"Wo ist Bahnhof Rotenfels?"

'Wo ist Bahnhof Rotenfels?'

Murgtal (vgk/tom) - Der Pendler aus Gaggenau traute gestern seinen Ohren nicht, als er um 8.34 am Gaggenauer Bahnhof in den KVV-Bus Richtung Rastatt stieg: "Wo ist Bahnhof Rotenfels?", habe ihn der Fahrer gefragt. Mit Schienenersatzbussen müssen Stadtbahnfahrer noch bis einschließlich Montag, 4.45 Uhr, im Murgtal zwischen Gernsbach und Rastatt unterwegs sein. Denn seit Dienstagfrüh werden an mehreren Stellen Gleisarbeiten ausgeführt. Die Karlsruher Verkehrsbetriebe berichten von einen weitgehend reibungslosen Ablauf.

Dies mag auch an der jungen Dame gelegen haben, die vom Gaggenauer Bahnhof aus den ortsunkundigen Busfahrer zu den Haltestellen auf dem Weg zum Rastatter Bahnhof lotste. Dort hatten die Fahrgäste dann wieder Anschluss an den regulären Bahnverkehr. Ein Kompliment hatte der Gaggenauer Pendler immerhin für den KVV übrig: "Zum Glück machen die das in den Osterferien, sonst würde wohl das totale Chaos ausbrechen."

Auf BT-Anfrage sagte gestern Sarah Fricke von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG): "Bei solchen Umleitungen kann es zu Beginn zu Anlaufschwierigkeiten kommen. Das tut uns leid. Die ausführenden Busunternehmen haben im Vorfeld Fahrwegskizzen von der AVG erhalten, auf denen alle Wege und die Haltestellen genau aufgezeigt werden. Damit haben sie ihre Mitarbeiter geschult. Wir haben heute Morgen Kontakt aufgenommen und um Nachbesserung gebeten."

In zwei Schichten

bis in die Nacht

Die Bauarbeiten seien in der Nacht zum heutigen Dienstag gut angelaufen. "Das Wetter ist perfekt dafür", freut sich Fricke. Beim Einrichten der Baustelle in Gaggenau sei man auf die Nacht ausgewichen, weil es am Tag gerade im Bereich der Bahnübergänge mit den großen Radladern sehr voll werde.

Die meisten Nutzer der Bahn, nach dem langen Osterwochenende, nahmen gestern Morgen das Umsteigen in die Busse gelassen hin. Unmut regte sich aber auch, weil zumindest am Gernsbacher Bahnhof kein Hinweis zu finden war, wo der von der AVG organisierte Schienenersatzverkehr die Fahrgäste aufnimmt, weshalb einige ihre Weiterfahrt verpassten.

Im Bahnhofsbereich werden noch bis Montag auf einer Strecke von 250 Metern die alten Holzschwellen gegen Betonschwellen ausgetauscht. Der Gleisbereich 1 im Bahnhof wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der Zugang zum Bahnhof Gernsbach kann während der Sperrung nur über die Schwarzwaldstraße erfolgen. Gearbeitet wird in zwei Schichten von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends - von Samstag auf Sonntag auch eventuell nachts. "Am Sonntagabend müssen wir soweit fertig sein", erklärt Klaus Dieterle, der Werkmeister von der AVG.

Beim Bahnhof Gaggenau werden Weichenschwellen erneuert. Der Bahnübergang Friedrich-Ebert-Straße wird deshalb noch bis voraussichtlich 5. Mai gesperrt sein. Auch beim Benzwerk werden Bahnschwellen ausgetauscht.

In Gaggenau wie auch in Gernsbach sind bis zu zwölf Gleisbauer zeitgleich im Einsatz. Diese sind aktuell noch mit dem Ausbau der Schienen auf den Schwellen beschäftigt. Nach dem Verlegen der neuen Betonschwellen beginnt das Prozedere von Neuem. Zunächst werden die Gleise darauf befestigt. Ganz zum Schluss kommt die Schotterung obendrauf, ein echter Knochenjob.

Für eine Auszubildende aus Weisenbach-Au kam es gestern Morgen besonders dick. Sie versäumte nicht nur wegen geänderter Abfahrtszeiten die Bahn nach Gernsbach, sondern auch den Ersatzbus nach Rastatt. Denn die Busse halten dieses Mal nicht wie gewöhnlich vor dem Bahnhofsgebäude, sondern dahinter - in der Schwarzwaldstraße. Wie fast alle der Mitreisenden wartete die 17-Jährige auf den Bus vor dem Gebäude, bis von irgendwoher die richtige Information kam.

Auch eine ältere Dame, auf dem Weg nach Ottenau zu ihrer Arbeitsstelle, zeigte sich nicht besonders glücklich. "Ich dachte, die Busse fahren öfter." Doch ihr Arbeitgeber wisse Bescheid, dass sie zu spät kommen werde .

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