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Gewaltexzess im Vollrausch
Gewaltexzess im Vollrausch
23.07.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (mo) - Was geschah, war äußerst brutal. Doch weil ein 44-Jähriger dabei so stark betrunken war, dass seine Schuldunfähigkeit nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde er vom Schöffengericht nach zwei Verhandlungstagen nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen fahrlässigen Vollrauschs verurteilt. Und zwar zu einem Jahr und acht Monaten Haft ohne Bewährung.

Die Tat ereignete sich in und vor der Obdachlosenunterkunft in Niederbühl. Am 15. Januar kippte dort nach reichlichem Alkoholgenuss beim Beschuldigten die Stimmung. Er wurde gereizt und immer aggressiver. In diesem Zustand schlug er dann nach Erkenntnis des Gerichts grundlos auf einen 64-Jährigen ein. Als eine Mitbewohnerin schlichten wollte, wurde auch sie verprügelt. Sie verließ das Zimmer und begab sich in das Zimmer eines Nachbarn. Der verständigte die Polizei.

In der Zwischenzeit schleifte der Mann sein Opfer vors Haus. Ein in der Nähe parkender Lkw-Fahrer beobachtete, wie der Angeklagte mehrfach gegen den Kopf des älteren Mannes trat. Dieser lag reglos und blutüberströmt am Boden. Der Zeuge befürchtete schon, dass er nicht mehr lebt. Als die Polizei eintraf und den 44-Jährigen mit auf die Polizeiwache nahm, spukte dieser dann einem der Ordnungshüter mitten ins Gesicht.

Die veranlasste Blutprobe ergab zur Tatzeit einen Wert von 3,1 Promille. Der Körper des Opfers war infolge "stumpfer Gewalt" mit Blutergüssen und Prellungen übersät, aber auch drei Rippenbrüche wurden diagnostiziert. Der Gewaltexzess, so der Rechtsmediziner, gefährdete das Leben des Attackierten. Bei Bewusstlosigkeit habe der Erstickungstod gedroht.

Das Opfer indes bezeichnete im Zeugenstand den Beschuldigten nicht als den üblen Schläger. Doch auch ihn plagten Erinnerungslücken. Er bestand jedoch darauf, dass der 44-Jährige ihn beschützte. Ihm sei zu verdanken, dass er noch am Leben ist. Der Angeklagte wiederum gab sich wortkarg, schwieg vorwiegend und verwies nur auf das polizeiliche Vernehmungsprotokoll. Danach wollte der 44-Jährige sich an den Gewaltausbruch nicht erinnern und sprach von einem "Blackout". Er bestritt jedoch nicht, die Gewalttätigkeiten begangen zu haben.

Mehrere Heimbewohner schilderten eine nicht gerade behagliche Wohngemeinschaft. Bei vielen bestimme der Griff zur Flasche den tristen Alltag. Krach und Ärger gibt es jeden Tag, so ein Bewohner der Unterkunft. So habe ihn die Lautstärke damals darauf aufmerksam gemacht, dass es wieder einmal Streit gibt. "Man rauft sich und rauft sich auch wieder zusammen", so ein Ex-Mitbewohner über das dortige Leben.

Der Angeklagte, so das Gericht, habe derzeit keinen Halt, keinen Wohnsitz. In der Rastatter Unterkunft hat er Hausverbot. Sein Hang zu berauschenden Mitteln lasse weitere Straftaten befürchten, wenn er wieder in Freiheit sei. Deshalb könne die verhängte Freiheitsstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

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