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Sanierung des Hildaplatzes: Gemeinderat will es günstiger
Grün wird der Hildaplatz bald nicht mehr sein. Der Gemeinderat hat die Pflasterung mit Wasserspiel eingeleitet. Laut dem Planer kann es mit dem Baubeginn bis zum nächsten Frühjahr dauern.  Foto: H. Heck
06.07.2018 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - In drei Lose war die Ausschreibung für den Durmersheimer Hildaplatz aufgeteilt. Am Mittwoch wurden im Gemeinderat die Ergebnisse vorgestellt. Sie lagen beim ersten Paket um 17 Prozent, beim zweiten um mehr als das Doppelte und beim dritten um fast das Doppelte über den Kostenberechnungen. Die Realisierung des Vorhabens wurde von der überwältigenden Ratsmehrheit trotzdem nicht infrage gestellt.

Man behalf sich auf Vorschlag von Bürgermeister Andreas Augustin mit einem Umweg. Los 1, die Erd- und Pflasterarbeiten, wurden vergeben. Die Ausschreibung der beiden anderen Lose, Wasserspiel und Elektroinstallationen, wurden aufgehoben und beschlossen, sie beschränkt, beziehungsweise freihändig zu vergeben. Die im Haushalt veranschlagten Mittel von 620 000 Euro für alles zusammen wurden um 80 000 Euro erhöht.

Der Auftrag für die Erdarbeiten wurden für rund 491 400 Euro an die Firma Bau+Grün in Sinzheim vergeben. Wie Architekt Andreas Adler mitteilte, beinhaltet der Auftrag auch die Beseitigung von Überresten der Raiffeisen-Warengenossenschaft, die sich einst auf der Fläche befand. Für dieses Los waren noch zwei weitere Offerten eingegangen, sie lauteten auf 564600 Euro und 621200 Euro.

Das von Adler als "Fontänenanlage" umschriebene Wasserspiel war von ihm mit 35700 Euro veranschlagt worden. Dazu gab es lediglich ein Angebot mit 82600 Euro. Über eine beschränkte Ausschreibung glaubt man, den Brunnen günstiger zu kriegen. Das dritte Los mit den Elektroarbeiten hatte der Planer bei 17850 Euro angesetzt. Wiederum gab es nur ein Angebot. Die Preisvorstellung lag bei 32770 Euro. Adler spekulierte darauf, dass ein ortsansässiger Fachbetrieb die Installationen günstiger ausführen könne. Bürgermeister Augustin wurde ermächtigt, das Gewerk freihändig zu vergeben.

Die Entfernung seiner Berechnungen zu den Angeboten begründete der Planer mit bewusster Niederschwelligkeit: zu hoch zu kalkulieren, würde die Preise treiben. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Hermann fand die Teuerungen "traurig". Aber die Entwicklung sei momentan halt so. Deshalb auf das Wasserspiel zu verzichten, wäre "nicht charmant", man verlöre die Attraktion des Ganzen. Dass drei Wochen zuvor beim Gemeindezentrum Würmersheim wegen Preissprüngen das dortige Sanierungsvorhaben vorläufig abgeblasen wurde, man beim Hildaplatz aber weiter für Voranschreiten sei, begründete Hermann so: Die Kosten fürs Gemeindezentrum habe man "gedeckelt", für den Hildaplatz aber nicht. Zudem gebe es für den Platzbau 168000 Euro Zuschuss.

Christa Schulz von der BuG beurteilte die Brunnenfrage anders. Nach der Spardebatte um das Gemeindezentrum wäre es inkonsequent, beim Hildaplatz alles "großzügig" zu genehmigen. Schulz schlug vor, das Wasserspiel nur mit den Zuleitungen "vorzubereiten". Die endgültige Ausführung sollte man verschieben. FWG-Sprecher Frank Möhrle ließ wissen, dass seine Fraktion den von Augustin empfohlenen Weg mittrage, er ergebe Sinn.

Helmut Schorpp (CDU) beklagte, dass beim Gemeindezentrum Würmersheim zehn Prozent Steigerung zum Stopp geführt hätten, beim Hildaplatz man aber 17 Prozent hinzunehmen bereit sei. Er forderte, die Reißleine zu ziehen. Zusammen mit der Lokalen Agenda, auf deren Initiative das Platzprojekt zurückgeht, sollte eine weniger aufwendige, ökologisch wertvollere Gestaltung versucht werden, "weniger Pflaster, mehr Grün". Die Lokale Agenda aber ist mit der bestehenden Planung einverstanden. "Ich habe es gebilligt", teilte ihr Sprecher Siegfried Baumgart mit, der unter den etwa ein Dutzend Zuhörern saß. Für das Geldproblem sah er sich nicht zuständig: "Kosten sind keine Agendasache."

Schorpps Fraktionskollege Stephen Jung wandte sich im Namen der CDU-Mehrheit entschieden dagegen, noch mal von vorne anzufangen. Die Verschönerung des Hildaplatzes sei notwendig, auf das Wasserspiel könne nicht verzichtet werde. Man wolle keine "Betonwüste" wie den Zentrumsplatz im Würmersheimer Wohngebiet "Tiefgestade III", der "brachliege". Jung war überzeugt, dass sich der Hildaplatz zu einem "Anziehungspunkt" mausern werde.

Das vorgeschlagene Vorgehen bei der Auftragsvergabe wurde ohne Schorpp mit großer Mehrheit gutgeheißen. Die Aufstockung um 80000 Euro wurde bei vier Gegenstimmen von Schorpp, Schulz, Enderle und Hartmut Seidel (FWG) ebenfalls mit eindeutigem Votum bewilligt.

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