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Frau mit Küchenmesser attackiert
Frau mit Küchenmesser attackiert
23.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt/Baden-Baden (mo) - Seit gestern muss sich vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Baden-Baden ein 38-Jähriger aus Rastatt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Bei dem Anklagevorwurf handelt es sich um eine Beziehungstat.

Nach heftigem Streit am 27. September 2017, morgens um 10.30 Uhr, griff der Beschuldigte in der gemeinsamen Wohnung seine Ehefrau mit einem Küchenmesser an. Er versetzte ihr mehrere tiefe Schnittverletzungen an Hals, Händen und Oberschenkel. Die Frau stürzte zu Boden. In der panischen Erkenntnis, ihr möglicherweise lebensgefährliche Messerstiche versetzt zu haben, verständigte er durch Notruf die Polizei. Durch die eingeleiteten notärztlichen Maßnahmen konnte Schlimmeres verhindert werden. Er selbst hatte beim Anruf Selbstmordabsichten geäußert.

Ungewöhnlich ausgiebig, detailversessen, zum Teil schon monologisierend schilderte der Angeklagte die Szenen einer in die Brüche gehenden Ehe. Wesentlich spärlicher fiel sein Erinnerungsvermögen jedoch aus, als es um die eigentliche Tat ging. "Es war alles wie in einem Film."

Mit der Aufgabe seines Geschäftes und der Selbstständigkeit im Jahr 2016 hätten sich die Differenzen und Probleme in der Beziehung verstärkt. Zur großen Belastung sei es dann gekommen, als sie ihm das Verhältnis zu einem älteren Mann gebeichtet habe, das schon ein Jahr lang bestand. Der Versuch, durch ein gemeinsames Urlaubserlebnis einen Neuanfang zu wagen, habe nur kurzfristig das Verhältnis belebt. Von dem Vorschlag jedoch, in dieser Situation eine Eheberatung aufzusuchen und eine Familientherapie zu beginnen, habe sie nichts wissen wollen. Und dann habe er erfahren müssen, dass die verhängnisvolle Affäre seiner Frau nicht, wie versprochen, beendet wurde, sondern weiterbestand. Das habe ihn sehr verletzt und schockiert. In einem früheren Streitgespräch mit der Frau kam ihm die Formulierung über die Lippen, "dass er für nichts mehr garantieren" könne. Damit habe er nur ausdrücken wollen, dass er am Ende seiner Belastungsfähigkeit sei.

Er habe seine Frau "durchgängig" geliebt. Er müsse jedoch erkennen, dass man schon viel früher den Schlussstrich hätte ziehen sollen. Er bestritt nicht, eifersüchtig gewesen zu. Er will jedoch nicht aus einem Rachegefühl und mit Tötungsabsicht zum Messer gegriffen haben. Nach irgendeiner Form der Rechtfertigung, für das, was er getan habe, suche er jedoch nicht.

Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt. Geladen sind neun Zeugen und zwei Sachverständige. Das Urteil wird am 16. Juli erwartet.

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