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"Idealer Naturerlebnis- und Naherholungsraum"
20.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Rastatt - Das Leben am Fluss hat für die Naturfreunde eine besondere Bedeutung: Uschi Böss-Walter, die seit neun Jahren zusammen mit Heinz Zoller die Geschicke der Ortsgruppe Rastatt lenkt, gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn sie von der schönen Lage des Vereinsheims "An der Murg" spricht. "Es ist ein idealer Naturerlebnis- und Naherholungsraum - nicht weit von der Stadt und doch im Grünen."

Und Erlebnisse vielfältiger Art gibt es dort zuhauf. Die Angebote der Naturfreunde sorgen dafür, dass auf dem großzügigen Areal fast immer Leben herrscht. Das Naturfreundehaus mit Bootshaus in der Brufertstraße 3, das nach einem Brand 1984 wieder neu aufgebaut wurde, ist gleichermaßen Treffpunkt für Jung und Alt. Junge Familien kommen zusammen, um gemeinsame Ausflüge oder andere naturbezogene Aktionen zu unternehmen. Andere frönen etwa in der Qigong-Gruppe, der Montagsradgruppe oder beim Nordic-Walking-Treff ihren Interessen, gehen gemeinsam wandern oder besuchen Kulturveranstaltungen. Es gibt auch eine Gruppe nur für Frauen und für Senioren und für Jugendliche ab 13 Jahren, die ihr eigenes Programm gestalten und auch am landesweiten Pfingstcamp teilnehmen. Es gibt eine Spielwiese zum Herumtollen und natürlich ein Wassersportangebot, das sich allein schon von der Lage her anbietet, denn es sind nur ein paar Schritte zu Damm und Murg, auf der es sich prima paddeln lässt. Der Verein besitzt selbst acht bis zehn Kajaks und Canadier sowie einen großen Familiencanadier, die zusammen mit weiteren privaten Booten im Bootshaus eingestellt sind. Bei Freizeiten hilft zuweilen der danebenliegende Kanu-Club mit Booten aus, mit dem eine gute Nachbarschaft gepflegt wird.

Immer öfter nächtigen auch auswärtige Paddler oder Radfahrer im Studio, das sich im Naturfreundehaus befindet, wie dieses barrierefrei ist und seit 2015 vermietet wird. Es bietet vier Schlafgelegenheiten mit kleiner Küche und Bad. "Das Studio ist gut gebucht", freut sich Uschi Böss-Walter. Auch das Naturfreundehaus, besser gesagt der Saal für bis zu 120 Personen, ist begehrtes Mietobjekt für Seminare, Familienfeiern, Geburtstage oder Hochzeiten. Auf dem Außengelände direkt am Murgdamm lässt es sich herrlich grillen und fantastische Sonnenuntergänge erleben. Studio sowie ein neuer Gruppenraum mit Küche wurden 2013 neu gebaut. Gerade letzterer ermöglicht den Naturfreunden eine größere Flexibilität. Gruppentreffen sind auch dann möglich, wenn der Saal anderweitig belegt ist. Allerdings achten die Naturfreunde darauf, dass sich dies im Rahmen hält. Und: Mitglieder haben immer Vorrang, das gilt auch für das Wanderheim "Bonora" mit seinen 21 Schlafplätzen an der Roten Lache, das besonders stark nachgefragt ist. "Wir sind auf die Vermietungen angewiesen", erläutert Zoller mit Blick auf die vielfältige Arbeit und die Projekte der Naturfreunde, die sich durch Pachteinnahmen, Erlösen ihrer Photovoltaikanlage auf dem Vereinsheim sowie Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Nicht vermietet wird indes der Freizeitplatz "Raukehl" mit der Naturerlebnisstation "Nest" in Plittersdorf.

Und weil es so schön an der Murg ist, haben die Naturfreunde offenbar auch mit ihrem neuen Angebot ins Schwarze getroffen: Das Sonntags-Café, erstmals im Mai offeriert, ist gut angelaufen. Es ist ein offener, lockerer Treff am Nachmittag, den viele ältere Mitglieder nutzen, aber auch Passanten, die auf dem Murgdamm spazieren gehen, erläutert die Vorsitzende weiter. Es gibt fair gehandelten Kaffee und Kuchen, den Nicola Rohrer selbst backt. Die junge Frau absolviert derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei den Naturfreunden und betreut auch das Café, das nach der Sommerpause ab September wieder geöffnet hat und auch vielfältige Flyer über die Aktivitäten der Naturfreunde zum Mitnehmen bereithält.

Auf dem Gelände selbst ist ein kleiner Garten angelegt, der allerdings noch ausbaufähig ist. Naturfreunde können dort ausprobieren, ob sie einen grünen Finger haben. Was angepflanzt wird, wird im Frühjahr gemeinsam besprochen. Bisher gedeihen dort Erdbeerstauden, Zucchini, Bohnen und Kräuter, die sich manche Mitglieder gerne zum Würzen ihrer Speisen mit nach Hause nehmen. Nicht weit davon entfernt ist ein Bienenhotel aufgebaut. Wissenswertes zu den Themen nachhaltige Entwicklung, Biodiversität und Klimawandel vermittelt die von den beiden Vorsitzenden geleitete Umweltschule, die auch Seminare und Vorträge mit verschiedenen Referenten anbietet und Bildungsbausteine erstellt. Ein Teil der Umweltschule sind die "Umweltdetektive", Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, die angeleitet von Zoller, vielerlei Dinge in der Natur erkunden. Die Fläche um die renaturierte Murg erweist sich dabei als ein wunderbarer naturpädagogischer Erlebnisraum, in dem die Kinder eintauchen und viel lernen können. So gingen sie bei einer ihrer vielen Exkursionen etwa der Frage nach, warum der Frühblüher so früh blüht. "Das Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt war ein Segen für Rastatt", verdeutlicht der 68-jährige Diplom-Mathematiker Zoller, der als Informatiker am KIT gearbeitet hat und inzwischen im Ruhestand ist. Es sei beruhigend, dass mit der Renaturierung der Murg Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden, fügt er an. Uschi Böss-Walter erinnert sich noch gut an das Hochwasser 1990, als die Murg nur noch zehn Zentimeter unter der Dammkrone stand. Nasse Füße bekamen die Naturfreunde zwar nicht, aber beängstigend sei das schon gewesen, "man spürt die Ohnmacht", sagt die 64-Jährige.

Die Naturfreunde treten für eine "nachhaltige Entwicklung" ein - und zwar ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Seit 2009 pflegen die Rastatter eine Partnerschaft mit den Naturfreunden in St. Louis im Senegal, die ebenfalls an einem Fluss - "dem Senegal" - beheimatet sind, zieht Böss-Walter schmunzelnd Parallelen. In St. Louis unterstützen die Rastatter einen Kinderhort und ein Ausbildungszentrum.

2019 feiern die Naturfreunde ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt am 15. März in der Reithalle. Derzeit zählt die Ortsgruppe mehr als 340 Mitglieder, die aus Rastatt und Umgebung kommen. "Wir haben einen starken Abgang durch ältere Mitglieder, aber auch Stabilität durch junge Familien", informiert Böss-Walter. Einen Schwerpunkt sehen die Naturfreunde darin, jungen Familien ein sinnvolles Freizeitangebot zu bieten, denn "Natur ist unser Lebenselixier". Familien, die sich an der Natur erfreuen und viel draußen unternehmen, sind stabiler", betont Zoller. Und das gelingt so nah am Wasser besonders gut.

www.naturfreunde-rastatt.de

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