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"Schon das erste Hähnchenfest war ein Knaller"
16.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Steinmauern - "Schon das erste Hähnchenfest in Steinmauern war ein richtiger Knaller", erzählt der Vorsitzende des Schützen- und Kleintierzuchtvereins (SKV) Wolfgang Reiß schmunzelnd. Auf dem Festplatz hinter der Kirche wurden 300 gefrorene Hähnchen in warmem Wasser aufgetaut und gegrillt. Mit den Jahren erfreute sich die Veranstaltung wachsender Beliebtheit, und damit änderten sich auch die Dimensionen, die immer wieder neue Rekorde zu brechen drohen. Gar mehr als 5000 Gockler hat der SKV nun für das kommende Wochenende bestellt, um dem erwarteten Ansturm gerecht zu werden, wenn das 50. Hähnchenfest in der Murghalle steigt.

Das Hähnchenfest im Flößerdorf war eines der ersten seiner Art in der Region, weiß Reiß. Die Idee hatte damals sein Vater vom Volksfest in Bietigheim mitgebracht. Denn dort gab es einen Hähnchenstand. Und da personell Not am Mann war, sprang Heinrich Reiß kurzerhand als Aushilfe ein und merkte sich ganz genau, wie die Gockler zubereitet wurden.

"Jedes Jahr eine Steigerung"

"Das machen wir auch in Steinmauern", dachte sich der Zuchtwart des damals noch selbstständigen Kleintierzuchtvereins, der 1973 mit den Schützen fusionierte und schließlich 1975 in das neu gebaute SKV-Heim zog. Der Premieren-Erfolg gab dem Initiator recht. Später fand das Hähnchenfest zunächst im Festzelt auf dem Platz statt, auf dem heute die Murghalle steht, und ab 1990 dann in der Halle selbst.

Wurden bis Mitte der 1980er Jahre noch an die 2500 bis 2700 Hähnchen verzehrt, so waren es in der jüngeren Vergangenheit schon rund 4 000. "Es gab jedes Jahr eine Steigerung", blickt Wolfgang Reiß auf die letzten zwei Jahrzehnte zurück und betont: "Das Hähnchenfest ist ein Selbstläufer." Es lockt Tausende von Besuchern aus der ganzen Region. Etliche Stammgäste sind darunter, die alle Jahre wieder kommen, manche sogar an allen drei Festtagen, wie Reiß weiß. Auch der sogenannte Straßenverkauf boomt: 40 Prozent der Hähnchen werden auf diese Weise an den Mann oder die Frau gebracht.

Zwei Gründe nennt der 53-Jährige für den anhaltenden Erfolg: "Gute Qualität und ein anständiger Preis". Für das halbe Hähnchen mit einem Schlachtgewicht von 1000 bis 1100 Gramm und einem Brötchen werden aktuell fünf Euro verlangt. Die Hähnchen, sie werden erst kurz vor dem Fest frisch geschlachtet, bezieht der Verein bereits seit 20 Jahren von einer Genossenschaft bäuerlicher Betriebe in der Nähe von Straßburg, die auch Einkaufsmärkte und Grillstationen beliefert. Seinerzeit habe man sich mehrere mögliche Lieferanten angeschaut, die Genossenschaft habe ihn jedoch überzeugt. Da der Maisanteil im Futter sehr hoch sei, werde das Fleisch nicht trocken. "Die Hähnchen sind perfekt", schwärmt Reiß, der selbst gerne mal einen knusprigen Gockler verspeist. Außerdem werden sie mit einer speziellen Gewürzmischung bestrichen, die sein Vater vor 40 Jahren selbst kreiert hat.

Davor hatte man eine fertige Mischung verwendet - sie enthielt jedoch Paprikastücke, die auf den Hähnchen verbrannten, erläutert Wolfgang Reiß, der nach dem Tod seines Vaters die Aufgabe des Gewürzmeisters übernommen hat. 2015 veränderte er das Rezept noch ein wenig, indem er den Salzanteil reduzierte. 110 Kilogramm Gewürzmischung wird der Vorsitzende auch in dieser Woche wieder herstellen, wobei scharfer und süßer Paprika, Pfeffer, Salz und klare Brühe die Hauptbestandteile sind - "der Rest ist Geheimnis", sagt er.

Hatte der Zuchtverein vor 50 Jahren mit zwei Gasgrills begonnen, so besitzt er heute ein beachtliches Equipment, das zwei Garagen im Vereinsheim füllt. Er verfügt inzwischen über zwölf große Grillschränke, einer wurde extra im Hinblick auf das Jubiläum angeschafft. 32 ganze Gockler passen in einen Ofen, 75 Minuten braucht es, bis sie bei Temperaturen zwischen 300 und 320 Grad verzehrfertig sind.

Rund 150 Helfer im Einsatz

An die 150 freiwillige Helfer sind in zwei bis drei Schichten im Einsatz. Reiß freut sich, dass sich auch immer wieder Freiwillige finden, die keinem Verein angehören, darunter auch junge Menschen. Ihm sei es wichtig, dass die Helfer ihren Einsatz nicht nur als Dienst sehen, sondern mit Spaß bei der Sache sind. "Die Kameradschaft liegt mir am Herzen", hebt Reiß hervor. Nach den Schichten sitzen die Helfer dann oft noch zusammen, essen ein Brathähnchen und genießen die Gemeinschaft. Auch wird jedes Jahr ein Helferfest im SKV-Heim organisiert, für deren Gaststätte mit Saal und Biergarten der Verein derzeit ab Herbst einen neuen Pächter sucht.

Damit die Gäste auch im Freibereich an der Murghalle teilweise einen Sonnenschutz haben, hat der SKV zum Jubiläum extra ein großes Sonnensegel gekauft. Die Aufbauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren, wobei der rührige Vorsitzende als Regisseur des Fests auch tatkräftig vorne mit dabei ist. "Ich freue mich jedes Jahr auf das Hähnchenfest und bin zufrieden, wenn alles gut läuft", verdeutlicht er trotz der vielen Arbeit, die solch eine Veranstaltung erfordert.

Der Festerlös fließt im Übrigen in die Renovierung des Vereinsheims und in die Jugendarbeit des SKV, der 180 Mitglieder zählt, davon zehn Aktive bei den Kleintierzüchtern und 25 bei den Schützen.

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