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Digitalisierung mobilisiert Telearbeitsplätze
19.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt - Das Rastatter Finanzamt veranstaltet am Samstag, 23. Juni, 10 bis 16 Uhr, erstmals einen Tag der offenen Tür im Kundenzentrum, An der Ludwigsfeste 3. Anlass ist der von den Vereinten Nationen ausgerufene internationale Tag des öffentlichen Dienstes. Vorträge um 10 und 14 Uhr befassen sich mit der elektronischen Steuererklärung Elster. Informiert wird außerdem über Ausbildungsmöglichkeiten. BT-Redakteur Egbert Mauderer hat dazu den Chef des Rastatter Finanzamts, Michael Thornton, befragt.

BT: Herr Thornton, das Finanzamt in der Bahnhofstraße ist frisch herausgeputzt. Geht Ihnen da als Chef Ihrer 219 Mitarbeiter nach all den Jahren des Erduldens räumlicher Defizite nicht das Herz auf?

Michael Thornton: Meine Mitarbeiter und ich sind sehr froh, dass nach langen 34 Jahren nun endlich eine umfassende Sanierung des teilweise maroden Gebäudes erfolgt. Noch mindestens bis Ende 2019 wird die Situation für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen allerdings sehr belastend sein. Die nach Fertigstellung der Hülle (Fassaden- und Fenstererneuerung) nunmehr anstehenden Bauarbeiten (Deckendurchbrüche zum Einbau eines Personenaufzugs, Abbruch und Neubau aller Sanitäreinrichtungen, Demontage und Neuverlegung aller Elektro-, Heizungs- und Wasserleitungen) bringen enormen Baulärm und Schmutz mit sich.

BT: Beim erstmals organisierten Tag der offenen Tür in der Zentrale an der Ludwigsfeste geht es auch um die elektronische Steuererklärung ELSTER. Warum ist der Fiskus so scharf darauf, dass die Bürger ihre Steuererklärungen am Computer erledigen?

Thornton: Von der elektronischen Steuererklärung ELSTER profitieren beide Seiten. Die Steuerbeamten werden entlastet, da sie die Daten nicht erfassen müssen und die Sachverhalte elektronisch genauer aufgeschlüsselt vorliegen. Aber auch der Bürger hat eine Reihe von Vorteilen: So erlaubt ELSTER den Abruf der beim Finanzamt vorhandenen Daten, zum Beispiel des Arbeitgebers und der Versicherungen (Lohn, Rente oder Krankenversicherungsbeiträge) und trägt diese an der richtigen Stelle im Steuererklärungsformular ein. Damit erspart sich der Steuerbürger mühsames Eintippen und vermeidet Übertragungsfehler. Darüber hinaus übernimmt das Programm die erste Plausibilitätsprüfung und errechnet die voraussichtliche Höhe einer Steuererstattung.

BT: Wie wirkt sich Elster auf die Arbeit in Ihrer Behörde aus? Braucht man dadurch nicht weniger Mitarbeiter?

Thornton: Die digitale und damit zunehmend papierlose Bearbeitung der Steuererklärungen führt zwar zu neuen Anforderungen an die Mitarbeiter, sie eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. So erlaubt die Digitalisierung erstmalig, Telearbeitsplätze für den Innendienst einzurichten, so dass auch von zu Hause gearbeitet werden kann. Gerade bei jungen Müttern ermöglicht dies eine frühere Rückkehr aus der Elternzeit beziehungsweise eine Erhöhung der Teilzeitquote. Aber auch für die Pflege von Angehörigen wird durch die Telearbeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert.

Die zunehmende ELSTER-Quote macht sich auch bei der täglichen Arbeit im Kundencenter bemerkbar. Zwar ist die Anzahl der Kundenkontakte in etwa gleich geblieben. Es haben sich jedoch die inhaltlichen Schwerpunkte der Anliegen geändert. So haben technische Fragen zum Ausfüllen der ELSTER-Erklärungen deutlich zugenommen. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Anzahl der zwingend elektronisch zu übermittelnden Steuerklärungen aufgrund gesetzgeberischer Vorgaben ständig erhöht. So sind zum Beispiel alle Umsatzsteuer-Erklärungen und Einnahme-Überschuss-Rechnungen zwingend elektronisch abzugeben. Dies gilt selbst bei Photovoltaik-Anlagen auf Privathäusern!

BT: Die Steuererklärung löst bei fast jedem Bürger ein Stöhnen aus. Sie werben jetzt auch mit Ausbildungsplätzen. Verraten Sie uns doch bitte, was die Arbeit im Finanzamt spannend machen kann.

Thornton: Das Finanzamt Rastatt bietet zum Ausbildungsbeginn im Herbst 2019 sieben Ausbildungsplätze für ein duales Studium zum Bachelor of Laws (Laufbahn des gehobenen Dienstes) und fünf Ausbildungsplätze zur Finanzwirtin/zum Finanzwirt (Laufbahn des mittleren Dienstes) mit einer Übernahmegarantie nach bestandener Laufbahnprüfung an. Die Arbeit im Finanzamt ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Kaum ein Steuerfall gleicht dem anderen, da den Fällen unterschiedliche Lebenssachverhalte zugrunde liegen, die es steuerlich zu bewerten gilt. Außerdem besteht die Möglichkeit, in höchst unterschiedlichen Arbeitsbereichen im Innendienst tätig zu sein oder die Herausforderung im Außendienst zu suchen.

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