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"Seit mehr als 30 Jahren totgesagt"
Das Muggensturmer Volksfest geht Mitte Juli auf dem Festplatz über die Bühne. Doch nicht alle sind zufrieden damit. Foto: Archiv/Hliza
15.08.2018 - 00:00 Uhr
Muggensturm (hli) - Nicht alle waren begeistert vom Muggensturmer Volksfest, das Mitte Juli auf dem Festplatz der Gemeinde über die Bühne ging. Einige Anwohner beschwerten sich über den Lärm, andere Gäste waren unzufrieden mit dem Angebot. Zudem steht im Organisationsteam ein Umbruch an. Fragen und Antworten zur Zukunft des Fests:

Was genau stört viele Anwohner?

In Briefen an die Gemeinde, die auch dem Badischen Tagblatt vorliegen, beschweren sich vor allem ältere Bewohner des betreuten Wohnens in der Anlage "Haus Margaretha" über die "schier unerträgliche Lärmbelästigung" - unter anderem während des Volksfests und diverser Veranstaltungen rund um das Clubhaus des Sportvereins. Man werde von den Verantwortlichen nur mit Worten abgespeist und hingehalten. Laut sei es bis vier Uhr morgens. Bei den Betroffenen stellt sich die Frage nach einer Sperrstunde.

Die gebe es schon in Muggensturm, informiert Bürgermeister Dietmar Späth auf Nachfrage. Der Gemeindevollzugsdienst sei nachts allerdings nicht unterwegs. Das Volksfest im Zelt ende gegen 24 Uhr, danach werde in der Kelter gegenüber weitergefeiert. "Wenn da dann Leute draußen stehen, kann das störend wirken", erläutert der Rathauschef. Man versuche zwar, den Lärm in der Nacht zu unterbinden. "Aber wie soll das gehen, wenn Hunderte Menschen unterwegs sind?", zeigt sich Späth ratlos.

Haben die Beschwerden der Anwohner über den Lärm Auswirkungen auf die künftige Gestaltung des Volksfests?

Eher nicht. "Die Lärmproblematik ist nichts Neues", stellt Bürgermeister Dietmar Späth fest. In der Vergangenheit habe man wesentliche Verbesserungen erzielen können - unter anderem durch die Ausrichtung des Zelts. "Das ist kein Vergleich mit früheren Zeiten", gibt er zu bedenken. "Aber es ist eben nach wie vor ein Fest." Wenn man zentral im Ort wohne, bleibe es daher nicht aus, dass es lauter zugehe. Späth empfiehlt Anwohnern, an diesen Tagen nachts Fenster und Türen zu schließen. "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter", sagt er. Doch anderseits lebe man eben in einer lebendigen Gesellschaft.

Bei einigen Gästen machte sich Unzufriedenheit ob des abgespeckten Programms breit. Wie will man dem entgegenwirken?

Anders als ursprünglich geplant ist ein Teil des Programms dieses Jahr ausgefallen. Geplant war eine Partnerschaftsfeier zwischen dem italienischen Gradara und Muggensturm zum 15-jährigen Bestehen. Diese konnte kurzfristig nicht stattfinden, betont Rathauschef Späth. "Wir waren nicht in der Lage, adäquaten Ersatz zu finden, der auch finanziell gestemmt werden konnte", erläutert Späth das abgespeckte Programm am Festsonntag. Ansonsten sehe er nicht, dass das Programm schlechter geworden sei. Auf das Angebot der Schausteller habe man allerdings keinen Einfluss. Hier war Bedauern darüber zu hören gewesen, dass kaum Fahrgeschäfte vertreten waren.

Stimmen die Gerüchte, dass es dieses Jahr ein kräftiges Minus in der Volksfestkasse zu verkraften gab?

"Das stimmt nicht", tritt Bürgermeister Späth diesen Mutmaßungen klar entgegen. Er frage sich, wie manche Leute das jetzt schon wissen wollten. Denn: Das Ergebnis für das Volksfest stehe erst im Oktober fest.

Wie geht es mit dem Organisationsteam weiter?

Nicht alle Personen, die das Volksfest über Jahre organisiert haben, machen weiter. Daher wird es zu Veränderungen kommen. "Wir setzen uns zusammen und schauen, wer wie weitermacht", erläutert Bürgermeister Späth. Sechs Personen benötige man dafür - unter anderem den Geschäftsführer, Kassierer, Ausschuss für Wirtschaft und Technik, Ausschuss für Programm und Werbung sowie einen Verantwortlichen für die Kelterbar. Die Bereitschaft der Vereine weiterzumachen bestehe. "Es machen sogar mehr Vereine mit als früher", vergleicht Späth.

Hat das Volksfest überhaupt noch eine Zukunft?

"Seit mehr 30 Jahren wird das Volksfest bereits totgesagt. Und immer ist es weitergegangen", blickt Rathauschef Dietmar Späth zurück. Man brauche Personen, die sich darum kümmern sowie Vereine, die bereit seien, ein Fest für die Region auszurichten. "Wir sind stolz darauf, dass es funktioniert", betont Späth. "Ich sehe für die Zukunft nicht schwarz."

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