Schluss ist erst nach Mitternacht

Schluss ist erst nach Mitternacht

Weisenbach (ueb) - Ein kleiner Hauch von Oktoberfest wehte am Wochenende durch die Weisenbacher Gaisbachstraße. Von allem war etwas da. Weder fehlten ein Festzelt zum Reden und Genießen, noch die Musik, der Fassanstich mit anschließendem Freibier, Vergnügen für die Jüngsten sowie für die Erwachsenen Gelegenheiten zum Schlemmen, Staunen und auch Kaufen. Zahlreiche Dirndlträgerinnen hatten sich unter die Besucher gemischt, ebenso Prominenz wie Landrat Toni Huber, ohne Berührungsängste zu "seinen" Weisenbachern.

Was das erstmals im Künstlerhaus Rossmeisl veranstaltete Fest vom bayerischen vor allem unterschied, waren die Hüte mit den roten Bollen darauf: Schwarzwald eben. Und mittendrin, selbst im Dirndl, stets nach dem Rechten schauend, immer geduldig zuhörend und in Gespräche verwickelt Hausherrin Senja Haitz, die bekannte: "Ich liebe unseren Schwarzwald und das Bollenhut-Thema."

Dass Haitz nicht allein im stillen Kämmerchen schon seit Jahren ihre kreativen Ideen verwirklicht, war für Daniel Retsch, den designierten Weisenbacher Bürgermeister, am Sonntag ein Grund für eine kleine Begrüßungsrede. "Als ich erstmals das Künstlerhaus, mit Herzblut eingerichtet, betrat, erwartete mich eine komplett andere Welt."

Er würdigte das Engagement der Hobby-Künstlerin für die Gemeinde. Neben Workshops für Kinder und Erwachsene seien das Ideen zum Teambuilding für Firmen, Kindergeburtstagsfeiern, Ferienprogramm für Schüler, Ausstellungen eigener Werke und befreundeter Künstlerkollegen und die Beteiligung an Straßenfesten. Da blieb Haitz nur übrig, sich bei ihm und allen, die zum Gelingen des Festes beitrugen, zu bedanken.

Dem folgte ihre Aufforderung: "Wer Lust hat, kann bleiben, und das bis zum Schluss." Schluss war am Samstag erst nach Mitternacht, da die Programmpunkte vielfältig waren und den Geschmack der Festbesucher trafen. In den Nachmittagsstunden begeisterte der Weisenbacher Schulchor unter Leitung von Claudia Mnich sein Publikum, etwas später war es die Gitarrenmusik von Moritz Eichin, die zum Bleiben veranlasste.

Für die richtige Sonntagnachmittags-Stimmung sorgte der Auftritt der elf Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren der Ballettgruppe des Forbacher Turnvereins. Die Leitung hatte Yuliya Keck, das Thema lautete passenderweise "Liebe kleine Schwarzwaldmarie".

Die jüngsten der Besucher bewunderten am Stand des "Eventzauberers" Figuren aus geknoteten und verschlungenen Luftballonschläuchen. Für die Erwachsenen blieb genügend Zeit, sich bei Speis und Trank zu unterhalten.

Vor allem aber war es eine gute Gelegenheit, im Hausinneren gleich mehrere Handwerksstände zu besuchen. Michaela Sparna aus Gernsbach bot Töpferkunst zum Verkauf an, Doris Feichtenbeiner aus Gaggenau hat sich der Kunst des Nass-Filzens verschrieben, Claudia Muly aus Offenburg und die Gernsbacherin Rosi Gillen machen aus Stoffen Schönes, Nützliches und Dekoratives. "Für uns große Mädels", wie Muly augenzwinkernd betonte. Auch waren Bollen-Mützen zu entdecken. Tanja Buchwald setzte an ihrem Verkaufsstand auf "klein, aber fein". Sie bedauerte, dass am Sonntag dank vieler Interessenten am Vortag ihr Angebot an Pralinen, Baumkuchen und Marmeladen auf ein Minimum geschrumpft war. Keinesfalls zu vergessen sind die vielfältigen Exponate der Hausherrin, die ihrem künstlerischen Motto "Tradition trifft auf Moderne" immer wieder neue Facetten verleiht.

Weitere Veranstaltungen im Weisenbacher Künstlerhaus Rossmeisl stehen längst auf dem Terminplan. Am Freitag, 8. November, wird der Engländer Johnny Armstrong einen schon ausverkauften selbstironischen Comedy-Abend unter dem Motto "Gnadenlos" (auf Deutsch) mit schrägem, britischem Humor gestalten. Für das Konzert "Hautnah" des irisch-kanadischen Singers und Songwriters Morgan Finlay am Samstag. 16. November, sind noch Restkarten unter (01 70) 7 83 68 46 zu haben. Informationen über Senja Haitz und ihr Künstlerhaus Rossmeisl gibt es unter www.einmalige-pinselstriche.de

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