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Überzeugter "Menschenfänger" mit Visionen
Jörg Schnackenburg, Co-Vorsitzender des Kirchengemeinderats (links) und weitere Gemeindevertreter verabschieden Pfarrer Walter Becker (Zweiter von rechts).  Foto: Heck
02.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Helmut Heck

Durmersheim - Zu einem "denkwürdigen Tag" wurden gestern in der evangelischen Kreuzkirche so viele Besucher begrüßt, dass bis über den letzten Platz hinaus alles besetzt war. Der denkwürdige Anlass war die Verabschiedung von Pfarrer Walter Becker in den Ruhestand. Er hatte seine Stelle bei der Durmersheim, Au am Rhein und Elchesheim-Illingen umfassenden Kirchengemeinde am 8. September 2002 angetreten. Sein Anliegen sei es stets gewesen, missionarisch so zu wirken, dass Jesus für die Menschen "konkurrenzlos wichtig wird", wie Dekan Thomas Jammerthal schon aus Beckers Vikarzeit in Mosbach in den Jahren 1984/85 zu berichten wusste.

Von 1985 bis 1996 war er Pfarrer in Lohrbach. Es folgte eine Zeit als Lehrer an einer Schule am Hochrhein, bis er vor 16 Jahren die Pfarrstelle in der Hardtgemeinde übernahm. Im Wortgottesdienst, der dem Festakt mit Grußworten vorausging, ließ Becker erkennen, wie sehr ihm sein Beruf Berufung war. Von Jugendbeinen an habe er eine "besondere Nähe zu Abraham" gefühlt, der aus seinem Land von Gott mit den Worten "sei gesegnet" fortgeschickt worden sei, um in neuen Gefilden "ein Segen zu werden". Dass dieser Vers (1. Mose 1, 12:2) am Tag seiner Verabschiedung die Lesung einleitete, empfand Becker als wundersame Fügung: "ausgerechnet heute". Dass er in Gestalt eines Emaille-Bildes, das die Kirchengemeinde als Abschiedsgeschenk von der Künstlerin Mechthild Häusler hatte anfertigen lassen, wiederkehrte, bewegte Becker sehr. "Ihr seid mir zum Segen geworden", dankte er seiner Gemeinde. "Durch Euch hat Gott mich verwöhnt", erinnerte er an die Überwindung einer Phase schwieriger Diskussionen nach der Visitation vor einigen Jahren. Ein Mensch brauche ein Dach über dem Kopf und andere Menschen, die es mit ihm teilten, zog Becker gedankliche Verbindungslinien zu den Flüchtlingsschicksalen heutiger Zeit. Die Frage, ob Gott unmenschlich sei, müsse ausgehalten werden. Gott dringe "allein durch Jesu zu uns durch".

Wie Becker mit dieser Überzeugung während seiner Jahre in Durmersheim Menschen für die Kirche gewann, machten vier Gemeindeglieder mit ihrer persönlichen Erweckung durch behutsamen Zuspruch des Pfarrers fassbar. Die Schilderungen bestätigen eindrucksvoll die Titulierung "Menschenfänger", mit der Jörg Schnackenburg, Co-Vorsitzender des Kirchengemeinderats, den Geistlichen würdigte. Becker habe "Visionen" mitgebracht, die man zur Fortentwicklung der Gemeinde benötigt habe. "Seine Predigten haben Menschen verändert", sagte er mit großer Anerkennung. Dank Becker hätten viele "Jesus kennengerlernt". Unter dem Ziel, dass "niemand verloren geht" sei in Beckers Ära die Gemeinde nach außen "präsent geworden".

Dekan Jammerthal zufolge hat die Becker entgegengebrachte Wertschätzung viel mit dessen "klaren Aussagen" zu tun. Er habe in 16 Jahren viel bewegt. Der Kirchenbezirk und die Landeskirche seien ihm zu Dank verpflichtet, ebenso seiner Frau Ruth, die seine Arbeit mitgetragen habe.

Bürgermeister Andreas Augustin berichtete von einer sehr guten Zusammenarbeit. Bitten um die Segnung öffentlicher Einrichtungen habe Becker immer "mit einem herzlichen Ja" beantwortet. Markus von Chamier bekundete als katholischer Amtsbruder, dass "ökumenische Verbundenheit" für Becker "eine Herzensangelegenheit" gewesen sei.

Wer Becker nachfolgt, ist völlig offen. Auf die Ausschreibung seien keine Bewerbungen eingegangen, so Schnackenburg auf Nachfrage. Beckers Ruhestand geht mit einer weiteren Zäsur einher. Das Gemeindehaus in der Friedrichstraße kommt in neue Hände. Das Pfarrbüro sei bereits in die Hauptstraße 104 umgezogen, gab Schnackenburg den aktuellen Stand wieder.

Als künftiges Pfarrhaus habe man ein Gebäude in Würmersheim erworben. In einem anderen Anwesen im Ortsteil werden die Beckers ihren Ruhesitz beziehen.

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