Konzept soll zukunftsweisende Planung ermöglichen

Konzept soll zukunftsweisende Planung ermöglichen

Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Auf den sieben Friedhöfen der Stadt Gernsbach gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Voraussetzungen für Bestattungen, beeinflusst von der Topografie des jeweiligen Geländes. Der Ortschaftsrat Obertsrot beschloss bei seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig, den Gemeinderat aufzufordern, ein Entwicklungskonzept zur Schaffung moderner Bestattungsformen auf den Gernsbacher Begräbnisstätten zu erarbeiten. Die dafür notwendigen Mittel sollen im Haushalt 2020 eingestellt werden.

In den 1990er Jahren wurde in den Ortschaftsräten und im Gemeinderat noch über mögliche Erweiterungen von Friedhöfen im Stadtgebiet diskutiert. Doch der Trend weg von der Erdbestattung hin zu Urnengräbern und alternativen Beisetzungsformen (Seebestattung oder Friedwald) haben Lücken in die Friedhofsflächen gerissen. Die meisten der Gottesäcker im Einzugsgebiet der Stadt werden zwischenzeitig von großen Rasenflächen zwischen den Grabreihen dominiert.

Dies veranlasste eine Bürgerin im Rahmen der Bürgerfragestunde nachzufragen: Wann es denn mit der Gestaltung der freien Flächen auf dem Hilpertsauer Friedhof weitergehe? Dort wurden vor nicht allzu langer Zeit die Hecken zwischen den Gräbern entfernt, auch um den Pflegeaufwand zu reduzieren. Aktuell werde nichts gemacht, das Konzept müsse noch entwickelt werden, antwortete darauf Ortsvorsteher Walter Schmeiser.

Für eine sinnvolle Entwicklung einer Bestattungsstruktur, angepasst auf jeden Friedhof, sei es erforderlich, die Bestandssituation genau zu erfassen und auf Basis dieser Unterlagen eine zukunftsweisende Planung aufzustellen. "Darin sollen auch andere und neue Formen der Bestattung aufgenommen werden", heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Ein qualifiziertes, erfahrenes Büro soll eingeschaltet werden, das gemeinsam mit der Verwaltung den Istzustand dokumentiert und für jeden Friedhof eine Planung erstellt. Der Gemeinderat soll damit in die Lage versetzt werden, die Friedhofsatzung entsprechend anzupassen oder zu ergänzen.

"Es ist ein heikles und sensibles Thema", führte Schmeiser aus. Doch er möchte nichts ausgeklammert sehen. Man könne in diesem Zusammenhang auch darüber nachdenken, ob für die beiden Gernsbacher Teilorte noch zwei Friedhöfe benötigt werden. Es gebe auch nur eine Kirche. Ebenso schließt er die Schaffung eines Friedwalds, Baumbestattungen, teilanonyme Bestattungsformen (wie auf dem evangelischen Friedhof in Gernsbach) nicht aus. Schmeiser plädierte für eine offene Diskussion. Er fügte ergänzend hinzu, dass laut Eingemeindungsvertrag Obertsrot und Hilpertsau in puncto Friedhöfe Entscheidungsfreiheit haben.

"Wir müssen uns des Themas annehmen", bestätigte Ortschafts- und Gemeinderat Uwe Meyer (FBVG). Ortschaftsrätin Heidemarie Fellmoser (SPD) forderte, trotz des aktuellen Trends Erdbestattungen nicht aus den Augen zu verlieren. Diese könnten auch mit Pflege angeboten werden.

Thomas Gelszeit (FBVG) könnte sich auch eine Vorgehensweise wie bei Kriegsgräbern oder - wie in den USA üblich - ausschließlich mit Rasenflächen vorstellen. Zudem brachte er einen Ökofriedhof ins Gespräch. Es wäre ferner sinnvoll, auch die örtlichen Bestatter einzubeziehen.

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