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Hospizdienst: Wechsel im Führungsteam
Abschiedsfeier beim Hospizdienst: (von links) Susanne Fietz, Ute Ludwigs und Ashley Basse-Lüsebrink. Foto: Philipp
01.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (up) - Beim Hospizdienst in Rastatt hat es einen Wechsel im Führungsteam gegeben. Etwa 30 ehrenamtliche Sterbebegleiter haben ihre frühere Koordinatorin Ute Ludwigs verabschiedet. In den Gruppenräumen der alten Herz-Jesu-Kirche im Dörfel überreichten sie - teilweise sehr bewegt - Ludwigs bei einer Abschiedsfeier zahlreiche sehr persönliche Geschenke. Unter anderem zwei Hängematten (für sie selbst und ihren Ehemann Wilfried) und ein Buch mit persönlichen Widmungen.

Die Wirtschaftsingenieurin begann als Ehrenamtliche nach der Geburt ihrer drei Kinder bereits im Jahr 1996, als der Hospizdienst in Rastatt gegründet wurde. Vor zehn Jahren übernahm sie dann eine der beiden hauptamtlichen Stellen als Koordinatorin. Sie besuchte diejenigen sterbenden Menschen zuerst, die sich eine Begleitung gewünscht hatten, um dann ehrenamtliche Mitarbeiter für sie auszuwählen. Als Nachfolgerin von Ute Ludwigs übernimmt die gebürtige Amerikanerin Ashley Basse-Lüsebrink ihre bisherigen Aufgaben. Eingearbeitet wird sie von der zweiten Koordinatorin Susanne Fietz. Basse-Lüsebrink lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hat als Sozialarbeiterin bei der Caritas in den vergangenen Jahren ehrenamtliche Flüchtlingshelfer unterstützt. "Ute Ludwigs Leidenschaft für das Wohlergehen von schwerstkranken und sterbenden Menschen (...) hat unseren Dienst geprägt," erklärte sie gegenüber dem Badischen Tagblatt. Ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk war für Ludwigs und wohl auch für die meisten der Anwesenden der Vortrag "Mystik und Tod", des Baden-Badener Theologen und Psychologen Gerhard Elwert. "Was haben Mystik und Tod miteinander zu tun?", fragte Elwert unter anderem in seinem gehaltvollen Vortrag, der viel Stoff zum Nachdenken bot. "Sterben ist bei dem Mystiker Johannes Tauler (1300-1361) eine Metapher für den inneren Vorgang, in eine Stille zu gelangen, die nicht gestört werden kann, egal wie laut es um mich herum ist!", zitiert Elwert den mittelalterlichen Dominikaner aus Straßburg. In diese Stille zu gelangen, werde auch als kontemplieren bezeichnet, worunter "die innere Schau ins reine Nichts" zu verstehen sei. Diese Form von Spiritualität habe wie die Religiosität auch, therapeutische Qualitäten, so Elwert. Und er schloss mit der Aussage: "Mystik und Tod sind wie eineiige Zwillinge. Mystik ist letztlich gegenstandsfrei. Mit Tod ist Vorstellungslosigkeit gemeint". Diese führe mitten im Leben zum Erwachen, dass die Welt eins sei, "dass wir nie getrennt gewesen wären" und Geburt und Tod Illusion seien. In der Erkenntnis dieser Einheit verliere der Mensch die Angst, auch die Todesangst, zugunsten eines tiefen Vertrauens für Hingabe und Leidenschaft ans Leben.

Ganz in diesem Sinne ging der Abend weiter, als mit Sekt, aber auch mit alkoholfreien Getränken auf Ute Ludwigs angestoßen wurde. Gemeinsam mit Ehemann Wilfried hat sie geplant, in den nächsten Wochen mit einem Wohnmobil auf Reisen zu gehen.

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