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"Mit Hanf die Welt verbessern?"
15.03.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (sawe) - Musikalisch bekannt ist er durch seine bissigen Lieder, als "Der bayerische Rebell" mit seiner Sympathie zu Hanf ist Hans Söllner auch in der deutschen Kinogeschichte verewigt. Der 95-minütige Streifen wird am Sonntag, 18. März, um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im Forum Rastatt und damit erstmals in der Barockstadt gezeigt. Der Vorführung schließt sich ein Filmgespräch um "Hanflegalisierung und Lebensentwürfe" im Foyer an. Thema: "Mit Hanf die Welt verbessern"?

Mit dem Film als Gesprächsgrundlage soll einer ganzen Reihe von Fragen nachgespürt werden: Sollte Hanfkonsum entkriminalisiert werden (wie es derzeit in Deutschland diskutiert wird)? Wie kann ein gesundheitliches Risiko minimiert werden? Was für Strukturen und Möglichkeiten brauchen vor allem junge Menschen, um ihre Lebensentwürfe umsetzen zu können? An dem Gespräch nehmen der Filmemacher Andreas Stiglmayr, Wolfgang Langer und Kai Bayerl von der Fachstelle Sucht Rastatt sowie die Kriminalbeamtin des Referats Prävention, Sonja Hoffmann, teil. Die Organisatoren hoffen auf einen angeregten und spannenden Meinungsaustausch mit den Besuchern.

Andreas Stiglmayr hatte den "bayerischen Rebell" über ein Jahr lang begleitet, wie er im BT-Gespräch erzählt. 2004 erschien sein Film, der bundesweit zu einer der erfolgreichsten künstlerischen Kinodokumentationen avancierte und auch in der Schweiz und in Österreich gezeigt wurde. Stiglmayr ist in Rastatt aufgewachsen und lebt derzeit in Karlsruhe. Er arbeitet seit vielen Jahren als freier Filmemacher und befasst sich "dabei mit Themen, die mir am Herzen liegen und mit denen man sich auseinandersetzen muss". Seine Filme sollen berühren, aufwühlen, zum Nachdenken anregen und - natürlich Diskussionsstoff bieten wie "Der bayerische Rebell", der kein Blatt vor den Mund nimmt. "Der Dokumentarfilm beobachtet den Liedermacher bei seiner Arbeit, versucht Lebenserfahrungen, Weisheiten, Alltag und künstlerische Umsetzung des Rebellen in Verbindung zu setzen - warum kämpft er so rastlos und energisch gegen diesen Staat, warum wird er gehasst wie geliebt, warum scheinen die Fronten zwischen ,staatsfreundlich' und ,mitdenken' so verhärtet?", so Stiglmayer über seine einfühlsame Studie eines Einzelkämpfers. Der Film spreche ein breites Publikum an - Jugendliche, Eltern, Pädagogen. Stiglmayr sieht daher "ein enormes Potenzial für ein spannendes Filmgespräch mit bereichernden Perspektiven".

Das kann auch Wolfgang Langer, Leiter der Fachstelle Sucht, unterstreichen. Der Film zeige, dass es in der Legalisierungs-Debatte keine einfache Lösung gebe. Um diese zu finden, lohne es sich deshalb auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Fachstelle habe naturgemäß eine ablehnende Haltung zum Konsum von Drogen (Ausnahme medizinisches Cannabis, das bei Krankheiten eingesetzt wird). Laut Untersuchungen könne regelmäßiger Cannabis-Konsum bei Jugendlichen im kognitiven Bereich zu Schädigungen führen. Auch könnten gewisse soziale Verhaltensmuster und die Impulskontrolle nachhaltig beeinflusst werden. Eine hohe Wirkstoffmenge wirke sich je nach Organismus dauerhaft nachteilig aus. Die Fachstelle Sucht bietet daher für junge Leute bis 21 einen "Risiko-Check Drogen" an. Die Kurse finden mehrmals jährlich abwechselnd in Rastatt und Baden-Baden statt und sind für die Teilnehmer kostenlos. "Wir wollen die Menschen nicht missionieren, sondern bessere Alternativen aufzeigen", sagt Langer. Es handelt sich dabei um ein zieloffenes Programm, denn die Entscheidung, wohin der Weg führt, fällt der Betroffene am Ende selbst. Als bessere Alternativen zum Drogenkonsum nennt Langer beispielhaft Meditation, Sport, Naturerlebnisse, Musik hören oder zwischenmenschliche Beziehungen.

Nach der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben zehn Prozent der Zwölf- bis 17- Jährigen und 34,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen im Jahr 2016 gekifft oder Cannabis konsumiert. Im selben Jahr suchten mehr als 200 Personen die Fachstelle wegen Cannabis-Konsums auf.

Übrigens: Hans Söllner, der sich laut Langer auch sozial engagiert, ist zwar nicht bei der Filmdiskussion, aber drei Tage später live in Rastatt zu erleben, wenn er am Mittwoch, 21. März, 20 Uhr, in der Badner Halle auftritt. Karten im Vorverkauf gibt es unter anderem in allen BT-Geschäftsstellen.

Auch der 52-jährige Stiglmayr ist gespannt, wie sich der Liedermacher aus den Alpen weiterentwickelt hat, denn bei den damaligen Dreharbeiten habe er Söllner "am Wendepunkt erwischt", lässt er im BT-Gespräch wissen.

Information: Jugend- und Drogenberatung Baden-Baden und Landkreis Rastatt, (072 21) 99647830, E-Mail: fs-baden-baden@bw-lv.de.

www.bw-lv.de

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