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Sonnenaufgang ebnet Weg zur Autorin
Eine Elfe namens 'Mailinchen' hat Maria-Theresia Layalle zur Titelheldin eines Kinderbuchs gemacht. Die Fortsetzung ist schon in Arbeit. Foto: H. Heck
22.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Helmut Heck

Durmersheim - Den bemerkenswerten Sonnenaufgang eines herrlichen Morgens um 6 Uhr haben andere Frühaufsteher vermutlich nur flüchtig wahrgenommen. Für Maria-Theresia Layalle aber war er ein Erlebnis, das letzten Endes einen Traum wahr werden ließ. Es geschah auf dem Weg zur Arbeit. Es war ein Tagesanbruch wie kein anderer. So "wunderschön" dargeboten, dass ihr im Nu klarwurde, "das müsste man festhalten". Gesagt, getan. Das Festhalten erwies sich als Glücksfall. Der Sonnenaufgang hat dazu geführt, dass sich die Durmersheimerin heute stolz Kinderbuchautorin nennen darf.

Sie habe "immer schon viel Fantasie gehabt", erzählt sie im Gespräch mit dem BT. Im Geiste habe sie sich ein Stück weit die Kindheit bewahrt, dieses Abtauchen in selbst erfundene Geschichten. Wach gehalten wird diese Form der Alltagsentspannung durch das Lesen von Fantasy-Werken, "Herr der Ringe" zum Beispiel. Auch witzige Sachen mag sie. Dazu kommt Interesse an Psychologie und die nie versiegende Liebe zu Kinderbüchern, von denen es immer ganz zauberhafte zu entdecken gebe.

Jener Sonnenaufgang war die Initialzündung zu eigenen Storys. Sie auszuspinnen, im Kopf so lange hin und her zu wenden, "bis es plopp macht", ist die kreative Vorarbeit, die den Spaß ausmacht. Dann werden sie zu Papier gebracht. Ganz auf klassische Art, hantiert Layalle mit Stift und Zetteln. Schreibstube sind die eigenen vier Wände, wenn an Sonntagnachmittagen die Muse küsst. Anschließend am Computer eingetippt, wurden vorzeigbare Manuskripte daraus. So habe sie über Jahre hinweg "Geschichten gesammelt". Als Schriftstellerin sehe sie sich aber nicht. "Ich schreibe halt gerne", liegt ihr jeder Anschein von Einbildung fern. Von einer Freundin ermutigt, wagte es Layalle dennoch, bei Verlagen anzuklopfen.

Weit gehen musste sie nicht. Der Aquensis-Verlag in Baden-Baden war angetan. Ende 2017 durfte die Hobbyautorin ihr Debüt auf dem Büchermarkt feiern. Wenige Wochen vor Weihnachten erschien "Mailinchen". Es ist über den Buchhandel erhältlich. Auf 104 Seiten sorgen die namensgebende Waldelfe "und ihre Abenteuer in der Natur", wie der Untertitel lautet, für spannende Momente.

Ein Eichhörnchen will bei einem Flugwettbewerb für Vögel mitmachen. Eine Wolke mit Fernweh erkennt an der Nordsee, dass das Gute mitunter näher liegt als vermutet. Die Inspirationsquellen sind so abwechslungsreich wie das Elfenleben, mal ist es die eigene Katze, mal ein Moor bei Weingarten. Zwischen den Zeilen versteckt die 51-jährige Geschichtenerfinderin, die in Karlsruhe bei einer Versicherung arbeitet, kleine Botschaften. "Ich versuche immer, eine Lebensweisheit reinzubringen", zum Beispiel, sich gegenseitig zu helfen, mit Mut und Selbstvertauen aufzutreten. An Vertrauen in die Kunst seiner Jungautorin scheint es beim Aquensis-Verlag nicht zu mangeln. Man habe schon ein zweites Werk vereinbart, freut sich Layalle. "Mailinchen entdeckt die Welt" solle der Titel lauten. Die ersten Geschichten seien bereits fertig.

Das erste Buch ist auch ein Ausmalbuch. Die Illustrationen hat Marc Layalle angefertigt, ein gebürtiger Südfranzose, mit dem die Verfasserin verheiratet war und immer noch gut verbunden ist. Für das Cover, so scheint es, hat der gelernte Infografiker mit seinen malerischen Mitteln der Titelfigur eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer Schöpferin angedichtet. Diese konnte den Inhalt des Buchs bei diversen Lesungen auf Publikumstauglichkeit testen. Dabei habe sich herausgestellt, dass es bei Kindern gut ankomme, aber genauso bei "junggebliebenen Erwachsenen".

Mehrere Vorlesestunden

Eine der Vorlesestunden fand unlängst im Kindergarten St. Thomas in Würmersheim statt, wo anschließend auch das Pressegespräch geführt wurde. Nach Einschätzung der Leiterin Claudia Fitterer reicht die Altersgruppe, für die die Geschichten am besten geeignet sind, von Vorschulkindern bis etwa zur dritten Grundschulklasse. Die kleine Zuhörerschar in St. Thomas war jedenfalls ganz Ohr. Auf der Stelle wurde eine weitere Lesung im Herbst abgemacht.

Besondere Bedeutung hatte für Layalle ein Lesetermin an der Hardtschule. "Das war meine Schule", leuchtet ein Strahlen in ihren Augen, als sie, die zwischenzeitlich mal in Nizza lebte, von dieser Rückkehr berichtet. Damals, als sie die Schulbank drückte, trug sie noch ihren ursprünglichen Familiennamen Dipasquale, unter dem sie viele in Durmersheim kennen. Dass aus dem Mädchen eine Kinderbuchautorin werden würde, hat wohl niemand geahnt. Nicht einmal sie selbst. Aber dann stieg eines Morgens die Sonne empor und setzte eine Geschichte in Gang, die in mehrfacher Hinsicht märchenhaft genannt werden darf.

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