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Bunte Tupfer gegen das Grau
12.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Daniel Melcher

Rastatt - Tausende Narren haben gestern bei den traditionellen Fastnachtsumzügen in Rastatt, Au am Rhein und Iffezheim gegen die trübe Witterung angetanzt und dem grauen Wettertief wieder viele farbige Gegenpole und Stimmungshochs entgegengesetzt.

Zum 53. Mal zog in der Barockstadt unter Regie der Großen Karnevalsgesellschaft (GroKaGe) ein närrischer Korso durch die Innenstadt, etwa 60 Gruppen zählte er dieses Mal - eine bunte Mischung aus karnevalistischen Gruppen, Hästrägern, Musikgruppen und Wagen. Da wummerten die Partybeats, schmetterten die Guggemusik- und Blaskapellen, rätschten die Hexen und drohten die Konfettiduschen. Überhaupt: Allerlei Tier- und Fantasiegestalten prägten wieder einmal auf und an der Strecke das Bild in Rastatt. Von bedrohlich grünem Hexenrauch aus dunkler Holzhütte über das Dschungelcamp der Partykanonen Kuppenheim bis hin zu den Rieder Jungspunden, die als Klinikteam dem Motto "Feiern, bis der Arzt kommt" frönten, reichte das Spektrum der Beiträge, das von den Prunkwägen der Fastnachtsgesellschaften abgerundet wurde.

Dass die Narrenparade eine schöne Gelegenheit sei zu demonstrieren, dass aktive Bürger eine lebendige Stadt ausmachen, hatte der Rastatter GroKaGe-Umzugskomitee-Chef Jochen Fuchs zuvor beim Empfang für die Umzugsteilnehmer und Unterstützer im Rathausfoyer festgestellt. Und diese mögen es offensichtlich politikfrei. Seitenhiebe mit Lokalkolorit, wie sie etwa Themen wie die Tunnelhavarie, das Kombibad oder die Baustellenhäufung hätten bieten können, blieben beim Umzug komplett aus, der sich dieses Mal vom Hilberthof aus - baustellenbedingt - über Herren- und Schlossstraße auf Marktplatz und Kaiserstraße schlängelte. Dort moderierten von hoher Bühnenwarte aus wieder Mathias Dorsner und Markus Lang das Geschehen.

Nachdem der Wagen der GroKaGe gegen 16 Uhr traditionell als letzter durch die "Ziellinie" ging, setzte zwischen Rathaus und Stadtkirche zum 18. Mal das Narrendorf den ausgelassenen Schlusspunkt. Rund um die Bühne auf dem Marktplatz ging die Party nach dem Umzug mit DJ-, Gugge- und Schlagermusik weiter. Begonnen hatte das närrische Treiben in der Barockstadt bereits um 9.30 Uhr mit einer Narrenmesse in der Stadtkirche St. Alexander.

Nach wie vor, so betonte Jochen Fuchs, werde der Fastnachtsumzug rein ehrenamtlich organisiert - und das soll sich auch künftig nicht ändern, den auch in finanzieller Hinsicht schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zum Trotz. Zahlreiche Helfer waren gestern für und rund um die Parade wieder im Einsatz, vom THW über die Feuerwehr, das DRK, den Bauhof, Security- und freiwilliges Kassenpersonal bis hin zum Jugendschutz-HaLT-Team und den Einsatzkräften der Polizei. Für diese ist es wohl relativ ruhig geblieben; Im Präsidium sind bis zum frühen Abend jedenfalls keine besonderen Vorkommnisse rund um die Umzüge in Rastatt, Iffezheim und Au am Rhein bekannt geworden.

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