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Rendezvous mit Raupen
Eichenprozessionsspinner hocken in Gespinsten, die wie Netze aussehen. Mit ihren Brennhaaren können sie Allergien auslösen.  Foto: Heck
25.06.2018 - 00:00 Uhr
Elchesheim-Illingen (HH) - Zu den Profiteuren des Klimawandels gehört der Eichenprozessionsspinner. Die für den Menschen alles andere als harmlose Raupe liebt es warm und sonnig. Wenn an solchen Plätzen Eichen, ihr bevorzugter Lebensraum, zur Verfügung stehen, zeigt das Insekt, warum es so heißt wie es heißt: In langen Prozessionen ziehen die Raupen den Baum hinauf.

Um solche Wanderrefugien zu erkennen, braucht es einen geschulten Blick wie den der Forstmänner Willi Renkert und Clemens Erbacher. Dank der Experten lernte der Gemeinderat von Elchesheim-Illingen die kleinen Tierchen neulich von Angesicht zu Angesicht kennen. Dabei leben die Raupen nicht unbedingt im Verborgenen. Gerne richten sie sich an Waldrändern häuslich ein oder in lichten, gut beschienen Bereichen wie an der Brunnenlinie im Elchesheimer Wald. Direkt an diesem viel frequentierten Radweg, der vom Rheinwald-Wasserwerk nach Steinmauern führt, fand das Rendezvous statt. Der wärmespeichernde Asphaltbelag des Wegs erhöhe die Standortqualität für die Raupen, merkte Renkert an.

Zu sehen waren die putzig anmutenden Biester noch nicht. Sie kauerten in ihrem Nest, einem langgezogenen Gespinst aus dünnen weißen Fäden. "Sieht aus wie Zuckerwatte", lautet die Beschreibung in einer einschlägigen Publikation. Mit einem Aststück als Werkzeug schob Renkert aus gebührender Entfernung die feine Wolle beiseite. Zum Vorschein kam eine ganze Familie von Eichenprozessionsspinnern.

Im Sonnenlicht gut zu erkennen waren die feinen Härchen, für die sie berüchtigt sind. Es handelt sich um sogenannte Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Kommt ein Mensch damit in Berührung, können Hautrötungen noch das geringste Übel sein. Es kann sich bis Schleimhautentzündungen und Asthma steigern. Und die Eiche? Der können die Raupen wenig anhaben. Sie kriechen in ihren Prozessionen lediglich vom Nest die Rinde hoch, um sich an Blättern satt zu fressen und marschieren wieder zurück. Der Baum erleidet keinen Schaden. Die haarigen Insekten seien "kein Forstproblem", stellte Forstdirektor Erbacher klar.

Für die Raupen bricht nun die Zeit der Verpuppung an. Am Ende flattern sie als Nachtfalter davon. In den Gespinsten, die meistens wie lange Zöpfe an den Bäumen kleben, bleiben aber Brennhaare zurück und mit ihnen die Gefahren. Bei Begegnungen mit dem Eichenprozessionsspinner und in Nähe seiner Behausung gilt deshalb stets: Distanz wahren.

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