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Besser mit Trinkwasser gießen
In Stadt- und Ortsteilen, deren Grundwasser mit PFC belastet ist, sollten Gartenbesitzer das Gießwasser aus dem Wasserhahn zapfen.  Foto: dpa
14.08.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (red) - Vor fünf Jahren wurden im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden verschiedene perfluorierte Chemikalien (PFC) in landwirtschaftlich genutzten Böden und im Grundwasser nachgewiesen. Bei der Bewässerung von Pflanzen mit PFC-belastetem Grundwasser reichern sich diese Substanzen in der Pflanze an. Zusätzlich zu der Aufnahme von PFC durch Pflanzen kann die Bewässerung auch zu einer schädlichen Bodenveränderung führen, informiert das Landratsamt Rastatt.

Zur Prognose von Schadstofffahnen im Grundwasser wurde durch die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) ein Grundwassermodell entwickelt, das nach der Sommerpause veröffentlicht werden soll. Das Modell zeigt eine Grundwasserbelastung in den Bühler Stadtteilen Balzhofen und Weitenung, den Rastatter Stadtteilen Niederbühl, Förch, Rauental und Münchfeld, den Sinzheimer Ortsteilen Halberstung, Müllhofen und Schiftung, Hügelsheim sowie Rheinmünster-Söllingen.

Auf Grund der Datenlage, den nun vorliegenden Berechnungen des Grundwassermodells und vereinzelt erhöhten Werten in Brunnen spricht das Landratsamt Rastatt für diese Stadt- und Ortsteile die Empfehlung aus, auf eine Beregnung der Gartenanlagen mit Grundwasser zu verzichten und die Bewässerung der Anlagen mit Trinkwasser oder Regenwasser vorzunehmen. Diese Empfehlung gilt sowohl für Nutzpflanzen als auch für Rasenflächen, Bäume und Zierpflanzen.

Auch das Befüllen von Schwimmbecken sollte, unabhängig von einer PFC-Belastung, mit Trinkwasser durchgeführt werden. Da Grundwasser im Gegensatz zum Trinkwasser nicht aufbereitet ist und auch nicht mikrobiologisch überwacht wird, besteht die Gefahr einer bakteriellen Belastung und damit unter Umständen von infektiösen Erkrankungen. Bei Schwimmbädern muss das Füllwasser nach der geltenden Norm Trinkwasserqualität aufweisen.

Zur Bewässerung eines Gartens werden pro Jahr durchschnittlich zehn Kubikmeter Wasser benötigt, was bei einer Bewässerung mit Trinkwasser Kosten von weniger als 50 Euro (inklusive Abwassergebühren) verursacht.

Die Bewässerung des Gartens über mehrere Jahre mit Trinkwasser ist daher in der Regel günstiger als eine einmalige Wasseranalyse auf PFC. Vorhandene PFC-Analysen können der PFC-Geschäftsstelle im Landratsamt zur Beurteilung zugeschickt werden.

Die Qualität des Trinkwassers wird von den Wasserwerken durch regelmäßige Beprobungen auf PFC und andere Schadstoffe und gegebenenfalls der Ergreifung geeigneter Maßnahmen (zum Beispiel Aktiv-Kohle-Filterung) sichergestellt.

Information gibt es auch beim Landratsamt Rastatt, PFC-Geschäftsstelle, E-Mail: PFC@landkreis-rastatt.de und auf den Webseiten des RP Karlsruhe und des Landratsamts Rastatt.

Hinweis: Die Nutzung eines Gartenbrunnens ist dem Umweltamt im Landratsamt Rastatt anzuzeigen. Dies hat den Vorteil, dass die Nutzer bei einer Schadstoffbelastung des Grundwassers sofort benachrichtigt werden können. Die Nutzungsanzeige ist auch nachträglich möglich und lediglich mit einer einmaligen Verwaltungsgebühr verbunden. Für die Herstellung eines neuen Brunnens ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Weitere Infos sowie Vordruck für die Anmeldung gibt es im Internet.

www.landkreisrastatt.de/Grundwasser

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