http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Spatenstich für Mammutprojekt
Hoch die Spaten! Nach vielen Jahren des Planens wird seit gestern der Rheindamm ertüchtigt.  Foto: Koch
16.06.2018 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (mak) - "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber der Auer Damm sicher mal nicht", schmetterten gestern Vormittag die Drittklässler der Rheinauschule in Au am Rhein. Sie bereicherten den Spatenstich zur Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms zwischen Steinmauern und Au am Rhein. Das 30-Millionen-Euro-Projekt des Landes wird bis 2024 dauern, dann ist dieser Abschnitt für ein 200-jährliches Hochwasser gewappnet.

"Die Ertüchtigung des Damms ist etwas, worauf Sie sehr lange gewartet haben und worüber wir auch sehr lange diskutiert haben", verdeutlichte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl in ihrer Ansprache. Landesweit gelte es, Dämme auf einer Länge von 570 Kilometern zu ertüchtigen, wofür rund 500 Millionen Euro erforderlich seien.

Der nun begonnene Abschnitt betrifft 13 Kilometer Rheindamm und einen Kilometer des rechten Murgdamms. Der in den 1930er Jahren errichtete Damm entspreche schon lange nicht mehr dem Stand der Technik, verdeutlichte Kressl. Nun sollen abschnittsweise die Dammkrone verbreitert und der Damm abgeflacht werden. Zudem werden sogenannte Dammverteidigungswege angelegt, auf denen die Rettungsdienste zügig anrücken können, falls es einmal bei Hochwasser zu Beschädigungen des Damms kommen sollte. Wie Kressl weiter ausführte, habe man im Vorfeld auch Bäume für die Maßnahme fällen müssen, doch die Ausgleichsmaßnahmen hierfür hätten bereits begonnen.

Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, bezeichnete den "Vater Rhein" zwar in erster Linie als "gutmütig", doch Berechnungen hätten ergeben, dass bei Dammbrüchen am Oberrhein Schäden in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro entstehen könnten. Die Dammertüchtigung für 30 Millionen Euro (inklusive Grundstückserwerb und Ausgleichsmaßnahmen), die zu hundert Prozent vom Land getragen werde, sei zwar teuer, "aber gut angelegtes Geld". Vor dem Hintergrund des Klimawandels sei zu erwarten, dass es künftig mehr Hochwasser gebe als in der Vergangenheit. Der studierte Biologe machte darauf aufmerksam, dass die Dämme ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche schützenswerte Tier- und Pflanzenarten seien.

Landrat Jürgen Bäuerle erinnerte daran, dass die betroffenen Bürgermeister und der Kreistag "seit vielen Jahren und mit großem Nachdruck" die Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms XXV fordern. Besonders der frühere Bürgermeister von Au am Rhein, Hartwig Rihm, habe sich diesbezüglich hervorgetan.

Mit der Maßnahme erfolge für die Rheinanlieger ein "sehr, sehr wichtiger Lückenschluss" zwischen der HÖP-Maßnahme in Rastatt und dem im Verfahren befindlichen Polder Bellenkopf in Rheinstetten. Im September 2012 sei das Projekt beim Landratsamt beantragt und im Februar 2016 planfestgestellt worden. Seine Behörde habe sich der "herausfordernden Aufgabe" gerne gestellt, sagte Bäuerle, der gleichzeitig mahnte, im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms neue Polderräume im Norden und Süden zu schaffen, und zwar "zügiger als bisher".

Die Auer Bürgermeisterin Veronika Laukart unterstrich den Hochwasserschutz als "ganz wesentliches Thema" ihrer Gemeinde. Bei Jubiläumsbesuchen bekomme sie gelegentlich auch frühere Fotos von Booten auf den Straßen in Au am Rhein zu sehen. Die Gemeinde stelle dem Land gern ihre Flächen für die Maßnahme zur Verfügung.

Insgesamt müssen rund 800 Grundstücke erworben werden, auf Auer Gemarkung machen die Grundstücke der Gemeinde 60 Prozent der Fläche aus, 29 Prozent sind in privater Hand.

Wie Projektleiter Axel Pälchen erläuterte, ist die Maßnahme in sieben Abschnitte unterteilt. Jedes Jahr werden parallel zwei Abschnitte erledigt. Wenn sich nach dem Eingriff die Natur wieder erholt habe, dann könne rechts und links des betreffenden Abschnitts weitergemacht werden. Ohne die Auflagen des Naturschutzes hätte man in drei bis vier Jahren fertig sein können.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Durmersheim
--mediatextglobal-- Etwas mehr als 400 Besucher finden in der mit einer großen Bühne ausgestatteten Mensa Platz.  Foto: Heck

18.06.2018
Mensa und Kulturhalle
Durmersheim (HH) - Die neugebaute Mensa an der Durmersheimer Helmholtzstraße hat ihre Premiere als Veranstaltungsstätte gut bestanden. Die Besucher waren von der hochwertigen Ausstattung beeindruckt. Das Vorhaben schlug mit rund 4,1 Millionen Euro zu Buche (Foto: Heck). »-Mehr
Sinzheim
Eine unerträgliche Raumnot führt zum Neubau

13.06.2018
Unterricht früher im Volksbad
Sinzheim (red) - Nach dem "Abrissfest" an der Lothar-von-Kübel-Realschule im Mai 2017 mit mehr als Tausend Besuchern folgt nun die nächste große Feier: Die Bildungseinrichtung wird 50 Jahre alt. Auf mehrere Standorte verteilt war die Schule früher, darunter auch das Volksbad (Foto: pr) »-Mehr
Durmersheim
--mediatextglobal-- Wieder ein Fachgeschäft weniger in Durmersheim. Foto-Herz hat aufgegeben. Grund sollen Planspiele der Gemeinde gewesen sein.  Foto: H. Heck

07.06.2018
Traditionsgeschäft geschlossen
Durmersheim (HH) - Kurz nach Kriegsende eröffnete der Durmersheimer Otto Schlick ein Fotogeschäft in der Hardtgemeinde. Der Laden, der später in Foto-Herz umbenannt wurde, mauserte sich bald zu einer Institution in der Hardtgemeinde. Jetzt endete seine Geschichte (Foto: Heck). »-Mehr
Schwarzwaldhochstraße
--mediatextglobal-- Unterhalb des Hornisgrindeturms sind die Erdarbeiten in vollem Gange. Foto: Gallinat

04.06.2018
Baubeginn für "Grindehütte"
Schwarzwaldhochstraße (gat) - Auf der Hornisgrinde unterhalb des Aussichtsturms hat sich viel getan. Wo in den 20er und 30er Jahren das ehemalige Gasthaus stand, klafft nun eine Baugrube. In ihr entsteht die neue Grindehütte. Bauherrin ist die Waldgenossenschaft Seebach (Foto: gat) »-Mehr
Rastatt
--mediatextglobal-- Jetzt geht´s los: Architekt Siegfried Schmitt, der Vorsitzende des Ältestenkreises Jörg Böhmer, Pfarrerin Angelika Schulze, Kirchengemeindeamtsleiter Dietmar Pingel und Rohbauer Michael Leppert (von links) beim ersten Spatenstich.  Foto: Linkenheil

26.05.2018
Kirchengemeinde setzt Spatenstich
Rastatt (sl) - Ein lange geplantes Vorhaben kann in die Tat ungesetzt werden: Mit dem ersten Spatenstich hat die evangelische Kirchengemeinde Rastatt am Freitag die Arbeiten für ihr neues Verwaltungsgebäude mit Pfarramt und -wohnung der Michaelsgemeinde offiziell begonnen (Foto: sl). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Erstmals gibt es in Deutschland eine Professur für die Erforschung der Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Gesundheit. Ist dieser Schritt nötig?

Ja.
Nein.
Weiß nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1