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Stadtteilprojekt im Zay: Viele Ideen auf dem Zettel
Zunächst testweise gibt es für die Nachbarn des Kindergartens Pünktchen am 4. und 11. Juli ein Mittagessen. Wer kommen will, soll sich anmelden. Foto: Mauderer
20.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (sl) - Auch mit einer Behinderung oder im Seniorenalter sollen Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen können: Dies ist der Kerngedanke des Projekts "Daheim Wohnen in Rastatt", das die Stadt in Zusammenarbeit mit Bürgern und Vereinsvertretern sowie mit wissenschaftlicher Begleitung im Modellstadtteil Zay entwickeln will. Erste konkrete Vorschläge hat Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Montagabend im Sozialausschuss vorgestellt.

Die Ideenliste ist nicht kurz: Barrierefreiheit an Bushaltestellen, eine bessere Anbindung an den Nahverkehr, mehr Querungshilfen über die Zaystraße, eine Verbesserung der Parklatzsituation im Viertel, eine Beratungsstelle oder ein Infotelefon, die ehrenamtlich betrieben werden könnten, und eine bessere Koordination von Alltagshilfen stehen darauf. Außerdem ein öffentlicher Bücherschrank (wie im Dörfel), ein Begegnungscafé, Freizeit- und Sportangebote und ein hübsch gestalteter zentraler Quartiersplatz an dem man sich gerne für ein Schwätzchen niederlässt und der auch für Kinder und Junge Leute attraktiv ist.

"Vielleicht wird nicht alles umgesetzt", bremste Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch allzu hohe Erwartungen. Ein guter Anfang kann aber vielleicht der Mittagstisch für alle Generationen sein: Getestet wird die Idee mittwochs, 4. und 11. Juli, jeweils um 12 Uhr. Dann ist im Kindergarten Pünktchen der Tisch gedeckt. Angesprochen sind Bewohner der unmittelbaren Nachbarschaft, die auch schon ein Infoblatt bekommen haben und sich bei Interesse anmelden sollten, wie die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg betont. Das Essen ist für etwa zehn Teilnehmer kalkuliert und kostet inklusive Getränke pro Person sieben Euro. Ob der Mittagstisch regelmäßig angeboten wird, kommt auf den Erfolg der Testtermine an.

Die Ideensammlung insgesamt ist Ergebnis einer studentischen Befragung von 21 sogenannten Schlüsselpersonen, die im Zay wohnen oder arbeiten, so Jerg. Außerdem gibt es eine offene Beteiligungsgruppe, die sich in den Entwicklungsprozess einbringt und die über die Ideen diskutiert hat.

Die Stadt möchte mit dem Projekt auch einen Beitrag leisten zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (Stichwort Inklusion). Mit dem Vorhaben hat sich Rastatt am Ideenwettbewerb des Landes "Quartier 2020 - Gemeinsam. Gestalten" beteiligt und wurde auch ausgezeichnet. Das Land bezuschusst das Vorhaben daher mit 50000 Euro. "Die Nachhaltigkeit Ihres Projekts wurde beim Land gesehen", lobte der Professor. Das Vorhaben habe modellhaften Charakter, andere könnten davon lernen. Vielleicht auch Rastatt selbst. Stadtrat Klaus Hüttlin (Freie Wähler) wies zum Beispiel darauf hin, dass das Zay nicht unbedingt ein typischer Stadtteil sei. Woanders etwa gebe es große Wohnblocks. Der Nachbarschaftsgedanke sei dort noch geringer ausgeprägt. Professor Jerg entgegnete, dass der Zay bewusst als Modellstadtteil ausgewählt wurde, weil die Strukturen dort die Umsetzung leichter machten. In dem durchmischten Gebiet stünden Ressourcen zur Nachbarschaftshilfe zu Verfügung.

Stadträtin Sybille Kirchner (SPD) machte sich für die Menschen mit geringen Einkommen stark und schlug reduzierte Preise für die Busse vor. Die Verwaltung nahm den Vorschlag auf. Allerdings müsste dies dann von der Stadt subventioniert werden. Michael Weck (SPD) lenkte den Blick des Ausschusses auf das Areal nördlich der Tulpenstraße. Im Sinne eines "inklusiven Planens" könne er sich dort auch etwas anderes vorstellen als Reihenhäuser. Oberbürgermeister Pütsch schien nicht abgeneigt: "Allerdings müssten wir dann den Bebauungsplan noch einmal ändern."

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