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Selbst ist der Bürger
Klappt: Arne Pfirrmann mit der stellvertretenden Bürgerbüroleiterin Stefanie Graf im Selbstversuch.  Foto: Melcher
12.07.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Der Bürgermeister hatte schon mal keine Probleme damit: Als Arne Pfirrmann gestern den "Self- Service-Terminal" im Bürgerbüro Rastatt testete, ging der Daumen hoch. Biometrisches Foto machen für den neuen Ausweis, Fingerabdrücke nehmen, unterschreiben: All das können Rastatter nun selbst an dem neuen Gerät erledigen, nachdem sie ihre Nummer gezogen haben und darauf warten, an den Mitarbeiter-Platz gerufen zu werden.

Pfirrmann freute sich, das Menü des Automaten "ist wirklich selbst erklärend", betonte er: Auch Menschen, die nicht in der digitalen Welt aufgewachsen sind, sollten sich mit der Bedienung zurechtfinden - es soll ihnen wie auch den Mitarbeitern letztlich Zeit sparen. Das seien zwar lediglich etwa zwei bis drei Minuten pro Vorgang, wie Fachbereichsleiter Achim Schick schätzt - bei 7357 Personendokumenten, die das Bürgerbüro beispielsweise im vergangenen Jahr zu bearbeiten hatte, kommt da aber ganz schön was zusammen (mehr als 300 Stunden). Rastattern, die sich darauf einlassen, spart das Gerät zudem den Gang zum Passbildautomaten oder Fotografen.

Man kann aber, darauf legt die Stadt wert, auch weiterhin konventionell Ausweisdokumente beantragen. Das Terminal sei ein zusätzlicher Service.

Die Bundesdruckerei stellt es zur Verfügung (und will dafür fünf Euro plus Mehrwertsteuer pro gemachtem Bild, weshalb die Stadt von den Bürgern, die das Gerät nutzen, fünf Euro pro Foto verlangt), eine einmalige Lizenzgebühr von 2600 Euro musste an die Kommunale Informationsverarbeitung KIVBF bezahlt, ein Rollo für die passenden Lichtverhältnisse angebracht werden. Auswirkungen auf den Stellenschlüssel fürs Bürgerbüro habe das Terminal nicht, wie gestern bei der Präsentation betont wurde. In Städten wie Karlsruhe, Mannheim oder Freiburg sind solche Terminals bereits im Einsatz, von dort kämen "absolut positive" Rückmeldungen; in Rastatt sieht man sich noch bis Anfang August in der Testphase.

Stellt man sich nun auf die gelben Fußabdrücke vor dem Terminal, justiert sich dieses auf die Größe des Nutzers ein (auch für Kinder und Rollstuhlfahrer) und kann die biometrischen Daten für sämtliche Ausweisdokumente erfassen: vorläufige und endgültige Personal- und Reisepässe sowie Kinderreisepässe. In acht Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch) kann es durchs Menü führen, bedient wird es per Touch-Screen. Auch der erforderliche Datenschutz sei natürlich gewährleistet, wie betont wurde. Die Technik ist vom Bundesamt für Sicherheit zertifiziert.

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