Theorie sinnvoll mit Praxis verknüpft

Theorie sinnvoll mit Praxis verknüpft

Von Marvin Lauser

Gernsbach/Rastatt - Christoph Kist lacht. Der 26-jährige Gernsbacher hat allen Grund dazu. Vor wenigen Tagen ist seine Masterarbeit ausgezeichnet worden (wir berichteten). Kists mit 3 000 Euro prämierte Abhandlung zum Thema "Strategische Steuerung der kommunalen Unternehmen des Landkreises Rastatt: vom klassischen Beteiligungsmanagement zur Balanced Scorecard als Instrument des Beteiligungscontrollings" gibt Laien zunächst Rätsel auf. Auch nach einem ersten Erklärungsversuch des Absolventen der Steinbeis Business Academy will sich ein umfassendes Verständnis nicht so recht einstellen.

Doch Kist brennt für sein Thema, nimmt sich Zeit und erläutert die wichtigsten Ergebnisse seiner Thesis. Diese bringen laut Mitteilung der Hochschule einen "erheblichen Mehrwert für sein Unternehmen", den Landkreis Rastatt.

Der junge Beamte ist auf sein Thema gekommen, weil er seine tägliche Arbeit mit der an Wochenendseminaren gelernten Theorie verknüpfen wollte. Er hat im Zuge seines Masters ein mit seinem Arbeitgeber abgestimmtes Projekt, das sich mit der Gesamtstrategie des Landkreises beschäftigt und die Kommunikation mit den kommunalen Betrieben sowie die Abläufe vereinfachen und verbessern soll, begleitet und mitgeplant.

"Stets alles unter einen Hut bekommen"

Ganzheitlich betrachtet geht es um die strategische Ausrichtung der wirtschaftlich ausgegliederten Unternehmensbeteiligungen des Landkreises Rastatt: zum Beispiel das Klinikum Mittelbaden, den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) oder die Energieagentur Mittelbaden. Einfach formuliert gibt es "Leitplanken", die diesen Beteiligungen als Orientierung dienen, erklärt Kist, sogenannte Beteiligungsrichtlinien. In diesen ist unter anderem aufgeführt, wie die Rechenschaftsberichte der einzelnen Unternehmen auszusehen haben.

Die "Balanced Scorecard" sei ein betriebswirtschaftliches Instrument, das künftig eingesetzt werden könnte, um die bereits erwähnte Strategie umzusetzen.

Privat hat der Murgtäler trotz der Doppelbelastung aus Arbeit und Studium bisher stets alles "unter einen Hut bekommen". Der ehrgeizige junge Mann hat nach eigenem Bekunden aufgrund seines Masterstudiums "nichts verpasst" und all seine Hobbys ausüben können. Es gehöre "halt viel Organisation und Planung" dazu, meint Kist.

Der Rechtsfuß, der beim Fußball-Kreisligisten FC Gernsbach im defensiven Mittelfeld spielt, hat vielseitige Interessen. 2015 ist der Hobbykoch in der ZDF-Sendung "Die Küchenschlacht" aufgetreten, aktuell hat der aus Selbach stammende 26-Jährige neben seiner Arbeit zwei Lehraufträge angenommen. Er vermittelt sein Wissen an der Hochschule Kehl, an der er 2015 seinen berufsbegleitenden Bachelor abgeschlossen hat, sowie an der Handelslehranstalt in seinem Wohnort Gernsbach.

Frei nach der Oliver-Kahn-Devise: "Weiter, immer weiter", strebt der Murgtäler bereits nach dem nächsten (akademischen) Titel. Er habe die "Motivation, in zwei bis drei Jahren berufsbegleitend eine Promotion zu absolvieren", erklärt er mit leuchtenden Augen.

Nicht nur akademisch, sondern auch beruflich hat Kist große Ziele: Sobald er die nötige Erfahrung für eine solche gesammelt habe, würde er gerne eine Führungsposition übernehmen.

"In meinem Leben lief bisher alles nach Plan", gibt der offene und umgängliche Mann lächelnd zu. Nein, durch eine Prüfung sei er noch nie gefallen. Und Projekte, an denen er beteiligt ist, sind oft erfolgreich, wie eine bei seinem Verein initiierte Flüchtlingsinitiative beweist. Die hatte die Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) ausgezeichnet (wir berichteten). Sportlich will der Rechtsfuß mit dem FCG diese Saison "unbedingt die Klasse halten".

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