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Gesucht: Kreative Geister für die Zukunftsfragen der Kirche
Gesucht: Kreative Geister für die Zukunftsfragen der Kirche
11.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Mitreden, mitentscheiden - und dabei durchaus auch den eigenen Kirchturm im Blick haben dürfen: Als sogenannte Pfarrgemeinderäte können Katholiken für den Alltag ihrer Kirchengemeinde Verantwortung übernehmen. Am 22. März finden die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen statt. Und in der Seelsorgeeinheit Gaggenau würde man sich über weitere Kandidaten freuen, die insbesondere in St. Marien und St. Josef die Wahllisten bereichern könnten.

Zwar habe man genügend Aspiranten, um alle Posten besetzen zu können. Auch die Gruppe der unter Dreißigjährigen sei gut vertreten. Generell habe die Seelsorgeeinheit durch die neuen Pastoralreferenten Marius Krettenauer und Sonja Greipel bei der Jugendarbeit neue Impulse bekommen. Aber gegen mehr Kandidaten für die Gremien, um so eine richtige Wahl zu gewährleisten, hätte man nichts einzuwenden, gibt Pfarrer Tobias Merz zu bedenken.

Georg Bierbaums, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, ergänzt: Es gelte nun, Leute zu sensibilisieren und sich für ein Engagement in einer der Kirchengemeinden zu motivieren.

"Es konnte vieles gestaltet werden in den vergangenen fünf Jahren", blickt Merz auf die vergangenen fünf Jahre der neuen Seelsorgeeinheit Gaggenau. Aus fünf Gemeinden sei eine Seelsorgeeinheit entwickelt worden "durch unser gutes und wertschätzendes Miteinander", lobt er eine "gute Gesprächskultur" in den Gremien. "Ich bin in jede Sitzung gerne gegangen", betont Merz das konstruktive Miteinander. Dies sei, so ergänz Bierbaums, auch in der Frage der Verteilung der Gottesdienste auf die einzelnen Kirchen so gewesen.

Auch habe man gelernt, die Kommunikation zwischen den einzelnen Gemeindeteams und dem Pfarrgemeinderat sich "einspielen" zu lassen. Der gewünschte Informationsfluss funktioniere nun.

"Gemeindeteams als die Gremien vor Ort sind wichtig für das Leben der Kirche", betont Merz und Bierbaums fügt hinzu: "Sie sind an der Basis unterwegs."

Der Zeitaufwand als Pfarrgemeinderat sei überschaubar, wirbt Bierbaums: Pro Jahr vier "gut getaktete Sitzungen von jeweils zwei Stunden Dauer". Wer gut vernetzt ist im öffentlichen Leben, sei keinesfalls verkehrt, sagt Pfarrer Merz augenzwinkernd: Es geht nicht nur um Themen wie Farbanstrich des Gemeindehauses - wobei gerade Mitglieder mit handwerklichen Kenntnissen oder einem "Faible für Finanzfragen" willkommen sind.

"Kreativität und kritisches Denken, Fähigkeit zur Reflexion sind wichtig", betonen Bierbaums und Merz übereinstimmend. Und dies wird auch bei einem Thema gefordert sein, das die Zukunft der Kirchengemeinden in den nächsten Jahrzehnten entscheidend prägen wird. Unter dem Stichwort "Kirchenentwicklung 2030" stehen in der Erzdiözese gravierende Veränderungen an, was die Zuschnitte und Zuständigkeiten der Pfarreien anbelangt. So ist eine Gedankenvariante, dass das Gebiet des heutigen Dekanats Rastatt nur noch aus einer Pfarrei gebildet wird - mit Sitz eben in Rastatt.

In Gaggenau und den meisten anderen Pfarrgemeinden im Murgtal hingegen wird diese Lösung nicht favorisiert. Eine zweite Variante sieht vor, dass das Gebiet des jetzigen Dekanats Rastatt geteilt wird und sich zwei Pfarreien bilden: Die eine davon besteht aus den Kirchengemeinden Vorderes Murgtal, Gaggenau, Gaggenau-Ottenau, Gernsbach und Forbach-Weisenbach. Sitz dieser "murgtalfreundlichen Variante" wäre dann Gaggenau.

Tobias Merz betont: "Wir haben sehr tragfähige und belastbare Argumente für eine selbstständige Pfarrei Murgtal" - und damit gegen eine mögliche Zusammenlegung zu einer großen Pfarrei mit Sitz in Rastatt. Schließlich seien die bisherigen Pfarreistrukturen keinesfalls ein Hemmschuh für Entwicklungen oder neue Ideen.

Je mehr Menschen sich im Murgtal und damit auch in Gaggenau in ihren Kirchengemeinden engagieren, um so besser ist dies für das "Standing" der Raumschaft. Tobias Merz formuliert das so: "Für die katholische Kirche in Gaggenau sehe ich Zukunft. Und dafür brauchen wir Leute, denn vieles ist Ehrenamt."

Georg Bierbaums ergänzt: "Wir brauchen Manpower - und Frauenpower." Kleine Strukturen seien hier sicherlich förderlich. Und nicht zuletzt spricht Bierbaums aus eigener Erfahrung: "Größe bringt oft eben nicht Stabilität, sondern oft auch Unsicherheit."

Wer sich für die Arbeit als Pfarrgemeinderat interessiert, kann sich per E-Mail melden bei Georg Bierbaums unter dieser Adresse: GeMaSaJu@ web.de.

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