Kompakt, schnell, effizient

Kompakt, schnell, effizient

Gernsbach (stj) - Als erste Feuerwehr im Landkreis Rastatt verfügt man in Gernsbach jetzt über eine kompakte Schlauchpflege- und Prüfanlage. Mit dieser modernen Anlage, die sich im Untergeschoss der Feuerwache in der Josef-Haas-Straße befindet, können benutzte Schläuche nach Einsätzen gereinigt, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend geprüft, getrocknet und automatisch gewickelt werden.

Damit "ist unsere Gernsbacher Feuerwehr wieder für die kommenden Jahre bestens gerüstet", freute sich Bürgermeister Julian Christ gestern bei der offiziellen Übergabe: "Durch den höheren Reinigungsdruck wird erheblich weniger Wasser verbraucht, unsere Ressourcen geschont und der Schlauchdurchsatz von zwei auf bis zu 15 Schläuche pro Stunde erhöht."

Diese technischen Details bestätigten Kommandant Volker Steimer und der hauptamtliche Gerätewart Dominic Linderer bei der praktischen Vorführung der Anlage. War es früher sehr aufwendig für die Kameraden, die Schläuche nach einem Einsatz zu reinigen und auf etwaige Schäden zu überprüfen, bedeute diese Anschaffung eine erhebliche Erleichterung der Arbeit. Immerhin hat die Gernsbacher Feuerwehr laut Steimer abteilungsübergreifend circa bis zu 2 000 Schläuche aller Größen im Einsatz. Diese im Schlauchturm trocken zu bekommen - vor allem bei nasskalter Witterung und bei mehreren Einsätzen - hat oft viel Zeit in Anspruch genommen: "Mehr als eine Stunde pro Schlauch", sagte der Kommandant und verwies auf die bisherigen drei Arbeitsschritte, die nun mit der Anlage, die vom hauptamtlichen Gerätewart bedient wird, auf einen reduziert wurden. Zudem werden die Schläuche allesamt mit einem Barcode versehen und digitalisiert: In der Datenbank werden dann automatisch die Ergebnisse der jeweiligen Prüfung hinterlegt.

Interkommunale



Zusammenarbeit

Da die alte Anlage, wenn man sie so nennen will, aus dem Jahr 1973 stammte, war es höchste Zeit, entsprechendes Geld in die Hand zu nehmen, betonte Steimer. 66 000 Euro waren erforderlich, von denen 40 000 Euro im Rahmen einer Projektförderung vom Landkreis Rastatt bereitgestellt wurden.

In ehrenamtlicher Arbeit haben die Gernsbacher Feuerwehrangehörigen die baulichen und elektrischen Voraussetzungen geschaffen, um die Anlage installieren zu können. Von dieser profitieren nicht nur sämtliche Abteilungen der Gernsbacher Wehr, sondern auch die der Nachbarkommunen Loffenau, Weisenbach und die Werksfeuerwehren (gegen Kostenersatz) sowie die Städtischen Einrichtungen (Wasserwerk, Schwimmbäder, Bauhof), die ihre Schläuche in der zentralen Schlauchwerkstatt in der Joseph-Haas-Straße prüfen und reinigen lassen können.

"Mir ist wichtig, dass wir unserer Feuerwehr, die ein herausragendes Engagement an den Tag legt, auch entsprechendes Equipment zur Verfügung stellen", betonte Bürgermeister Christ. Dies sei mit der alten Reinigungsanlage nicht mehr der Fall gewesen. Die Schläuche sind bei Einsätzen erheblichen Belastungen und Umwelteinflüssen ausgesetzt (etwa Straßenschmutz, Ruß oder Giftstoffe). Regelmäßige Druckprüfungen sind gesetzlich vorgeschrieben, erklärte Steimer, weil nur so sichergestellt werden könne, dass der Schlauch den Beanspruchungen des nächsten Einsatzes standhält. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass der Schlauch Leckagen aufweist und im schlimmsten Fall platzt. Durch den hohen Druck während des Prüfens werde zugleich die sich im Schlauchgewebe befindliche Restfeuchte herausgedrückt.

Die Druckprüfung ist damit auch ein Teil des Trocknungsvorgangs. Nach der Druckprüfung wird der Schlauch automatisch entwässert und gewickelt. Dann kann er entnommen werden und ist wieder einsatzbereit.

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