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Kindgerechte Annäherung ans Thema Tod
Koordinatorin Susanne Fietz (links) und Klassenlehrerin Madlen Eggenreich mit den Drittklässlern, die Bohnensprösslinge umtopfen.  Foto: Koch
13.07.2018 - 00:00 Uhr
Steinmauern (mak) - "Ich finde es faszinierend, wie offen die Kinder mit den Themen Sterben und Tod umgehen", sagt Madlen Eggenreich, Klassenlehrerin der dritten Klasse an der Grundschule in Steinmauern. Schulleiterin Lydia Frenk hat die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes Rastatt mit dem Projekt "Hospiz macht Schule" an ihre Einrichtung geholt. Eine ganze Woche lang befassen sich die Grundschüler mit einem Thema, über das in diesem Alter meist nicht gesprochen wird.

Die Bundes-Hospiz-Akademie schult bereits seit 2006 Mitarbeiter für das Projekt "Hospiz macht Schule". Der Hospizdienst Gaggenau hat dies im vergangenen Jahr erstmals im Kreis Rastatt angeboten. Das Badische Tagblatt berichtete, Lydia Frenk wurde auf den Artikel aufmerksam und beauftragte Religionslehrerin Claudia Drexhage, mit dem Hospizdienst Rastatt Kontakt aufzunehmen.

Im vergangenen September hatte sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen in der Schlossakademie Bad Rotenfels ein Wochenende lang für das Projekt schulen lassen, "Premiere" für den Hospizdienst Rastatt ist nun in Steinmauern. Sieben Ehrenamtliche und zwei Hauptamtliche (Ute Ludwigs und Susanne Fietz) sind fünf Tage lang in Steinmauern, einige Berufstätige nehmen hierfür sogar Urlaub. Die einzelnen Tage, die im Bürgerhaus Alte Schule stattfinden, bauen thematisch aufeinander auf. Zunächst befassen sich die Kinder mit den Themen "Werden und Vergehen", dann folgen "Krankheit und Leid", "Sterben und Tod", "Vom Traurigsein" und "Trost und Trösten." Heute wird die Projektwoche mit einem kleinen Fest abgeschlossen, an dem auch die Eltern teilnehmen.

Anhand von Bildern konnten die Schüler ausdrücken, was sie bewegt. Im Gruppenraum im Dachgeschoss hängen Bilder an einer Leine, auf denen veranschaulicht wird, wie sich die Kinder ein Leben nach dem Tod vorstellen: Auf einigen ist eine Himmelsleiter zu sehen, es gibt Regenbögen und viele Sonnen. Ein Bild ist voller Wolken, auf denen die Verstorbenen leben.

Beim Thema Krankheit schrieben die Kinder auf, was ihnen half, gesund zu werden. Zudem stand das Rastatter Ärzte-Ehepaar Gertrud und Winfried Imm umfassend Rede und Antwort.

Gestern nun durften die Schüler im Werkraum Bohnensprösslinge eintopfen. "Wenn ein Angehöriger stirbt, dann kann das einen Menschen entwurzeln. Doch er kann wieder neue Menschen finden und neue Wurzeln schlagen", erläutert Ulrich Philipp, der eine Woche Urlaub genommen hat, die Symbolik der Aktion.

Lydia Frenk ist angetan von dem Angebot und dem Hospizdienst Rastatt "sehr dankbar". Auch Themen wie Krankheit und Tod gehörten zu einem ganzheitlichen Bildungsauftrag: "Wir als Schule könnten so ein Projekt gar nicht leisten. Die Kinder haben aber viele Fragen zu diesem Thema." Sie selbst unterrichtet unter anderem Religion und geht mit ihren Schülern auf den Friedhof, wenn sie das Thema Sterben und Tod behandelt: "Das ist für die Kinder eine wichtige Erfahrung", hat Lydia Frenk festgestellt. Sie hofft, dass der Hospizdienst auch im nächsten Jahr wieder kommt. Koordinatorin Susanne Fietz verdeutlicht jedoch, dass man das Projekt nur einmal im Jahr anbieten könne, da einige Ehrenamtliche Urlaub nehmen müssten. Die Kinder selbst wollen gar nicht so lange warten: "Viele haben uns gefragt, ob wir nächste Woche wiederkommen", berichtet Ulrich Philipp mit einem Schmunzeln.

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