Wenn die Fahrzeug-Elektronik plötzlich ausfällt

Wenn die Fahrzeug-Elektronik plötzlich ausfällt

Von Cornelia Hecker-Stock

Gaggenau - Zwei rätselhafte Elektronikausfälle, konzentriert auf ein paar Quadratmeter mitten im Herzen von Gaggenau, beschäftigen derzeit einige Gemüter. Dass es dafür bisher keine rationale Erklärung gibt, lässt die ganze Geschichte noch mysteriöser erscheinen.

Was ist passiert? Kürzlich parkte ein Kunde einen kurzen Moment vor der Bäckerei an der Ecke August-Schneider-Straße/Friedrich-Ebert-Straße. Als er seinen Einkauf in den Kofferraum laden wollte, ließ sich dieser mit dem elektronischen Drücker nicht mehr öffnen. Hilfe kam von einem Motorradfahrer: Er riet ihm, durch die glücklicherweise noch offene Fahrertür sein Fahrzeug etwas nach vorne zu schieben - wo die Elektronik tatsächlich wieder funktionierte. Sein Wissen hatte der Biker aus eigenem Erleben. Denn wenige Tage zuvor war er in einer Gruppe von zwölf Motorrädern unterwegs. An just derselben Ampel vor der Bäckerei gaben zehn der Maschinen den Geist auf und der Anlasser reagierte nicht mehr. Auch hier war nach dem Anschieben einige Meter weiter vorne der Spuk wieder vorbei.

Seitens der Stadtverwaltung zeigt man sich auf BT-Nachfrage ratlos. Eine erste Vermutung in Zusammenhang mit der unmittelbar daneben liegenden Baustelle der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ließ sich nicht bestätigen. Denn die Arbeiten an Stadtbahngleisen und Bahnübergang haben erst Ende April begonnen, während sich die Vorfälle zwischen dem 10. und 16. April ereigneten.

Eine Nachfrage der städtischen Pressestelle bei der AVG führte auch dort nur zu Schulterzucken. Da keine weiteren Beschwerden über ähnliche Vorfälle eingegangen sind, sieht sich die Stadt nicht in der Lage, eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Der betroffene Autofahrer aber fragt sich: Was wäre gewesen, wenn ihn der Biker nicht vom Café aus beobachtet und bereitwillig geholfen hätte? Der überrumpelte Fahrzeughalter hätte wohl einen Abschleppdienst bestellt und wäre auf den Kosten sitzen geblieben.

Von dem Fahrzeughalter auf die Geschehnisse aufmerksam gemacht, plant der Kfz-Sachverständige Wolfgang Steiner Messungen in diesem Bereich, die sich jedoch noch eine Weile hinziehen können. Doch ohne fundierte Messergebnisse sind Spekulationen, die jetzt schon bei Beobachtern der Szenen ins Kraut schießen, Tür und Tor geöffnet. So steht die Vermutung eines erhöhten Elektrosmogfeldes im Raum. Belege dafür gibt es bisher jedoch in keiner Weise - aber eine Garantie, dass sich das rätselhafte Szenario nicht wiederholen wird, gibt es eben auch nicht.

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