstbezirk Mittlerer Schwarzwald (Sitz in Freudenstadt) betreut, der Staatswald von Gaggenau, Loffenau und auf dem Kaltenbronn von Bad Herrenalb.

Der Forstbezirk Westlicher Schwarzwald, von der Waldfläche her einer der größten im Land, zählt zehn Reviere. Das größte (rund 2 500 Hektar) befindet sich auf dem Kaltenbronn und wird von Förster Christian Kopp geleitet; Loffenau gehört zum Revier Gaistal (Revierförster Christian Kienzle) und Gaggenau zum Revier Eichelberg (Andreas Bach). Als Besonderheit in seinem Forstbezirk verweist Tobias Volg auf den forstlichen Hauptstützpunkt in Calmbach, wo einer der größten Forstausbildungsbetriebe im Land angesiedelt ist und viele Weiterbildungskurse stattfinden.

In der neuen Dienststelle des Forstbezirks Westlicher Schwarzwald arbeiten zunächst neben dem vierköpfigen Leitungsteam - außer Volg sind dies Hubert Hettinger (Controlling, Finanzen, Beschaffung, Nebennutzungen, Jagd), Karola Richardt (Technische Produktion, Holzverkauf) und Arne Glückstein (Waldnaturschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Walpädagogik, Zertifizierung) - sechs Angestellte. Die zwei Geschosse im ehemaligen Notariat von Bad Herrenalb sind laut Angaben von Kämmerin Sabine Zenker für rund 200 000 Euro saniert und umgebaut worden, dafür gibt es zwischen 100 000 und 150 000 Euro Förderung vom Land. Die restliche Refinanzierung der städtischen Investition erfolge über die Mieteinnahmen. Auch eine mögliche Expansion von ForstBW am Standort Bad Herrenalb wäre in dem Gebäude problemlos möglich, ergänzte Zenker.

Nicht an politischen Grenzen orientiert

"Wir freuen uns sehr, dass wir als Stadt wieder eine staatliche Forsteinrichtung bekommen", betonte Bürgermeister Norbert Mai. Er habe sich bereits im Februar 2018 an den zuständigen Minister Peter Hauk gewandt und für den möglichen Forstbezirks-Standort Bad Herrenalb geworben. Das alte Notariat eigne sich bestens dafür, biete es doch genügend Park- und Grünflächen, verfüge über eine E-Ladesäule und sei zentral gelegen - sowohl was die Stadt als auch was den Zuständigkeitsbereich im Staatswald anbelangt.

Das bestätigte Tobias Volg: "Wir haben das Glück, dass unser Staatswald ziemlich stark arrondiert ist und die Revierleiter nicht so weite Strecken zurücklegen müssen." Bei der Abgrenzung der Zuständigkeiten der 21 Forstbezirke habe man sich an Naturräumen orientiert - nicht an politischen Grenzen. So komme es in Bad Herrenalb nun zum ersten Mal in der Geschichte Baden-Württembergs dazu, dass das "königlich-württembergische und das badisch-herzogliche Forstamt vereint" seien, schmunzelte Hubert Hettinger.

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