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Offizieller Startschuss für Neubaugebiet
Am westlichen Ortsrand von Muggensturm prägt Natur das Bild. Bald sollen dort Häuser stehen. Foto: Willi Walter
25.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Mirjam Hliza

Muggensturm - Um ein Haar hätte der Muggensturmer Gemeinderat die wohl "wichtigste Entscheidung" der vergangenen 25 Jahre getroffen, ohne in Form von Stellungnahmen ein Wort darüber zu verlieren. Denn aufgrund der fortgeschrittenen Zeit hatte Bürgermeister Dietmar Späth in der Sitzung am Montagabend, der rund 90 Bürger folgten, das Tempo angezogen, um endlich den Beschluss für das neue Baugebiet "Falkenäcker - Stangenäckerle" zu fassen.

Das ging SPD-Gemeinderatsmitglied Dieter Eisele dann doch zu schnell, er bestand auf eine Stellungnahme. Darin drückte er seine Freude darüber aus, dass man mit dem Baugebiet endlich die Nachfrage nach sozialem sowie barrierefreiem Wohnraum und Mietwohnungen befriedigen könne. Zeitgleich bedauerte er, dass man für die Zerstörung der Natur wohl nie einen richtigen Ausgleich schaffen könne. Harald Unser (MBV) zeigte sich erfreut, dass die Planungen für das Gebiet schon so weit gediehen seien. Kritik gab es von Birgitta Haller-Müller: Sie bemängelte, dass das Baugebiet erst jetzt Thema im Gemeinderat sei, es hätte schon längst umgesetzt werden können. Dennoch sei die CDU froh, dass die Abwanderung von Muggensturmern mit dem Baugebiet nun ein Ende habe. Einstimmig votierte der Gemeinderat unter anderem für den Grundsatzbeschluss, das Neubaugebiet zu entwickeln und erschließen.

Rahmenbedingungen: Das geplante Neubaugebiet ist rund 18 Hektar groß und liegt am westlichen Ortsrand von Muggensturm. 1400 Menschen könnten dort eine neue Heimat finden. Das Gebiet wird von dem Träger LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) erschlossen.

Natur- und Artenschutz: Auf der Fläche befinden sich hauptsächlich Streuobstwiesen, Acker- und Wiesenflächen mit hoher Bedeutung für den Naturschutz, betonte Christoph Müller vom Ingenieurbüro Wald und Corbe. Es kommen Vogelarten wie Grasmücke und Goldammer in dem Gebiet vor, 55 Wildbienenarten, der Käfer Körnerbock, zudem Zaun- und Mauereidechse. Letztere lebte zwar im Bereich der Bahnlinie im Gleisschotter, könnte aber durch die Bauarbeiten gefährdet werden. Allein für die Zauneidechse wird eine Ausgleichsfläche von zwei Hektar nötig. Auch Fledermäuse kommen in dem Gebiet vor. Insgesamt verliert Muggensturm mit der Entwicklung des Baugebiets drei Millionen Ökopunkte. "Das ist viel", ordnete der Fachmann Müller ein. Dieses Defizit müsse ausgeglichen werden. Im Gewann Dinkelfeld gebe es eine 5,5 Hektar große Landwirtschaftsfläche, davon könnte man zwei Hektar für die Zauneidechse abzwacken. Zudem müssten auf weiteren Flächen Blühwiesen angelegt sowie Nist- und Fledermauskästen aufgehängt werden.

Verkehr und Lärm: Durch das Neubaugebiet mit 1400 Einwohnern wird der Verkehr im Ort zunehmen. Stefan Wammetsberger, Verkehrsplaner vom Büro Koehler & Leutwein, rechnete aus, dass mit zusätzlichen 3000 Fahrten zu rechnen sei. In der Rastatter Straße zum Beispiel bedeutet das 800 Fahrten mehr pro Tag. Heikle Ergebnisse hatten die Berechnungen in Sachen Schallschutz: Gerade in Richtung Bahnlinie läge die Bebauung ohne Lärmschutzwand in einer "No-Go-Area". Und selbst mit Wand darf bis zum nördlichen Rand des Gebiets nicht gebaut werden. Geplant ist nun unter anderem ein zwei Meter hoher Erdwall mit einer acht Meter hohen Lärmschutzwand darauf entlang der Bahnlinie. Im Westen sollen sechs und sieben Meter hohe, transparente Lärmschutzwände für Ruhe sorgen. Für Anwohner der Merkur- und der Falkenstraße soll das Neubaugebiet einen positiven Effekt haben: Bei ihnen werde es dadurch deutlich ruhiger.

Erschließung: Anschließend an die bestehende Wohnbebauung am Ortsrand sollen im Neubaugebiet nur Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser anknüpfen. Im Inneren des Baugebiets sind auch Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Zudem gibt es besondere Flächen, auf denen zum Beispiel Einzelhandel entstehen könnte. Pro Wohneinheit muss es 1,5 Stellplätze geben, wobei immer nach oben aufgerundet wird. Die Straßen der Hauptverkehrswege in dem Gebiet sollen sechs Meter breit werden. Die Einrichtung einer Bushaltestelle ist geplant. Die Erschließungskosten wurden mit 20 Millionen Euro beziffert.

Bodenneuordnung: "Wir sind auf die Mithilfe der Grundstückseigentümer angewiesen", betonte Rathauschef Späth. Denn der größte Teil des Gebiets liegt in privater Hand. Es gibt in dem Gebiet 107 Eigentümergemeinschaften, verdeutlichte Matthias Neureither vom Büro Schwing & Neureither. Entstehen sollen 277 Bauplätze. Für das nicht erschlossene Rohbauland könnten Eigentümer einen Quadratmeterpreis von rund 85 Euro erwarten, gab Neureither eine Tendenz. Der Quadratmeterpreis des voll erschlossenen Baugebiets könnte zwischen 370 und 400 Euro liegen.

Zeitplan: Das Bebauungsplanverfahren liegt der Sitzungsvorlage zufolge bei 1,5 bis zwei Jahren. Die Erschließungsmaßnahmen dauern noch einmal 1,5 Jahre. Häuslebauer könnten demnach in rund drei Jahren starten.

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