Kelterplatz: "Wir wollen maximale Aufenthaltsqualität"

Kelterplatz: 'Wir wollen maximale Aufenthaltsqualität'

Von Stephan Juch

Gernsbach - Drei Varianten standen für die zukünftige Entwicklung des Kelterplatzes zur Auswahl. Dabei handelte es sich freilich erst um Entwürfe, über die der Gemeinderat am Montag zu befinden hatte. Dennoch war es eine Richtungsentscheidung, die vor allem eine Frage zu beantworten hatte: Mehr oder weniger oberirdische Parkplätze? Die Entscheidung fiel mit zwölf zu neun für weniger Stellflächen aus, sechs Gemeinderäte (allesamt CDU) enthielten sich der Stimme.

"Wir wollen maximale Aufenthaltsqualität", betonte Bürgermeister Julian Christ. Zusammen mit der Volksbank, die bekanntlich ihre Filiale zwischen der Bleichstraße und dem Kelterplatz neu bauen will, befinde man sich in guten Verhandlungen was die Tiefgarage anbelangt. Man versuche, so viele Stellplätze wie möglich unter die Erde zu bekommen, um oben Platz zu schaffen für möglichst viel Grün.

Diesbezüglich hatte Christ jüngst auch entsprechende Signale von Vertretern des Wirtschaftsministeriums aus Stuttgart und des Regierungspräsidiums Karlsruhe erhalten, die bei einem Vor-Ort-Termin zum Salmenplatz sagten: "So etwas möchten wir künftig nicht mehr fördern." Und zum Kelterplatz hieß es in Richtung der Verwaltungsspitze: "Oh, da haben Sie aber noch viel zu tun." Auch deshalb machte sich der Schultes für die Variante mit den wenigsten oberirdischen Stellplätzen stark, um "die Fehler vom Salmenplatz nicht zu wiederholen".

Das stieß bei den Freien Bürgern auf Skepsis. "Wir sind im ländlichen Raum und die Leute nehmen das Auto", argumentierte Uwe Meyer: Daran werde sich wohl so schnell nichts ändern, auch weil der Öffentliche Personennahverkehr nicht attraktiv genug sei. Der Fraktionschef verwies auf derzeit 88 Parkplätze auf Salmen- und Kelterplatz, die jetzt in Stoßzeiten schon kaum ausreichten. Seine Fraktionskollegin Sabine Katz bestätigte das: "Die Gewerbetreibenden wollen sicher auch die größtmögliche Aufenthaltsqualität, aber die Parkplatz-Problematik lässt sich ja nicht wegdiskutieren, und die Quantität der Stellplätze unter der Erde ist begrenzt." Zu guter Letzt mahnte auch Steffen Fetzner, dass "wir es mit den unterirdischen Stellplätzen nicht übertreiben sollten", zumal eine Tiefgarage in dem Bereich aufgrund der Hochwassergefahr auf die teuerste Art gebaut werden müsse. "Oberirdische Stellplätze kann man problemlos wieder zurückbauen", sollte man sie irgendwann nicht mehr benötigen, ergänzte Fetzner.

Dr. Ernst-Dieter Voigt (AfD) sah die Sache entspannter: "Der Unterschied zwischen Variante eins und Variante zwei beträgt acht Parkplätze!" Auch die Grünen konnten die Argumentation der Freien Bürger nicht nachvollziehen: "Die Aufenthaltsqualität ist größer, je weniger Autos da sind", erklärte Stefan Krieg. Und Dr. Irene Schneid-Horn (SPD) ergänzte: "Wir haben beim Salmenplatz dem Parken Priorität eingeräumt. Jetzt bietet sich die Chance, das ein Stück weit zurechtzurücken." Das sahen auch die CDU-Vertreter so, auch wenn sie sich ein Gesamtkonzept für den Bereich vom Kelterplatz bis zur Post gewünscht hätten, weshalb sie sich am Ende bei der Abstimmung enthielten.

Die Parkplatzdiskussion drängte die restliche Gestaltung des Areals am Montag etwas in den Hintergrund. Sie sieht den Neubau des Hauses Olinger (Salmengasse 3) und der Volksbank als zentrale Elemente vor. Ein kleiner Platz schräg gegenüber vom "Grammophon", ein Spielplatz am hinteren Bereich des Kelterhochhauses und weitere grüne Gestaltungselemente sollen den Bereich aufwerten.

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