Prägnante Architektur bleibt erhalten

Während die Sanierung des denkmalgeschützten Anwesens in der Bleichstraße 5 (Bild links) im kommenden Februar/März abgeschlossen sein dürfte, befindet sich die Villa Luise zunächst weiter im Dornröschenschlaf.Juch

Von Stephan Juch

Gernsbach - "Ich mag Gernsbach." Das sagt Bernd Frank darauf angesprochen, warum seine Immobilienfirma zuletzt verstärkt in der Papiermacherstadt aktiv ist. Dort gibt es viel alte Bausubstanz. Und genau darauf ist die Stenner & Frank KG Immobilien Baden-Baden spezialisiert: Das erste Projekt in Gernsbach, das Ensemble Bleichstraße 31 bis 35, ist abgeschlossen, das zweite, Bleichstraße 5, fast und mit dem dritten, der Villa Luise, will Frank bald möglichst starten.

Bei der um 1910 errichteten Villa an der Scheuerner Friedrichstraße gibt es allerdings noch ein Problem: Weil sich der Vorbesitzer, die "BTB Dr. Buhné Grundbesitz- und Beteiligungsgesellschaft mbH" (Hamburg) und das Architekturbüro Reisser (Ludwigsburg) noch um das Überfahrtsrecht zur Villa streiten, kann Frank dort noch nicht loslegen. "Ich sitze zwischen den Stühlen", erklärt der Geschäftsführer im BT-Gespräch. Reisser hat von Buhné das angrenzende, rund 30000 Quadratmeter große ehemalige Schwesternheimareal erworben - allerdings ohne die Villa Luise. Diese möchte nun Bernd Frank modernisieren und das Haus mit zwölf bis 15 Einzelwohnungen (zwei bis drei Zimmer) bestücken. Dafür hat er eine entsprechende Umnutzung beantragt. Bauliche Veränderungen außen am Bauwerk werde es nicht geben, betont Frank: "Der Stil der Villa, die prägnante Architektur, bleibt erhalten."

Der Immobilien-Experte sitzt beim Projekt in Scheuern auf heißen Kohlen: Die Projektentwicklung sei fast fertig, "ich will loslegen und warte darauf, dass Reisser und Buhné sich einigen". Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage der Zufahrt und der benötigten Stellplätze für die Villa Luise. Diesbezüglich befinde er sich in guten Gesprächen mit dem städtischen Bauamt: "Eine Lösung ist in Sicht", so Frank.

Der Geschäftsführer lobt die "gute, konstruktive Zusammenarbeit" mit der Stadt Gernsbach. Vom Rathaus habe er stets positive Resonanz erfahren, wenn er mit Sanierungsideen vorstellig geworden ist. Beim Projekt Bleichstraße 31 bis 35 (ehemalige Verwaltungsgebäude von Katz& Klumpp) habe man in Gernsbach einen positiven Start hingelegt, der bei der denkmalgerechten Sanierung des Hauses Bleichstraße 5 (ehemals Leder-Fischer) fortgesetzt werde. Dort entstehen aktuell acht Wohnungen und ein Büro. Alle Einheiten seien längst verkauft, verweist Frank auf das große Interesse an den denkmalgeschützten Immobilien in Gernsbach. In dieser Woche sei die Dachsanierung fertig geworden, inklusive der 14 Gauben, die vom Denkmalamt gefordert wurden. "Ich bin zuversichtlich, dass der Bau im Februar/März komplett abgeschlossen werden kann", nennt Frank die Zeitschiene.

So konkret kann er bei der Villa Luise nicht werden, betont aber: "Wenn ich morgen das Überfahrtsrecht habe, dann bin ich in 24 Monaten fertig." Die Substanz der lange leerstehenden Villa sei trocken, "es bedarf aber einiger Roh- und Trockenbauarbeiten, um sie wieder in einen standesgemäßen Zustand zurückversetzen zu können". Denkbar kritisch sei hingegen der Zustand der Wandelhalle. Auch die "wollen wir reaktivieren und instand setzen", kündigt Frank an. Um dem Abriss zuvorzukommen, müsse aber bald etwas getan werden.

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