http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Glockenklang wird im Telldorf schmerzlich vermisst
Die Glocken im Turm der Ötigheimer St.-Michaels-Kirche stehen seit einem Monat aufgrund von Sanierungsarbeiten still.  Foto: Andreas Heid
28.06.2018 - 00:00 Uhr
Ötigheim (yd) - Schwindelfrei mussten die Mitglieder des Ötigheimer Gemeinderats am Dienstag sein - dieses Mal führte sie eine Vor-Ort-Begehung im Vorfeld der Sitzung nämlich in luftige Höhen, genauer gesagt in den Dachstuhl der St.-Michaels-Kirche. Dort wird seit Ende Mai gearbeitet: Das Glockengeläut wird saniert und auch im Turm muss einiges gemacht werden. Die fünf Glocken von St. Michael schweigen seitdem - ihr Klang wird schmerzlich vermisst im Dorf.

Für all diejenigen, denen der Klang der Ötigheimer Glocken fehlt, hatte Pfarrer Erich Penka am Dienstag gute Nachrichten dabei: Am Samstag, 21. Juli, sollen sie nach dem Abendgottesdienst wieder zu hören sein. Ihr Klang wird dann voraussichtlich etwas weicher sein als zuvor: "Wobei das wohl nur die Experten zu hören vermögen", meinte Penka. Der Grund für die neue Sanftheit des Ötigheimer Geläuts: Der Glockenstuhl wird im Rahmen der Sanierung erneuert und fortan nicht mehr wie bisher aus Stahl, sondern aus Holz gebaut sein. Eine Firma aus Schonach wird ihn ab Mitte des kommenden Monats aufbauen.

1831 wurde die dem heiligen Michael geweihte Kirche mitten im alten Ötigheimer Ortskern gebaut - ihre jahrhundertealte Vorgängerin stand in der Alten Friedhofsstraße und war im Lauf der Zeit zu klein für die wachsende Gemeinde geworden. Sie ist prachtvoll ausgestattet - unter anderem mit einer mehr als 175 Jahre alten Stieffell-Orgel, die bis heute erklingt. Die Glocken im Turm sind fast alle jünger: Bis auf die Kleinste von ihnen, stammen alle Glocken aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Johannes Wittekind, Glockeninspektor der Erzdiözese Freiburg, hatte den Zustand des Ötigheimer Glockenstuhls, der ebenfalls nach dem Krieg gebaut worden war, bemängelt - und auch der Turm, in dem sich dieser befindet, sei statisch nicht mehr ganz in Ordnung gewesen, erläuterte Pfarrer Penka. "Wenn die Glocken läuten, sind da fünf Tonnen in Bewegung. Das schiebt natürlich." Ein Haarriss in der Aufhängung der größten Glocke hatte zudem dafür gesorgt, dass diese bereits seit zwei Jahren nicht mehr schwingen durfte.

Um den Turm zu stabilisieren, wurde ringsum ein Betonanker gebaut, auf dem das Gebälk ruht, wie Michael Heid, Architekt der Sanierungsmaßnahme und gleichzeitig Mitglied des Gemeinderats, seinen Kollegen erklärte.

Der "Aufstieg" auf den Dachstuhl der Kirche ist dennoch abenteuerlich, schwingt hier doch der Boden förmlich mit. Die tatsächliche Begehung des Glockenstuhls über das Außengerüst, wagte dann doch keiner der Gemeinderäte.

Insgesamt kostet die Sanierung rund 200000 Euro. 20000 Euro steuert die weltliche Gemeinde bei, wie Bürgermeister Frank Kiefer am Dienstagabend sagte. Den Rest muss die Seelsorgeeinheit aus eigenen Rücklagen beziehungsweise zusammen mit einem Zuschuss aus Freiburg stemmen, so Penka.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Forbach
--mediatextglobal-- Kreis-Dezernent Haberecht (Mitte) bringt die Förderzusage in Form einer Plakette nach Herrenwies. Foto: Rainer Müller

26.07.2018
Leader-Plakette für Alte Kirche
Forbach (red) - Wichtiges Signal für den Verein Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße: Landkreis-Dezernent Claus Haberecht übergab beim Helferfest des Vereins die Leader-Plakette samt Zusage zur Förderung der Alten Kirche Herrenwies in Höhe von 15 200 Euro (Foto: Müller). »-Mehr
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die UEFA vergibt die Fußball-Europameisterschaft der Männer 2024 entweder an Deutschland oder die Türkei. Sollte Deutschland nach der Weltmeisterschaft 2006 erneut Ausrichter sein?

Ja.
Nein.
Die Türkei soll erstmals eine EM ausrichten dürfen.
Ich interessiere mich nicht für Fußball.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1