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In Nachbarschaftsstreit kommt Bewegung
In Nachbarschaftsstreit kommt Bewegung
27.07.2018 - 00:00 Uhr
Steinmauern (mak) - In den seit zwei Jahren währenden Konflikt in der Lindenstraße, bei dem sich zwei Nachbarn der Flüchtlingsunterkunft über Lärm beschweren, ist Bewegung gekommen. Bürgermeister Siegfried Schaaf hat bei einem Gespräch mit den Nachbarn zugesagt, dass Lärmschutzfenster eingebaut werden. Zudem soll die Dachgeschosswohnung geräumt und in Zukunft für eine Belegung mit Obdachlosen freigehalten werden.

"Mit den neuen Fenstern müsste es funktionieren", zeigt sich der Rathauschef zuversichtlich, dass im wahrsten Sinne des Wortes künftig Ruhe einkehrt in den Nachbarschaftsstreit. Man werde den Auftrag ausschreiben und die Fenster in den nächsten Monaten ersetzen, führt Schaaf im BT-Gespräch weiter aus. Da die beiden Nachbarn Michael Jung und Olaf Hasenbein den störenden Lärm nicht nur auf laute Gespräche und Musik, sondern auch auf weit geöffnete Fenster zurückführen, sollen diese künftig nur noch gekippt werden können.

"Wir haben immer versucht, akzeptable Verhältnisse zu schaffen", betont Siegfried Schaaf und weist die Kritik der Nachbarn zurück, die Verwaltung habe nicht auf die Lärmbeschwerden reagiert. So habe beispielsweise ein Architekt untersucht, ob eine Lärmschutzwand zwischen den nah beieinander liegenden Grundstücken realisiert werden könnte, was jedoch nicht möglich sei: "Als Vermieter hat man bei Lärmbeschwerden nur beschränkte Möglichkeiten", erläutert Schaaf.

Weiterhin habe Verwaltungsmitarbeiterin Nicole Dreher, die unter anderem für die Flüchtlingsbetreuung zuständig ist, nach den Beschwerden der Nachbarn das Gespräch mit den Bewohnern gesucht und sei dabei immer auf Verständnis gestoßen. Nachdem jüngst eine Beschwerde wegen vieler Besucher in den späten Abendstunden eingegangen sei, habe die Verwaltung ein Besuchsverbot ab 22 Uhr ausgesprochen, führt der Bürgermeister weiter aus.

Integrationsmanager regelmäßig vor Ort

Im Hinblick auf die Anzahl der Polizeieinsätze wegen Ruhestörung stehen unterschiedliche Zahlen im Raum, die Nachbarn reden von 20, laut Schaaf waren es lediglich neun, wie er auf Nachfrage bei der Polizei erfahren habe.

Michael Jung und Olaf Hasenbein hatten Anfang Mai beim Landratsamt eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, in der sie Schaaf Untätigkeit vorwarfen (wir berichteten). Diese wurde in der vergangenen Woche vom Kommunalamt als unbegründet zurückgewiesen, sagt Pressesprecherin Gisela Merklinger.

In der Flüchtlingsunterkunft in der Lindestraße wohnen aktuell zwei syrische Familien, im Dachgeschoss sind drei irakische Brüder untergebracht. Diese sollen "so schnell wie möglich" im Rahmen der Familienzusammenführung nach Rastatt verlegt werden, erläutert Integrationsmanager Christian Döttinger, der als Sozialberater für Flüchtlinge in den Anschlussunterbringungen in Steinmauern und Ötigheim zuständig ist: "Von den sechs volljährigen Bewohnern der Lindenstraße 8 sind vier in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis", gibt er als Beleg für deren Integrationswilligkeit an. Döttinger ist im Durchschnitt einmal in der Woche in der Lindenstraße, um den Flüchtlingen "in allen Belangen des Alltags" zu helfen. Alle Bewohner hätten zudem Deutschkenntnisse, die der Stufe B1 des europäischen Referenzniveaus entsprechen. Das bedeutet, dass sie im Dialog die Hauptpunkte verstehen, wenn Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge geht.

Hintergrund

Des Weiteren werden die Flüchtlinge von Werner Göppert betreut, der regelmäßig im Haus und im Umfeld nach dem Rechten sieht.

Der Gemeinderat stehe "unisono" hinter dem Beschluss, dass das Gebäude in der Lindenstraße 8 weiterhin als Flüchtlingsunterkunft genutzt werde, tritt der Rathauschef anderslautenden Gerüchten im Ort entgegen. Schaaf weist im Hintergrundgespräch zudem auf die Integrationsbemühungen für die aktuell 30 Flüchtlinge im Ort hin. Diese werden von einem Helferkreis betreut, dessen harter Kern aus fünf bis zehn Ehrenamtlichen besteht.

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