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Wenn ungebetene Gäste eine neue Bleibe brauchen
07.08.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt - Mit dem Sommer kommen auch ungebetene Gäste auf die Terrassen und Balkone, die sich für Kuchen und Süßes wie Limonade interessieren. Manche Wespen lassen sich auch häuslich nieder und bauen Nester - ebenso Hornissen. Letztere sind jedoch besonders geschützt. Wer solche Nester lästig findet, kann sich ans Landratsamt wenden, das einen der sieben ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten vermittelt. Einer von ihnen ist Bernhard Unser aus Niederbühl, mit dem sich BT-Redakteur Markus Koch unterhielt.

BT: Herr Unser, wie sollte ich mich verhalten, wenn ich ein Hornissennest entdecke, das mich nicht stört, also nicht entfernt werden muss?

Bernhard Unser: Am besten das Nest ignorieren und sich verhalten, als ob man es gar nicht weiß, dass da ein Hornissennest ist. Dies wird aber recht schwierig sein. Deshalb in der näheren Umgebung um das Nest keine Erschütterungen, hektische Bewegungen beziehungsweise Störungen verursachen. Man muss auch wissen, dass die Tiere nachtaktiv sind und deshalb, gerade wenn abends Licht brennt, sich im Wohnraum verirren. Dann einfach das Licht ausmachen und warten, bis sie wieder hinaus fliegen.

BT: Wenn mich das Nest stört, darf ich es dann selbst entfernen und beispielsweise im Wald platzieren?

Unser: Theoretisch möglich, das würde ich aber nicht vorschlagen, wenn man nicht die richtige Ausrüstung und Ausbildung hierfür hat. Die Umsiedlung soll für Mensch und Tier "erfolgreich" verlaufen!

BT: An wen kann ich mich wenden, wenn ich das Nest entfernt haben möchte?

Unser: Dafür sind wir ehrenamtliche Hornissenfachberater zuständig. Die Tiere stehen unter Naturschutz. Die Ansprechpartner sind bei den Gemeinden bekannt.

BT: Ist Ihr Einsatz kostenpflichtig?

Unser: Nein, es kommen keine Kosten auf die Betroffenen zu. Natürlich können, wenn ein Hornissennest aus dem Rollladenkasten entfernt werden muss, leichte Beschädigungen entstehen. Darauf wird aber hingewiesen.

BT: Was macht ein Hornissenbeauftragter mit einem Nest, das er entfernt hat?

Unser: Nachdem das Nest so komplett wie möglich entfernt worden ist, wird es in einem Umsiedelungskasten neu aufgebaut. Dieser Kasten wird dann idealerweise am Waldrand, der natürlicher Lebensraum der Hornissen ist, an einem Baum wieder aufgehängt.

BT: Wie gefährlich ist ein Hornissenstich, wie gefährlich mehrere Stiche auf einmal?

Unser: Hornissenstiche sind auch nicht gefährlicher wie ein oder mehrere Bienenstiche. Im Gegenteil, es wird eher weniger Gift abgegeben. Aber schmerzhaft ist der Stich im ersten Moment auf jeden Fall. Falls eine allergische Reaktion hierfür besteht, ist bei allen Stichen sofort mit Gegenmaßnahmen zu reagieren.

Interview

BT: Wie sieht es mit Wespennestern aus - sind Wespen auch geschützt oder dürfen deren Nester zerstört werden?

Unser: Bis auf die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe sind alle Arten geschützt. Alle anderen Wespenarten, auch Hummeln, entfernen wir beziehungsweise werden von uns umgesiedelt.

BT: Die asiatische Hornisse scheint ihren Weg über Frankreich nach Deutschland gefunden zu haben. In diesem Jahr wurde bereits ein Nest in der Kuppenheimer Stadtmitte entdeckt. Wie schätzen Sie die Gefahr dieser Hornisse für die heimische Honigbiene ein?

Unser: Dies ist eine ernstzunehmende Gefahr und wird in Imkerkreisen heftig diskutiert. Gegenüber der heimischen Hornisse, die auch schon mal die eine oder andere Honigbiene als "Beute" fängt, ist die asiatische hierauf gerade spezialisiert. Wie genau sich dieses Thema bei uns entwickelt, kann man noch nicht sagen.

BT: Ist die asiatische Hornisse für den Menschen gefährlicher als die europäische?

Unser: Nein, für den Menschen gibt es hier keine Unterschiede.

BT: Wie könnte deren Ausbreitung unterbunden werden?

Unser: Ob eine Ausbreitung hier überhaupt unterbunden werden kann, schließe ich aus. Die Nester sind schwer zu finden, und wenn man sie dann entdeckt, ist es meistens zu spät. Eine neue Generation von Königinnen ist dann meist schon ausgeflogen.

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