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Viele Interessenslagen am Mosesbrunnenplatz
Viele Interessenslagen am Mosesbrunnenplatz
16.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Keine Entscheidung gab es im Gemeinderat am Dienstag zum Thema Parken am Mosesbrunnenplatz. In der Ratssitzung entwickelte sich eine rege Diskussion, wie man "die nicht einfache Situation", so Bürgermeisterin Katrin Buhrke, dort lösen könne. Seitens der Kommunalpolitiker gab es einige Anregungen, die aufgearbeitet und in der Februarsitzung als Vorschläge dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Der Mosesbrunnenplatz ist die zentrale Zufahrt zum Forbacher Oberdorf. Zum Nadelöhr wird er vor allem durch das Parken entlang der Straßenränder. "Sehr viele Interessenslagen" gelte es zu bedenken, erläuterte die Bürgermeisterin. Als Beispiele nannte sie die der Anwohner, deren Einfahrten zugeparkt seien, der Bäckerei (Café Henriette) oder die angrenzenden Geschäfte, für deren Kunden es Kurzzeitplätze geben sollte. Eng wird es im Begegnungsverkehr, auch die Zufahrt für größere Fahrzeuge von Müllabfuhr oder Feuerwehr sei teilweise problematisch. Der Mosesbrunnenplatz sei im Sommer ein sehr schöner zentraler Platz mit Straßencafé, "aber nicht so schön, wenn er zugeparkt ist", meinte die Bürgermeisterin.

Von der Verwaltung wurde das Gespräch mit den Anliegern gesucht, um eine Lösung zu finden, die allen Interessen gerecht wird. Ein Vorschlag, der beim Landratsamt zur Genehmigungsfähigkeit angefragt wurde, sah vor, entlang des Platzes von der Einfahrt des Parkplatzes Hauptstraße 35 bis auf Höhe der Garage des Anwesens Klammstraße 2 ein absolutes Halteverbot anzuordnen. Auf der gegenüberliegenden Seite in der Klammstraße sollte das bestehende Halteverbot bis zur Einmündung der Gräbengasse verlängert werden. Direkt vor der Bäckerei sollte es unterbrochen und durch zwei bis drei Kurzzeit-Parkplätze ersetzt werden, damit Kunden dort zum Einkauf halten können.

Vom Landratsamt wurde dieser Vorschlag allerdings abgelehnt. Kritisch werden vor allem die Kurzzeitparkplätze vor der Bäckerei gesehen. Dies vor allem wegen der zu erwartenden Straßenquerung durch Fußgänger und Schulkinder zwischen den parkenden Fahrzeugen. Beidseitig der Klammstraße könnte ein absolutes Halteverbot angeordnet und dieses auf der Seite des Mosesbrunnenplatzes auch bis in die Hauptstraße verlängert werden.

Dadurch würden zwar die Durchfahrtsprobleme gelöst, die Anliegerinteressen aber nicht in angemessener Weise berücksichtigt, so die Verwaltung.

Mehrfache Kontrollen in der Vorwoche hätten keine Parkverstöße nach der Straßenverkehrsordnung ergeben, erläuterte die Bürgermeisterin. Eva Zink sprach für die CDU von einem sinnvollen Vorschlag aus dem Landratsamt, das Halteverbot sollte tagsüber zeitlich begrenzt werden. Es sollten keine Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden, so die Meinung der Christdemokraten. Die Regelung für den Parkplatz oberhalb des "Adlers" sollte so bleiben, wie sie ist, da sonst "mehr Chaos" erwartet wird.

Appell für

Rücksichtnahme

Als Alternative für Kunden und Gäste sollten öffentliche Parkplätze angeboten werden, erläuterte die Bürgermeisterin. Heike Schillinger (SPD) erachtet Kurzzeitparkplätze als nötig, "sonst fahren die Kunden weiter". Auch solle Anrainern, die keine Möglichkeit einer Stellfläche auf eigenen Grundstücken hätten, Parkgelegenheit geboten werden. Margrit Haller-Reif (Grüne) sprach sich für ein Halteverbot mit Kurzzeit-Parkplätzen, eventuell im Bereich der Fahrschule, aus. Sie plädierte für "gegenseitige Rücksichtnahme".

Harald Mungenast (SPD) regte eine kombinierte Nutzung des "Adler"-Parkplatzes an: tagsüber Kurzzeit, abends freigegeben für die Anwohner. Die Einwendungen seitens einiger Ratsmitglieder, dass Parkplätze beispielsweise bei der Murghalle genutzt werden könnten, hält er für wenig realistisch. "Laufen, das macht keiner", so seine Einschätzung.

Armin Merkel (FWG) schlug ein absolutes Halteverbot, auch bei der Terrasse am Mosesbrunnenplatz, vor. Für Kurzzeit-Nutzung könnte ein Teil des "Adler"-Parkplatzes ausgewiesen werden.

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