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Stretching für die Lachmuskeln
Vieles hat sich geändert in den vergangenen 20 Jahren, nicht jedoch Peter Vollmers Frechheiten und Spötteleien.  Foto: Gangl
24.08.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (ar) - Mit einem in Niederbühl immer wieder gern gesehenen Gast endete der 20. Kultursommer im Niederbühler "Schnick-Schnack". Zu Gast war der Kölner Kabarettist Peter Vollmer, der bereits bei der ersten Auflage der Kulturreihe im Meerrettichdorf mit dabei war.

"Ja, das war damals ein ganz anderes Zeitalter; da kamen die Besucher noch mit Schulranzen und Handys mit Antennen", erinnerte sich der Turbo-Wortakrobat an die Anfänge in Niederbühl. Vieles hat sich geändert in den vergangenen 20 Jahren, nicht jedoch Vollmers Redegewandtheit, sein Grinsen im Gesicht und noch immer sitzt ihm der Schalk im Nacken. Und noch immer stellt er sich mit Raffinesse dem Geschlechterkampf, nimmt das Argument der nicht schnarchenden Vibratoren an, kontert aber mit dem Trumpf des Mannes: Rasenmähen. Ob in Niederbühl alle Männer glücklich seien? Tröstende Lieder hatte Peter Vollmer schon mal für alle mitgebracht, denn nicht jedes männliche Wesen putze sich mit einer "atmungsaktiven Hose" raus, die wie bei seinem Nachbarn, dem Marathonläufer Rudi, der reinste Anatomieatlas sei. Zu den Glanzlichtern seiner bisher gezeigten Programme gehören auch die Lästereien über das heutige gesunde Essen, bei dem Löwenzahn und Tofu nicht fehlen dürften, sagte der Mann, der im "Kölner Bionaden-Ghetto" wohnt und sich der Selbsthilfegruppe "Anonyme Schnitzelesser" angeschlossen hat.

Seit 30 Jahren ist der Kabarettist auf der Bühne, was ihn nun so langsam an seine Rente denken lässt. Spott hagelte es auf die Rentenpolitik, aufgrund derer sich Dachdecker nun einen Treppenlift besorgen müssten und dringend ein "Survival Training gegen die Altersarmut" anzuraten sei. Immerhin seien heutzutage die Autos schon für Pflegestufe drei ausgestattet. "Die sind wie Pampers mit Motor", sagte der noch aus der Opel-Kadett-Generation stammende Vollmer. Das passende Lied hatte er auch dabei, denn bei "Krückstock 'n' Roll" ging es rund.

Frech, manchmal nah an der Gürtellinie und mit so mancher Spöttelei zog er über "Zölibatman im Vatikönnte" her, präsentierte sich als russische Hebamme mit durchaus makabren Kulturansichten und mischte die Beziehungen zwischen Mann und Frau kräftig auf. Von der ersten Minute an bis zur letzten und den drei zusätzlichen Zugaben gab es Stretching für die Lachmuskeln der Besucher, denn der "letzte verbliebene Buschmann", der Intimglatze hasst, sang bekannte Schlager, von ihm auf aktuelle Themen umgetextet, und ließ sie wie im Shaker durcheinanderpurzeln. Seine Authentizität bewahrte er dabei, denn ob Lied, ob Witz, ob Erzählung und Frage ans Publikum, er zeigte viel natürlichen Esprit.

Erst nach mehreren Zugaben und "Liedern fürs Wartezimmer" durfte Vollmer die Niederbühler Kulturbühne verlassen. Sein Wunsch für die Zukunft: "Oben fit und unten dicht, mehr will ich im Alter nicht!".

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