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Hingucker mit Volksschauspiel-Motiven
Das Fassadengemälde zitiert einige erfolgreiche Produktionen der Volksschauspiele.  Foto: Behrendt
05.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Manuela Behrendt

Ötigheim - "Fünf faszinierte Kinder waren mein erstes Publikum, danach lernte ich sehr viele Menschen aus dem Ort kennen, die mir eine tolle Motivation lieferten", sagt Bettina Scholzen. An einer privaten Hauswand mit einer Fläche von 55 Quadratmetern in der Rathausstraße/Ecke Alte Friedhofstraße hat die Theatermalerin der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) einen monumentalen Hingucker geschaffen.

"Ich hatte so etwas schon eine Weile nicht mehr gemacht", sagt sie. In Magdeburg, wo sie lange lebte, verzierte sie einst eine große Wand mit prägnanten Motiven der Stadt. Die Szenerie der gelernten Kalligrafin, Raum- und Wandgestalterin sowie Werbe- und Gebrauchsgrafikerin in Ötigheim zeigt die Grundsäulen der VSÖ: Ballett, Reiterei, generationenübergreifende Statisterie sowie Musik. Letztere ist unauffällig eingearbeitet.

Ein Tamburin sowie ein auf dem Boden liegender Dirigentenstab symbolisieren die instrumentalen VSÖ-Klangwelten als "unsichtbares Gewerk", im Musikantenkeller vor dem Publikum verborgen. In Abstimmung mit der Gemeinde sowie den Volksschauspielen entstand das gewaltige Werk. Den Anstoß gab vergangenes Jahr Maximilian Tüg, geschäftsführender Vorsitzender der VSÖ. Die Gemeinde finanzierte die Vorarbeiten an dem Mauerwerk durch Malermeister Robert Walz, seit Jahrzehnten aktives VSÖ-Mitglied. Unebenheiten an der Wand waren mit einem homogenen Putz auszugleichen. Mitte Mai, nach dem Endspurt der Kulissenarbeit für die Operette "Der Vogelhändler", war Scholzen im Ortskern aktiv. "Passanten blieben stehen und guckten mir zu, sogar Autos fuhren langsamer, um zu sehen, was an der Hauswand passiert", erinnert sich die aus Wernigerode im Harz stammende 52-Jährige, die seit 2011 bei den VSÖ mit Pinsel und Farbe Bildhaftigkeit schafft, die das Auge frappiert. Bei der Erinnerung an das enorme, positive Feedback der Ötigheimer breitet sich in Scholzens Gesicht ein weites, warmes Lachen aus. Das beste Erlebnis während der zweiwöchigen Bearbeitung der Mauerfläche: "Ein älterer Herr blieb stehen und zitierte eine Passage aus ,Wilhelm Tell'; dass meine Malerei Worte von Schiller in den Leuten loslöst, war eine unvergessliche Erfahrung." Der Schweizer Nationalheld, der dem Freilichttheater seinen Namen gab, fand auf Scholzens Gemälde einen Platz. Ebenso die Tellplatztürme, mit denen sie Gründervater Josef Saier honoriert: "Damals waren sie der Eingang zur Naturbühne."

Zu sehen ist ebenfalls ein Falke. Diesen bringt Scholzen mit dem Bau der Burg für "Luther" in Verbindung: "Wenn ich auf dem Turm gearbeitet habe, umkreiste mich der kleine Falke; er war meine einzige Gesellschaft in vielen Stunden, an denen ich allein an der Burg werkelte."

Gern hätte die Künstlerin noch einige Schlagworte angebracht. Was nicht ist, könne aber noch werden, sagt sie, denn an die Hauswand grenzt eine Mauer, die sich ebenfalls zum Bemalen anbietet. Und was sagt Initiator Tüg über das Ganze? Auf Zuruf fällt ihm spontan ein einziges Wort ein: "Bombastisch!"

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