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Zusage für Kleintierkrematorium
In diesem Teil des Gewerbegebiets an der Malscher Straße wird in einer vorhandenen Halle (links) ein Heimtierkrematorium entstehen. Foto: H. Heck
10.08.2018 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - "Hamster, Katze, Hund" dürfen nach ihrem Tod bald im Gewerbegebiet an der Malscher Straße in die ewigen Jagdgründe transferiert werden. Diese Tiere wurden am Mittwoch dem Gemeinderat vom künftigen Betreiber eines Kleintierkrematoriums als Beispiele für sein Geschäft genannt. Der Antrag dafür war vor zwei Wochen vom Bauausschuss hauptsächlich aus Sorge wegen Geruchsbelästigungen an den Gemeinderat verwiesen worden (wir berichteten).

Augustin hatte sich zwischenzeitlich kundig gemacht, war bis nach Ludwigshafen gefahren, um ein Tierkrematorium der Firmenkette zu besichtigen, die in Durmersheim eine Filiale eröffnen will. Sie heißt "Anubis". Es ist ein Franchise-Unternehmen. Der Partner, der in Durmersheim tätig werden will, unterhält Standorte in Karlsruhe und Calw. Er beantwortete in der Sitzung Fragen.

In Karlsruhe und Calw würden Tiere nur angenommen, nicht eingeäschert. Das Kremieren soll in Zukunft für Exemplare bis 50 Kilogramm in Durmersheim erfolgen, schwerere würden in die Anlage nach Ludwigshafen gebracht. Wie es dort aussieht und wie die Verbrennung vor sich geht, wusste Augustin in Wort und Bild zu berichten.

Im Prinzip werde mit einem "tiefgefrorenen Tier im Kunststoffbeutel" hantiert, erklärte Augustin. Die Tiere würden gleich in den Annahmestellen in luftdichte Hüllen gepackt und eingefroren, berichtete der Antragsteller. Die in Durmersheim geplante Anlage solle zusätzlich zu den üblichen Filtern mit einem Feinstaubfilter ausgerüstet werden, lautete die Auskunft auf eine Frage von Jürgen Kniehl (FWG). Es habe in der bisherigen Praxis noch nie Beschwerden über Gerüche gegeben.

So hatte es zuvor auch Augustin berichtet. Das hätten Nachfragen bei Kommunen mit Tierkrematorien ergeben. Rolf Enderle (BuG) war skeptisch, seine Fraktion habe diesbezüglich "verschiedene Informationen" bekommen. Ortsbaumeister Hans-Martin Braun hatte zu Beginn der Beratung festgestellt, dass es sich bei dem Antrag um ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (Bimschg) handele. Das Vorhaben könne baurechtlich nicht verhindert werden. Die Rechtslage sei "eindeutig", ergänzte Augustin. Dem juristischen Berater der Gemeinde zufolge wäre die Verbrennungsanlage "bis in Dorflage" zulässig. Im vorliegenden Fall befinde sich das betreffende Anwesen "in dritter Reihe" von der nächsten Wohnbebauung entfernt, hob der Bürgermeister hervor. Er erwiderte damit einen Einwurf von Enderle, der Augustins strikte Abwehr eines Bau- und Grünabfallrecyclings auf dem Gelände des Sägewerks Deck vor etlichen Jahren in Erinnerung rief.

Die CDU-Fraktion ließ durch ihren Vorsitzenden Wolfgang Klett ausrichten, dass sie den vorliegenden Antrag befürworte, zumal es keine Möglichkeiten der Verhinderung und offensichtlich ein Bedarf für die vorgesehene Dienstleistung gebe. Auf von Klett gestellte Frage nach der voraussichtlichen Menge, die verbrannt werden soll, nannte der Unternehmer die Zahl von 200 bis 250 Tieren pro Woche. Außerdem betonte er, dass alles genau dokumentiert und vom Veterinäramt kontrolliert werde.

Werner Hermann (SPD) bekundete seine Zustimmung, schränkte aber ein: Über den Umgang mit toten Tieren könne man "ethisch" sicher streiten. Dieser Aspekt sei aber nicht Sache des Gemeinderats. Helmut Schorpp (CDU) sah das Ganze als Fortentwicklung einer "gewissen Kultur" an, in der Hunde auch schon mal im eigenen Garten begraben werden. Josef Tritsch (SPD) war anderer Meinung: "Ich kann es nicht gutheißen", wandte er sich gegen das Kleintierkrematorium, in dem auch Verabschiedungsräume eingerichtet werden sollen. Mit der "industriellen Wertschöpfung" der Heimtierbranche von Geburt bis Tod "bin ich nicht einverstanden", beklagte Tritsch ein Verwischen der "Grenzen zwischen Mensch und Tier".

Bei vier Gegenstimmen wurde dem Vorhaben mit großer Mehrheit das Einvernehmen erteilt. Einstimmig wurde anschließend eine Änderung des Bebauungsplans eingeleitet. Man will sicherstellen, dass kein Krematorium für größere Tiere von über 50 Kilo entstehen kann.

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