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Acht Jahre Haft für Haupttäter
Mitte Juli 2017: Polizisten durchkämmen Felder bei Durmersheim, um den Leichnam zu finden.  Foto: av
10.07.2018 - 00:00 Uhr
Durmersheim/Baden-Baden/Durmersheim (mo) - Die Große Jugendkammer des Landgerichts Baden-Baden verhängte gestern die Urteile in einem ungewöhnlichen Strafprozess. Der Fall sorgte vor einem Jahr im Raum Durmersheim für erhebliches Aufsehen.

Der 29-jährige Hauptangeklagte, ein Algerier, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, fahrlässiger Tötung sowie wegen schwerer räuberischer Erpressung und wegen Erwerbs von Betäubungsmitteln zu acht Jahren Haft verurteilt. Beim mitangeklagten 18-jährigen Deutschen, der zur Tatzeit 17 Jahre alt war, also noch Jugendlicher, musste Jugendstrafrecht angewandt werden. Gegen ihn wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, fahrlässiger Tötung sowie wegen Betrugs und Nötigung, ferner wegen zweier Beleidigungen, begangen in der Untersuchungshaft gegenüber dem Gefängnispersonal, eine Jugendstrafe von vier Jahren verhängt.

Im Juli vergangenen Jahres waren zwei Männer und der 17-Jährige in den Abendstunden von der Bahnstation Mörsch querfeldein zurück nach Durmersheim unterwegs. Dabei entstand ein Streit zwischen den beiden Algeriern. Worum es dabei genau ging, blieb auch nach der Beweisaufnahme im Dunkeln. Jedenfalls wurde der 44-Jährige vom Hauptangeklagten gezwungen, sich auf den Bauch zu legen, mit Kleidungsstücken geknebelt und gefesselt. Hierzu, so das Gericht, sei der damals 17-Jährige jedoch nicht gezwungen worden, sondern er habe mitgemacht. Der 29-Jährige habe dann allerdings allein mit dem Griff eines Messer massiv auf den Hinterkopf des 44-Jährigen geschlagen und ihn getreten. Als dieser schließlich bewusstlos am Boden lag, habe man blindlings darauf vertraut, dass er schon tot sei. Über Stunden suchte man nach Hilfsmitteln wie Schaufel und Schubkarren, um den Körper unter der Erde verschwinden zu lassen, anstatt ihn einfach liegenzulassen oder ärztliche Hilfe zu verständigen. Mit dieser unbegreiflichen Entscheidung habe man dem Opfer jede Chance genommen, zu überleben und es lebendig begraben. Grob fahrlässig, vorhersehbar und vermeidbar habe man dadurch den Tod eines Menschen zu verantworten.

Ein zweiter Anklagepunkt spielte sich im Drogenmilieu ab. Da man vom Lieferanten nicht reell mit Cannabis versorgt wurde, wollte man daraufhin von ihm Haschisch beziehen, ohne zu bezahlen. Der Stoff wurde auch ausgehändigt.

Der damals 17-Jährige machte sich nach Überzeugung des Gerichts dabei des Betrugs und der Nötigung schuldig. Im Verlauf dieses Aufeinandertreffen habe der 29-jährige Algerier außerdem eine Messerklinge gezückt und den Dealer zusätzlich zur Herausgabe des Geldbeutels mit 90 Euro Inhalt gezwungen. Deshalb wurde er in diesem Tatkomplex wegen schwerer räuberischer Erpressung auch drastischer verurteilt.

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