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Bauernrennen kommt auf den Hund
18.06.2018 - 00:00 Uhr
Iffezheim (sch) - Zum 48. Mal öffneten sich gestern die Tore des internationalen Renngeläufs in Iffezheim für den "Otto Normalverbraucher". Und als Premiere fanden zwischen den Pferderennen erstmals auch Hunderennen unter dem Motto "Bauernrennen meets Dog Racing" statt.

Waren zwei Wochen zuvor noch die Stars der internationalen Pferdesportszene beim Frühjahrsmeeting am Start, so zeigten beim jetzigen Bauernrennen rund 70 Pferde und deren Reiter, dass die Begeisterung zum Pferdesport nicht von hohen Wetteinsätzen abhängig sein muss. Verantwortlich für die Organisation der Veranstaltung war wieder der Reit- und Rennverein St. Georg Iffezheim. Dessen Vorsitzender Lars Huber brachte es auf den Punkt, weshalb in diesem Jahr das Bauernrennen "auf den Hund" gekommen ist. Es sei die besondere Synergie und Harmonie, die Pferde und Hunde miteinander verbinde. Zwischen den zehn Pferderennen fanden die Windhundrennen statt und im Struppi-Rennen konnte jedermann die Sprintqualitäten seines geliebten Vierbeiners testen. Rasend schnell schossen dabei die Hunde über das Geläuf, um das gejagte "Beutetier" zu erhaschen. Und mancher Hund wollte am Ende das Papierknäuel nicht mehr aus den Zähnen lassen.

Auch in diesem Jahr waren die Pferdebesitzer aus nah und fern in die Renngemeinde geströmt. Denn der Spaß, mit dem eigenen Pferd auf einer internationalen Rennbahn über deren "heiligen Rasen" zu galoppieren, war verlockend. Als Dank für die Unterbringung der Pferde in den Iffezheimer Ställen während der "Großen Woche" hatte man das Bauernrennen Mitte des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Keine Bauern, sondern anfangs Schweine, später dann Pferde und nun auch Hunde sind seither die Protagonisten des Events. Im Rahmenprogramm gab es das Spielmobil und auch Ponyreiten und Kutschfahrten für die Jüngsten.

Seit 1969 ist Evi Kuhn beim Bauernrennen mit von der Partie. Ihr verstorbener Ehemann war Gründungsmitglied des in jenem Jahr gegründeten Reitvereins und sie übernahm seitdem die Gästebetreuung und allgemeine Organisationsaufgaben.

Gerne erinnert sie sich an die Anfänge, wobei sie noch selbst dabei in den Sattel gestiegen war. "Dreimal bin ich mitgeritten und habe auch mal den zweiten Platz belegt", weiß sie noch lebhaft zu berichten. Und ein Schmankerl aus der Anfangszeit hatte sie auch parat. So hatten Bauern aus Kuppenheim, Sandweier und Wintersdorf an einem der ersten Rennen teilgenommen. Mit Frack und Zylinder sei man an den Start gegangen. Einer der Teilnehmer hatte Pech und sei dann zu Fuß, sein Pferd am Zügel, durch das Ziel gelaufen, da "es einfach nicht mehr rennen wollte".

Viele der 70 Starter hatten eine lange Anreise hinter sich gebracht, um in einem der zehn Rennen mit ihrem vierbeinigen Liebling das Flair der großen Pferderennbahn zu schnuppern. Und mit klopfendem Herzen ging es an den Start. Galt es doch, im fliegenden Galopp entlang der Tribüne, möglichst ohne Blessuren vor den anderen Startern das Finish zu erreichen. Bei Kaiserwetter und besten Bedingungen waren es meist junge weibliche Hobby-Jockeys, die auf ihren Ponys, Haflingern, Arabern, Quarter Horses oder Warm- und Vollblütern, vom Applaus der rund 3000 Besucher beseelt, geradezu ins Ziel getragen wurden. Dort wartete das Zielgericht, das akribisch die Platzierungen der Zieleinläufe festhielt.

Unterhaltsam aufbereitet wurde der Renntag durch Vereinsmitglied Christian Eichelberger, der kompetent und informativ am Mikrofon die Gäste unterhielt. Dass es sich auch lohnte, besonders schnell die Galoppstrecke zu absolvieren, zeigte sich bei der Siegerehrung. Unter den Klängen der Jagdhorn-Bläsergruppe aus Greffern gab es für die Schnellsten neben einem Pokal auch wertvolle Sachpreise.

Keiner wurde vergessen, denn selbst der Letzte jedes Rennens hatte sich seinen Preis redlich verdient. Aus den Händen des Vorsitzenden gab es für ihn zur Stärkung den obligatorischen Sack mit Kraftfutter. Vielleicht klappt es damit im nächsten Jahr dann besser?

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