Vier Pflegeklassen für mehr Natur in der Stadt

Vier Pflegeklassen für mehr Natur in der Stadt

Gaggenau (stn) - 645 700 Quadratmeter Grünfläche werden von den Mitarbeitern der Stadt gepflegt. Dazu kommen 600 000 Quadratmeter unbebaute Grundstücke. Am Montagabend stellte Elke Henschel von der Abteilung Umwelt dem Gemeinderat das Pflege- und Entwicklungskonzept vor. Das Gremium stimmte einstimmig zu.

Die Eingruppierung der Grün- und Vegetationsflächen in Pflegeklassen wurde erstmals im Mai 2018 präsentiert. Der Gemeinderat erteilte der Verwaltung den Auftrag, vor einem endgültigen Beschluss die Flächenabgrenzung mit den Ortsgremien abzustimmen.

Technische Betriebe und Umweltabteilung stellten daraufhin in den Ortschaftsratssitzungen die Eingruppierungsvorschläge vor. Alle Gremien stimmten der Vorlage zu. Da Bad Rotenfels und Ottenau sowie die Kernstadt nicht über separate Ortsgremien verfügen, wurde den Stadträten aus diesen Stadtteilen die Planung in einer eigens angesetzten Sitzung vorgestellt.

Ziel dieses Konzepts: Die Biodiversität im Siedlungsbereich soll aufgewertet werden. Hintergrund ist der Beitritt zum Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" im Februar 2016. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen. Es stärkt die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen. Vision des Bündnisses: grüne Kommunen als hochwertiger Lebensraum für Menschen,

Nun wurden vier Pflegeklassen entwickelt. Die schrittweise Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung des gewünschten oder geforderten optischen Erscheinungsbilds sowie der ökologischen Bedeutung.

Pflegeklasse 1: hochwertige, intensive Unterhaltung, hoher Anspruch an die Ästhetik. So wird beispielsweise der Rasen bis zu zwölfmal gemäht; es ist ein Wechselflor geplant. Drei- bis viermal pro Jahr wird Unkraut entfernt. Regelmäßige Müllentsorgung sowie Streichen von Sitzbänken einmal im Jahr gehören ebenso dazu. Zu diesen "intensiven" Pflegebereichen zählen beispielsweise Murguferanlage, Blumenschmuck an Brücken über die Murg oder auch Pflanzbeete bei öffentlichen Gebäuden und Ortseingänge mit Wechselflor.

Pflegeklasse 2: gute, fachliche gärtnerische Unterhaltung, wo zwar kein Wechselflor vorgesehen ist, dennoch mehrfache Rasenpflege, Unkrautentfernung und Müllentsorgung. Beispiele sind Kinderspielplätze, Friedhöfe, Stadtpark oder Straßenbegleitgrün. Auch Verkehrsinseln und Ortseinfahrten entfallen auf die Pflegeklasse 2; Schulen werden ebenfalls in Anlehnung an Pflegeklasse 2 unterhalten.

Pflegeklasse 3 konzentriert sich auf den Erhalt des Zustandes und richtet sich nach dem Minimalprinzip: extensive Unterhaltung auf großen Flächen mit verhältnismäßig geringem Aufwand. In diese Klasse fallen unbebaute Grundstücke im Siedlungsbereich und Wiesen ohne Nutzung und Wegränder.

Pflegeklasse 4: naturnahe Pflege, wie bei der Wiese vor dem Friedhof Ottenau und auf dem alten Friedhof in Sulzbach, bei den Blumenwiesen im Kurpark, den Wiesen im Birkig oder im Unimog-Garten.

Bei den Pflegeklassen nicht berücksichtigt sind Ausgleichsflächen, Feldwege, Straßenbankette und Gewässer.

Die Grünpflege der Rasen- und Wiesenflächen soll jetzt schrittweise in ausgewählten Abschnitten als naturnahe Pflege ausgeführt werden, erklärte Henschel. Dazu wurden mit der Stadtgärtnerei Arbeitsabläufe und Arbeitsweisen besprochen sowie Pflegepläne für Musterflächen erstellt.

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