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Prägendes Joffre-Wahrzeichen bleibt
09.03.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Die klaffende Lücke zerstört den jahrzehntelang gewohnten Anblick. Doch Gerhard Hensel kann beruhigen. "Das wird wieder aussehen wie früher, nur neu", sagt der Projektleiter des Offenburger Bauunternehmens Wacker-Bau über ein Wahrzeichen auf dem Areal der ehemaligen Joffre-Kaserne. Die Turmuhr auf der 1914 errichteten Kommandantur wird in neuem Glanz wiederkommen - ein Symbol für die Zukunft des Quartiers im Dörfel.

In aller Stille werden auf Joffre zwei weitere denkmalgeschützte Gebäude saniert. Nachdem die Falk-Gruppe bereits das ehemalige Kino für Wohnungen und eine Gewerbeeinheit hergerichtet hatte, nimmt sich Wacker-Bau des früheren Stabsgebäudes und des ebenfalls denkmalgeschützten Casinos an. Rund zehn Millionen Euro investiert das Offenburger Unternehmen.

Dass man mit dem Kauf der Denkmäler einen guten Fang gemacht hat, steht für Hensel außer Frage. "Uns werden die Wohnungen förmlich aus der Hand gerissen." Der Eigentümer behält die Wohnungen in der eigenen Hand und vermietet. Im Stabsgebäude haben die ersten Bewohner bereits eine neue Heimstatt gefunden; 43 der 44 Einheiten mit Größen zwischen 50 und 75 Quadratmetern seien vermietet, berichtet Hensel. Das Casino - dort werden 21 Wohnungen mit Flächen zwischen 60 und 85 Quadratmetern untergebracht - soll im Spätsommer bezugsfertig sein.

In Kernsanierung und Umbau habe man einigen "Hirnschmalz" investieren müssen, sagt Hensel. Denn die Denkmalschutzbehörde habe auferlegt, die Grundstruktur der kasernentypischen Räume zu erhalten. Hinzu kamen Herausforderungen wie ein zehn Meter hoher Dachstuhl im Casino und ganz unterschiedliche Bausubstanzen. Herausgekommen sind relativ kleine Wohneinheiten, die aber schwellenlos und altersgerecht umgebaut wurden. Jeweils zwei Fahrstühle und Balkone runden die Modernisierung ab.

Prägendes Merkmal auf dem Dach des Stabsgebäudes wird auch künftig der Turm mit Uhr sein. Der bisherige Aufbau war baufällig und sei "nicht mehr erhaltenswert" gewesen, sagt Hensel. Die Turmuhr hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Vor 15 Jahren stand sie in den Schlagzeilen, weil Diebe das auf einen Wert von 50000 Euro geschätzte Uhrwerk ausgebaut und mitgenommen hatten. Vor fünf Jahren holten Diebe dann die Kupferabdeckung vom Turmdach. "Das gehört zum Gebäude", ist für Hensel unumstritten, den alten Zustand wiederherzustellen. Der Turm wird aus Holz erstellt, er erhält wieder ein Kupferdach und eine Uhr.

Ein weiteres besonderes Überbleibsel aus Joffre-Zeiten wird hingegen nur in Teilen sichtbar bleiben. Während Treppengeländer, Türeinfassungen und Sandsteingewände aufgefrischt an die alten Zeiten erinnern, findet sich für die Fayencen aus der Majolika-Manufaktur im Stabs- und Küchengebäude nur begrenzt Platz. Ein Restaurator hat die Kostbarkeiten eingelagert. Die Kunstwerke bleiben erhalten, werden aber verschalt, berichtet Hensel. Nur ein Exemplar findet einen neuen Platz in einem Flur und bleibt damit zugänglich.

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