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Ersthelfer und Partner der Bevölkerung
Das Plittersdorfer DRK im Jahr 2018: Der Geburtstag soll gebührend gefeiert werden. Foto: DRK
04.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Hugo Butz

Rastatt - "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut": Dieses Leitbild hat sich der Plittersdorfer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nicht nur auf die Vereinsfahne geschrieben. Es wird seit der Vereinsgründung am 11. Mai 1968 auch gelebt. In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen betont Vorsitzender Werner Schneider, dass das Motto auch künftig das Handeln des Ortsvereins bestimme.

1968 war in fünf Bereitschaftsmitgliedern des DRK Rastatt die Idee gereift, einen selbstständigen Ortsverein Plittersdorf zu gründen. Dank Hauptinitiator Manfred Wallner gelang es, weitere 13 Mitglieder zu werben und zur Gründungsversammlung ins Gasthaus "Zum Hirsch" einzuladen. Der Lehrer Walter Breiter stellte sich als Vorsitzender zur Verfügung, mit Manfred Wallner als Bereitschaftsleiter ging man die Aufgaben an. Froh über die Gründung dieser Hilfsorganisation war die Gemeinde Plittersdorf, die dem jungen Verein spontan die alte Kochschule in der Blumenstraße als Übungsraum zur Verfügung stellte.

Erster Höhepunkt war bereits am 3. Januar 1969 der erste Blutspendetermin, und noch im selben Jahr wurde die Jugendrotkreuzgruppe mit zehn Mitgliedern ins Leben gerufen. Zudem erfolgte am 12. November 1969 die offizielle Übertragung der Zuständigkeit des Ortsvereins auch für Steinmauern, Ottersdorf und Wintersdorf. Aus persönlichen Gründen stand im August 1970 ein Wechsel in der Vereinsführung an. Herbert Rihm übernahm die Spitze.

Ein größerer Einsatz stand im Juli 1972 an, als es galt, nach einer Schiffshavarie bei der Wintersdorfer Rheinbrücke die "Schiffbrüchigen" zu betreuen. Verbunden mit einem Tag der offenen Tür konnte dann im September '72 ein erstes Fahrzeug (Ford Transit) in Betrieb genommen werden. Dass auf die Helferinnen und Helfer des Ortsvereins auch bei größeren Schadenslagen Verlass war, zeigte sich im November des Jahres. Ein Rheinhochwasser nahm bedrohliche Ausmaße an, diverse Vorbereitungen für einen Katastrophenfall wurden getroffen.

Fortan sollten die stetige Weiterentwicklung in der Ausbildung der Bereitschaftsmitglieder, die Beschaffung weiterer Ausrüstungsgegenstände sowie die Blutspendentermine in den vier Gemeinden etabliert werden. Insbesondere lag der Fokus der Vereinsführung auch auf der Gewinnung von Mitgliedern; 1976 betrug die Stärke der Bereitschaft bereits 29. Aufgrund des Anwachsens reifte nicht nur beim neuen Vorsitzenden Walter Beck der Gedanke, den bisherigen Mannschaftstransportwagen zu ersetzen. Das neue Fahrzeug konnte dann im September 1980 in Betrieb genommen werden. Auch das seit der Vereinsgründung benutzte Depot genügte nicht mehr den Anforderungen. So nahm der Ortsverein Anfang 1982 den Umbau des in die Jahre gekommenen Vereinsheims in Angriff. Auf technischer Seite gelang es 1983, einen Pkw-Einsatzanhänger zu erwerben und mit Material zu bestücken.

Ein Meilenstein: Die Helfer-vor-Ort-Gruppe

1987 erwarb die Hilfsorganisation einen Wohnwagen, den sie in Eigenarbeit zu einer mobilen Sanitätsstation ausbaute - fortan ein ständiger Begleiter bei Einsätzen. Nach wie vor wurden die Blutspendetermine sehr gut besucht, am 22. Juli 1988 konnte der 10000. Spender begrüßt werden.

Ein großes Anliegen der Verantwortlichen des Ortsvereins war zu Beginn der 1990er Jahre der Aufruf zu Spenden für Hilfskonvois nach Rovinj in Kroatien. Lebensmittel, Kleidung und sonstige Gegenstände: Plittersdorfer DRK-Mitglieder fuhren in dieser Zeit insgesamt achtmal nach Kroatien. Die Hilfsaktionen wurden zwischenzeitlich auch nach Rumänien und ins ungarische Budapest ausgebaut und aufrecht erhalten. Heinz Berger als viertem Vorsitzenden blieb es vorbehalten, im Jahr 2001 auf die Neuanschaffung einer mobilen Sanitätsstation zum Preis von 34000 Euro zu blicken, dem 2010 die Inbetriebnahme eines neuen Einsatzanhängers folgte.

Als Meilenstein in die Vereinshistorie wird der 1. März 2010 unter dem neuen Vorsitzenden Werner Schneider eingehen. Bei diesem Termin startete der Ortsverein Plittersdorf mit dem neuen Angebot der Helfer-vor-Ort-Gruppe (HVO). Wünschenswert schon zu diesem Zeitpunkt war ein eigenes Fahrzeug. Doch erst 2016 konnte für knapp 20000 Euro ein speziell ausgerüstetes HVO-Fahrzeug beschafft werden. Heute gehören dem DRK- Ortsverein Plittersdorf rund 560 Mitglieder aus vier Gemeinden an; die Bereitschaft zählt 24 Aktive, die im Schnitt pro Jahr 1500 ehrenamtliche Stunden leisten; acht Jugendliche sind dabei. Und mehr denn je verstehen sich die Plittersdorfer DRK-Helfer als Partner der Bevölkerung mit entsprechend breit angelegtem Angebot. Grundlage hierfür ist eine nach den neuesten Erkenntnissen ausgebildete Bereitschaft, die im Bedarfsfall für schnelle Hilfe und kompetente Versorgung steht. Drei Ausbilder geben öffentliche Kurse zu den Themen "Erste Hilfe", "Automatischer Defibrillator" und "Erste Hilfe am Kind". Nicht zu vergessen die Sozialarbeit, deren Angebot für Senioren gedacht ist, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung nicht mehr oder nur schwerlich verlassen können.

Den 50. "Geburtstag" will der Ortsverein gebührend feiern. Am morgigen Samstag, 5. Mai, findet ein feierlicher öffentlicher Festgottesdienst in der Plittersdorfer Pfarrkirche St. Jakobus statt, ehe ab 19 Uhr das Festbankett im Gemeindehaus für geladene Gäste folgt. Vom 8. bis 9. September begeht man das Jubiläum bei einem Festwochenende mit diversen Programmpunkten.

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