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Heiteres Repertoire macht beim Dichterwettstreit das Rennen
Barbara Brünner, die Leiterin der Stadtbibliothek, mit Christiane Stork, Moderator Stefan Unser, Moritz Konrad und Philipp Stroh (links).  Foto: Philipp
19.03.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (up) - Der Poetry-Slam im Kellertheater ist und bleibt für die veranstaltende Stadtbibliothek eine sichere Bank, was das Publikumsinteresse betrifft. Auch die fünfte Auflage des Dichterwettstreits am Freitagabend war nach kurzer Zeit ausverkauft, zahlreiche Besucher mussten mehr oder weniger enttäuscht wieder gehen, weil an der Abendkasse keine Karten mehr zu bekommen waren.

Mit etwa 80 Gästen war der Saal dann belegt, als Moderator Stefan Unser die Regeln des Wettbewerbs erklärte. So entscheidet das Publikum mit der Stärke seines Beifalls, welcher Text ihm am besten gefallen hat. Für die Vortragenden gilt, dass sie ihre Texte selbst geschrieben haben müssen und sechs Minuten Zeit haben, diese vorzutragen. Außerdem dürfen keine Requisiten verwendet werden. Die zehn Teilnehmer traten in drei Gruppen gegeneinander an, die drei Gewinner jeder Gruppe trafen im Finale aufeinander. Mit Christiane Stork aus Grötzingen schaffte es eine sehr begabte Anfängerin bis hierher. Als eine Meisterin des Wortspiels hatte sie das Publikum auf ihre Seite gebracht, um in der Endrunde zu fragen: "Hat sich der Homo Erectus zum Homo Defectus entwickelt?" Letzterer fahre im SUV ins Fitnessstudio, um auf einem Fahrrad ohne Räder zu strampeln und dabei auf einem Bildschirm einen Waldweg anzuschauen.

Stork belegte am Ende Platz Zwei, den ersten Rang teilten sich Philipp Stroh aus Offenburg und Moritz Konrad aus Karlsruhe. Beide haben bereits an mehreren Wettbewerben teilgenommen. Der Jury war es am Ende nicht möglich, sich zu einigen, wer mehr Beifallsbekundungen erhalten hatte, so dass Moderator Unser kurzerhand entschied, beide zu Gewinnern zu erklären. Philipp Stroh hatte zuvor das Publikum begeistert mit seinem sogenannten interaktiven Text "Im falschen Film", bei dem die Zuhörer nach einigen Passagen immer wieder entscheiden konnten, in welchem Genre die Geschichte weitererzählt wird, zum Beispiel "Romanze oder Horror", "Kung-Fu oder Western" und "Action oder Porno". Moritz Konrad beschrieb seine Erfahrungen in einer What's-App-Gruppe für Veganer selbstkritisch als eine Art Elendstourismus und fragte laut: "Bin ich ein Nazi, weil ich Deutschland mag?"

Mit Stroh, Konrad und Stork sollten letztlich diejenigen Dichter das Rennen machen, die heitere Texte im Repertoire hatten und das Publikum zum Lachen brachten. Ohne die poetischen wie nachdenklichen Texte von Sonja Jung aus Durmersheim - "Was sind Tränen, wenn sie lachen?" - wäre der Abend ärmer gewesen. Genau wie die bewegenden Erzählungen von Martin Krämer aus Wintersdorf, der die Liebe seiner Großeltern beschrieb, oder die Ausführungen von Steffen Reichelt aus Karlsruhe, der anhand einer Marionettenfigur über Willensfreiheit philosophierte.

Dass den Besuchern im Kellertheater viel geboten wurde, daran hatte auch Sybille Gogeißl aus Kuppenheim ihren Anteil, die sich das Verhältnis von Männern und Frauen vornahm und feststellte: "Ich will keinen Mann, der am Morgen länger im Bad ist als ich und dann auch noch besser aussieht." Oder Andrea Kleisinger aus Rastatt, die sich selbst auf die Schippe nahm, als sie erkannte, ganz schön drall geworden zu sein. Und Siegfried Schäfer aus Au am Rhein, der die Besucher erheiterte, beim nächsten Poetry-Slam kein Anfänger mehr zu sein und Wortkauz aus Heidelberg, der darüber sinnierte, woher der Poetry-Slamer die Kraft zum Dichten hernimmt.

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