http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Ein Waldspaziergang ist 62 Cent wert
Eigentlich unbezahlbar: Viele Besucher des Rastatter Walds sind Idealisten, die Abgeschiedenheit suchen. Aber auch Wissen über den Wald finden sie spannend. Foto: Linkenheil
02.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Keine Sorge: Spaziergänger, Radler und Jogger sollen auch künftig keinen Eintritt für den Rastatter Stadtwald bezahlen müssen. Einige Waldbesucher hatten genau das befürchtet, als sie vor einigen Wochen dazu befragt wurden, was ihnen denn ein Waldbesuch - in klingender Münze ausgedrückt - eigentlich wert wäre. Einige antworteten trotz Empörung. Im Durchschnitt hätten sie 62 Cent bezahlt.

Die Befragung war Teil von wissenschaftlichen Arbeiten zweier Studenten der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Jetzt haben Yannic Graf und Maximilian Ulmer ihre Ergebnisse öffentlich vorgestellt.

Der städtische Kundebereichsleiter Forst Martin Koch und seine Kollegen fühlten sich anschließend auf ihrem Weg bestätigt, den Wald für die Besucher immer attraktiver zu machen. Denn die studentischen Ergebnisse sollen unter anderem als Grundlage für die weitere Ausgestaltung des Stadtwalds dienen. Es geht speziell um rund 170 Hektar des Ötigheimer Walds, die trotz des Namens zum Rastatter Stadtgebiet gehören. Sie sind zertifizierter Erholungswald. Als dritte Stadt Deutschlands nach Heidelberg und Augsburg erhielt Rastatt 2016 diese bundesweite Auszeichnung für sein nachhaltiges Erholungswaldkonzept. Jüngste Errungenschaft ist die vor wenigen Tagen aufgebaute Rundsitzbank beim Duellstein nahe der Fohlenweide.

Die beiden Studenten verfolgten unterschiedliche Methoden, wie sie bei der öffentlichen Infoveranstaltung am Dienstagnachmittag erklärten. Mit der Frage "Was wären Sie bereit zu bezahlen für... ?" wollte Maximilan Ulmer ermitteln, was den Rastatter Waldbesucher der Wald in Euro ausgedrückt wert ist. 127 Personen nahmen teil. Pro Waldbesuch würden sie im Durschnitt 62 Cent bezahlen. Zwei Drittel der Befragten würden den Wald dann aber seltener besuchen.

Ulmer fragte auch nach konkreten Maßnahmen zur Erhaltung beziehungsweise Aufwertung des Waldes und stellte dann anhand der Höhe der genannten, rein gedanklichen Geldbeträge eine Rangfolge her. Demnach wäre den Befragten der Erhalt alter Bäume am wichtigsten. Dafür würden sie im Schnitt 14,31 Euro zahlen. Eine Verbesserung der Wissensvermittlung im Wald, zum Beispiel durch Infotafeln, wäre den Besuchern 12,26 Euro wert. Der Erhalt des Wegenetzes ist vielen wichtig (11,19 Euro), manche wünschen sich ein wilderes Waldbild (9,78 Euro). Es folgen mehr Sauberkeit (7,69 Euro) und der Bau von Sinusbänken, auf denen man auch liegen kann (6,45 Euro). Hochgerechnet auf jährlich 20000 Waldbesucher kommt der Student auf einen Betrag von rund 1,37 Millionen Euro für den Erhalt des Ist-Zustands. "Dafür müssten wir viel Holz verkaufen", kommentierte Förster Martin Koch diese beachtliche Summe. Sie zeigt, dass den Waldbesuchern die Erholung in der Natur doch einiges wert ist.

Einen anderen Ansatz verfolgte Yannic Graf bei seiner Befragung von 128 Waldnutzern. Er unterteilte sie in Typen, wie zum Beispiel den Idealisten, der Ruhe und Abgeschiedenheit in einem möglichst naturnahen und ursprünglichen Wald sucht. Dieser Romantiker dominiert bei den Rastatter Waldnutzern deutlich. Doch es gibt auch die Instrumentalisten, die im Wald ihr Hobby ausleben wollen, zum Beispiel Fahrrad fahren. Speziell ausgewiesene Wege für sportliche Radler und für einsame Spaziergänger könnten hier Konflikte vermeiden.

Wie auch Graf herausfand, interessieren sich die Waldbesucher für mehr Infotafeln, die forstliches Wissen vermitteln. Sitzgelegenheiten werden eher nicht vermisst. Dafür fühlen sich viele von Müll gestört, von Hundekot, aber auch von Pferdeäpfeln. Brigitte Majer, im Rathaus Leiterin der Technischen Betriebe, versprach, den Wald bei einem neuen Sauberkeitskonzept für Rastatt ausdrücklich mit einzubeziehen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
Sperrung im Bereich Scherrhof

30.04.2018
Sperrung im Bereich Scherrhof
Baden-Baden (red) - Die Zu- und Abfahrt zum Parkplatz "Scherrhaldekopf" ist heute wegen Dreharbeiten des SWR zum neuen Schwarzwald-Tatort von circa 18 bis 23 Uhr für Aufnahmen zeitweise gesperrt. Waldbesucher müssen mit kurzen Behinderungen rechnen (Foto: vgk). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Zum Tag der Verkehrssicherheit finden aktuell Verkehrskontrollen statt. Es soll vor allem auf die Gefahren von Ablenkung am Steuer durch Handys aufmerksam gemacht werden. Finden Sie das gut?

Ja, mehr davon!
Ja,
Nein.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1