Neuer Anlauf für Solaranlage auf früherer Deponie?

Neuer Anlauf für Solaranlage auf früherer Deponie?

Gaggenau (uj) - "Verlangen kann man es nicht", sagte Oberbürgermeister Christof Florus. "Aber eine Antwort kann man geben." Mi diesen Worten reagierte das Stadtoberhaupt auf Anfragen von Gerd Pfrommer (SPD) und Rosalinde Balzer (CDU) bezüglich möglicher Solaranlagen auf dem ehemaligen Deponiegelände in Oberweier.

Pfrommer wollte wissen, ob man ältere Überlegungen zu diesem Thema nicht wieder aufgreifen könnte, auf der stillgelegten Deponie einen Solarpark zu errichten. Rosalinde Balzer habe diesbezüglich schon mehrere Anläufe unternommen. Es habe aber immer Ablehnung gegeben - es sei aber nie konkret dargelegt worden, warum.

Seit 2005 seien im Ortschaftsrat Oberweier mehrfach Anfragen zu Solaranlagen gestellt worden, ergänzte Balzer, insbesondere im Zusammenhang mit dem Regionalplan. 2008 sei dem Ortschaftsrat mitgeteilt worden, dass Solaranlagen wegen der Folie, mit der der Deponiekörper abgedeckt wurde, nicht möglich seien. Im Jahr 2013 war der Erste Landesbeamte des Landkreises, Jörg Peter, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, vor Ort auf der Deponie gewesen. Seinerzeit sei erneut die Frage gestellt worden, ob es nach heutigen Erkenntnissen nicht doch möglich sei, einen Solarpark auf dem Deponiekörper zu installieren.

"Bis heute hat es von ihm keine Antwort gegeben", monierte Balzer. In einem Schreiben an OB Florus bemerkt die Kommunalpolitikerin unter anderem: "Meiner Meinung nach könnte so die Stadt Gaggenau sehr viel zu erneuerbaren Energien beitragen. Auch ist es meiner Meinung nach sinnvoller eine Photovoltaikanlage auf dem Deponiekörper an zu bringen, statt gesunden Wald abzuholzen." Für ein Windrad werde etwa zwei Hektar Wald benötigt, zusätzlich dazu noch die Zufahrtswege. "So könnten wir die Sonnenenergie nutzen und brauchen keinen Klimanotstand ausrufen", schreibt Balzer.

Sie verwies bereits im Jahr 2013 darauf, dass zum Beispiel in Rheinland-Pfalz auf stillgelegten Deponien Solarparks errichtet werden dürften. Im Vergleich zu früheren Jahren sei die Deponie in Oberweier inzwischen stillgelegt. Das Gelände werde als Entsorgungsanlage genutzt. Die gesamte ehemalige Deponie in Oberweier habe eine Fläche von etwa zwölf Hektar. Etwa ein Drittel komme für einen Solarpark in Frage, meint Balzer. Dagegen hatte der damalige kaufmännische Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Gerhard Kohler, im April 2007 erklärt: "Die Besonderheit der Deponie liegt darin, dass sie schon endabgedichtet ist." Dabei werde auf eine Kombiabdichtung aus Folie und einer darüber gelagerten Erdschicht zurückgegriffen. "Die Folie darf auf keinen Fall beschädigt werden", sagte Kohler und verwies auf das Hauptproblem: Die etwa 90 Zentimeter dicke Erdschicht sei nicht dazu geeignet, auf ihr Solarmodulträger zu installieren.

Realisierung weiter in den Sternen

In seiner Antwort auf das Schreiben von Balzer an OB Florus betont Stadtwerkechef Paul Schreiner, ihm lägen nach wie vor keine Erkenntnisse vor, die die Realisierung einer PV-Anlage auf dem Deponiekörper ermöglichten. Seitens des Deponiebetreibers habe es mehrere Untersuchungen, auch externe, zu einer Realisierung einer PV-Anlage gegeben. Keiner dieser Versuche habe jedoch zu einer Realisierung geführt, "weswegen unsererseits nach wir vor davon ausgegangen werden muss, dass die baulichen Limitierungen der Deponieabdichtung dem Bau einer PV-Anlage auf dem Deponiekörper entgegenstehen".

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