Große Resonanz und stehende Ovationen
Eine Rolle, zwei Darsteller: Pestalozzi-Schüler und Mitglieder des Phoenixtheaters beeindrucken das Publikum.  Foto: Rohwer
18.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Rastatt - Mit einem so großen Publikumsandrang hatten die Leiter des inklusiven Theaterprojekts, Jacqueline Frittel und Brigitte Schucker, nicht gerechnet: Bis auf den letzten Platz ausverkauft war die Vorstellung von "Pünktchen und Anton", die am vergangenen Mittwoch im Kellertheater Premiere feierte.

Mit einer beeindruckenden Interpretation von Erich Kästners Kinderbuchklassiker begeisterten die Darsteller - Schüler der Pestalozzi-Schule sowie Mitglieder des Phoenixtheaters Rastatt - ihr Publikum. Stehende Ovationen und nicht enden wollender Beifall waren der Lohn für diese beachtliche schauspielerische Leistung und die rund sieben Monate andauernden Probenarbeiten.

Erzählt wird die Geschichte von Pünktchen, einem Mädchen aus reichem Hause, deren Eltern sich nur wenig Zeit für ihr Kind nehmen. Dafür kümmert sich die Gouvernante, Fräulein Andacht, die in den zwielichtigen Robert verliebt ist, um das Mädchen. Allein ihrem besten Freund Anton kann sich Pünktchen anvertrauen, als sie ahnt, dass Robert ein Verbrechen plant. Mit der Hilfe des Kochs lassen sie den Ganoven noch rechtzeitig auffliegen.

Beeindruckend an dem Stück ist die gelungene Umsetzung des inklusiven Gedankens durch das gemeinschaftliche Agieren von Menschen mit und ohne Behinderung auf der Bühne. Der überwiegende Teil der Rollen wurde gleichzeitig von jeweils zwei Darstellern gespielt, etwa die von Frau Pogge (Elisabeth Pieleanu, Julia Rao), Herrn Pogge (Nisar Hofmann, Mei Fahr), Fräulein Andacht und Antons Mutter (Jeannine Greising, Anna Schmalz) sowie die Rollen von Koch und Lehrer (Markus Knapp und Niklas Zöller). Dadurch gewannen die teilweise turbulenten Handlungen zusätzlich an Tiefe und Spannung. Die beiden Darsteller einer Rolle reagierten oft recht ähnlich intensiv, manchmal aber auch extrem gegensätzlich auf den Handlungsverlauf. Das unterstrich die Einzigartigkeit der einzelnen Darsteller.

Die Begeisterung für das Stück war jedem der Akteure anzumerken. Und diese war es denn auch, die manchmal für erheiternde Szenen sorgte, in denen herzhaft gelacht wurde. Trotz allgemein bekannter Geschichte blieb die Aktion der einzelnen Darsteller spannend bis zum Schluss. Besonders beeindruckend war der Auftritt der drei widerwärtigen Charaktere Robert und Klepperbein mit dessen Hund (Raphael Schön, Florian Klingenberg, Luis Schneider) sowie die vertrauliche Interaktion zwischen Pünktchen (Merle Pomnitz) und Anton (Lukas Kaiser).

Den passenden Rahmen des Stücks lieferte die größtenteils in Schwarz und Weiß gehaltene Gestaltung der Bühne sowie der Kostüme. Die roten Requisiten, etwa Töpfe, Herd, Weinflasche und Sofa wirkten aggressiv im Gegensatz zu der stattlichen Anzahl an grünen Kochlöffeln, möglicherweise als Zeichen der Hoffnung, mit denen unter anderem gefochten und jongliert wurde. Am heutigen Freitag, 18. Mai, ist das Stück zum letzten Mal im Kellertheater zu sehen.

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