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Repräsentatives Spektrum badischer Kunst
Der damalige OB Klaus-Eckhard Walker macht einem Rundgang mit Architekt Helmut Bätzner (rechts), im Hintergrund sind einige Gemeinderatsmitglieder zu erkennen. Foto: BT-Archiv
23.06.2018 - 08:36 Uhr
Von Kathrin Schneider

Rastatt - Ein "Dokument für das Interesse der Rastatter an der Kunst": So beschrieb Klaus-Eckhard Walker, damals Oberbürgermeister der Barockstadt, die Städtische Galerie Fruchthalle, die am 19. Juni 1993, also vor 25 Jahren, ihre Türen öffnete. Mit einem Festakt in der Badner Halle wurde am Abend vor dem Eröffnungswochenende die neue kulturelle Einrichtung der Stadt gefeiert.

Das BT kündigte damals zwei Tage der offenen Tür sowie weitere Unterhaltung in einem Festzelt neben der Fruchthalle an. Die Besucher konnten sich über ein buntes Programm freuen, das Musik und Theater beinhaltete. Kunstinteressierte durften gespannt sein auf die erste Ausstellung der Sammlung der Rastatter Galerie: "Kunst in Baden nach 1945".

Schulrektoren und Kunsterzieher nahmen zuvor an einer vom BT gestarteten Umfrage teil, die nach der Einschätzung fragte, inwieweit die neue Galerie wohl auch kunstpädagogisch genutzt werden könnte. Die Reaktionen der Lehrenden fielen zusammenfassend sehr positiv aus - die Möglichkeit, Schüler in einer räumlich so nahe gelegenen Einrichtung an Kunst heranführen zu können, wurde begrüßt. Zudem kam der Wunsch auf, auch einmal Werke der Unterrichteten auszustellen.

Das Badische Tagblatt machte am 18. Juni 1993 mit Hilfe von acht Sonderseiten auf die Fruchthalle und ihre Umgestaltung aufmerksam: Wo ab 1854 ein Fruchtmarkt die Halle füllte, die Bürger hin und wieder Theatervorstellungen besuchen konnten und Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich die Sparkasse, Polizeiwache und Feuerwehr die Räumlichkeiten nutzten, sollten also eine Kunstgalerie und ein Café entstehen. Für das Obergeschoss war die Unterbringung von Teilen der Stadtverwaltung vorgesehen.

Obwohl die Finanzlage der Barockstadt zur Zeit der Galerie-Neueröffnung schwierig war, freute sich Walker über die Stadtgalerie als Bereicherung Rastatts, da Kunst und Kultur wichtig seien. Jährlich waren 200000 Mark für Ankäufe vorgesehen. Der Oberbürgermeister erklärte im BT-Interview, dass zunächst keine Leitung der Galerie geplant sei - aus finanziellen Gründen. Jedoch wollte man vier Mitarbeiter beschäftigen. Darüber hinaus betonte Walker die Zusammenarbeit mit dem Rastatter Kunstverein als sehr bedeutsam, da dieser "wie kaum ein anderer in der Region über eine große Anzahl vorzüglicher Kunstkenner" verfüge. Zudem äußerte der OB seinen Wunsch, ein "repräsentatives Spektrum badischer Kunst, Qualität und künstlerischer Unabhängigkeit" zu garantieren.

Ebenso wie auf die Auswahl der Kunstwerke wurde Wert auf die Gestaltung des Gebäudes gelegt. Helmut Bätzner, bekannt als Architekt des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, hatte die Aufgabe, aus dem Bau mit schwierigen Voraussetzungen ein Kunstmuseum zu schaffen. Bätzner erschuf einen "sympathischen Raum", wie es damals im BT hieß. Der Galeriebesucher fühle sich also dazu eingeladen, den Raum zu durchschlendern - ähnlich wie der Gast des Staatstheaters in den Vorstellungspausen. Um einen optischen Kontrast an der Fassade der Fruchthalle zu setzen, ließ der Architekt, im Gegensatz zur Vorderansicht, in Richtung Schulhof der Hansjakob-Schule zwei oktogonale aluminiumverkleidete Treppentürme bauen.

Die Rastatter Sammlung "Kunst in Baden nach 1945" umfasst eine ganze Bandbreite an Kunstwerken. Ob Gemälde oder plastische Arbeiten: Es ist eine Vielzahl an Kunstformen vertreten, wobei der Schwerpunkt auf der Malerei liegt. Die Werke stammen unter anderem von namhaften Künstlern wie Baselitz und Lüpertz. Nicht zuletzt war es der 2014 verstorbene Kunstliebhaber Diethelm Lütze, der die Rastatter Galerie durch seine Sammlung und weitere Stiftungen darin unterstützte, ihren Bestand aufzubauen.

Aktuell präsentiert die Städtische Galerie noch bis September anlässlich des 25-jährigen Jubiläums ausgewählte Sammlungsstücke in drei Ausstellungen, unterteilt in sechs Folgen. Der Kunstverein Rastatt veranstaltet zusätzlich ein Gewinnspiel. Die Besucher können unter anderem auch das Werk "Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht" von Anselm Kiefer betrachten, das bereits seit 1993 als permanentes Stück zum Galeriebestand zählt.

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